Lieberman hält Abbas für "schwach, korrupt und nicht mehr relevant"

8. April 2011, 13:42
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Erste WikiLeaks-Enthüllungen aus Israel - US-Diplomatendepeschen: Tantawi als Hindernis bei Bekämpfung des Waffenschmuggels angesehen

Tel Aviv - Die israelische Zeitung Haaretz kooperiert in Zukunft mit WikiLeaks. Zwei Enthüllungen sorgten am Freitag für Furore. Eine betraf Außenminister  Lieberman, eine den ägyptischen Chef des Militärrates, Tantawi.

Außenminister Avigdor Lieberman bezeichnete demnach Abbas bereits im Oktober 2006 als "schwach, korrupt und nicht mehr relevant". Aus Sicht von Regierungschef Benjamin Netanyahu hat sich Abbas in einen Schmollwinkel zurückgezogen. Außerdem versuche der PLO-Chef, das Stereotyp auszunutzen, Netanyahu sei ein "Friedensverhinderer", berichtete eine Gruppe von US-Kongressabgeordneten nach einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten im November 2009. Abbas stelle laut Netanyahu nur eine Vorbedingung nach der anderen. Auch der Amtsvorgänger von Netanyahu, Ehud Olmert, kritisierte Abbas. Der sei zwar mit 62 Prozent der Stimmen gewählt worden, aber wende seine Machtbefugnisse nicht an. Allerdings sei Abbas ein "angenehmer Typ und kein Mörder" wie sein Vorgänger Yasser Arafat, wird Olmert zitiert.

Tantawi ist Waffenschmuggel egal

Israels Regierung hat massive Vorbehalte gegen Ägyptens Feldmarschall Tantawi, der dem Militärrat vorsitzt. Sie sieht ihn als "Hindernis" beim Kampf gegen den Waffenschmuggel in den von der radikalen Palästinenserorganisation Hamas kontrollierten Gazastreifen.

In einer US-Depesche vom 18. November 2009 wird beklagt, dass Tantawi - damals Verteidigungsminister unter Präsident Hosni Mubarak - den Kampf gegen den Waffenschmuggel als nicht dringend ansehe und damit ein Hindernis sei. Der scheidende Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes Shin beth, Yuval Diskin, wird mit den Worten zitiert: "Wir wissen dank unserer Aufklärung, dass die Ägypter mit uns zusammensitzen und lügen."

Haaretz kooperiert mit WikiLeaks

Die israelische Zeitung "Haaretz" hat nach eigenen Angaben 250.000 Dokumente der Enthüllungsplattform WikiLeaks erhalten. Zehntausend davon beschäftigten sich mit Israel. Die Veröffentlichung widerlege Verschwörungstheorien, wonach WikiLeaks-Gründer Julian Assange ein Agent des israelischen Geheimdienstes Mossad sei und im vergangenen Jahr mit Israel vereinbart habe, dass kein für die Israelis "peinliches Material" veröffentlicht werde, schreibt das Blatt. (red/APA)

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