Postkastenaffäre: Karas verteidigt "Freundschaftsdienst" für Pirker

8. April 2011, 13:44
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VP-Delegationsleiter im EU-Parlament sieht keine Unvereinbarkeit

Wien - Othmar Karas, VP-Delegationsleiter im EU-Parlament, hat am Freitag zu Unvereinbarkeits-Vorwürfen gegen ihn Stellung bezogen. Der nunmehrige EU-Mandatar Hubert Pirker (ÖVP) nutzte bis Ende Februar diesen Jahres die Privatadresse von Karas in Brüssel als Anschrift für seine Wirtschaftsberatungsfirma. "Pirker hatte kein Büro in meiner Wohnung, es gab keine Gespräche über Kunden und keine Interventionen für Kunden", sagte Karas bei einem Pressegespräch in Wien.

Die Nutzung seiner Adresse durch Pirker sei ein "Freundschaftsdienst" gewesen, sagte Karas, zu diesem stehe er. Er zeigte sich aber von der Heftigkeit der medialen Debatte überrascht. "Nachher kann man immer gescheiter sein."

Karas gegen Berufsverbot für Politiker

Karas bestätigte zudem Medienberichte, er beschäftige von der Industriellenvereinigung (IV) und der Wirtschaftskammer (WKO) bezahlte Trainees in seinem Brüsseler Büro. "Ich nehme an dem Traineeprogramm teil und bin froh darüber", so Karas. Derzeit seien zwei Trainees in seinem Büro angestellt, die jeweils 1.100 Euro monatlich verdienten, ihr restliches Gehalt werde von WKO und IV gezahlt. "Ich bin alleinig für ihre Tätigkeit verantwortlich, niemand von außerhalb kann sie in ihrer Tätigkeit beeinflussen", sagte Karas.

Die Debatte um die Nebentätigkeit von Politikern findet Karas falsch geführt. Er trete insbesondere gegen ein Berufsverbot für Politiker ein. "Wer nur Berufspolitiker ist, ist in der Regel unfreier" als jemand in der Privatwirtschaft, sagte Karas. Der VP-Mandatar nannte gegenüber den Medienvertretern auch seine eigenen Einkommensquellen: Neben seinem Abgeordnetengehalt erhält Karas Honorare für Lehrtätigkeiten an der Universität sowie Mieteinnahmen aus zwei Wohnungen.(APA)

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