"Desaströse Vision einiger PolitikerInnen"

8. April 2011, 11:38
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Proteste und Aufrufe von Prominenten zum Widerspruch gegen die Kürzungen bei Familienplanung - Kürzungen als "Angriff auf die Rechte der Frauen"

Washington - Prominente rufen in den USA zu einem Protest gegen die von den RepublikanerInnen geplanten Kürzungen bei Familienplanungsprogrammen. Die US-Schauspielerin Scarlett Johansson brachte am Donnerstag ein Video heraus, in dem sie die BürgerInnen aufruft, einen offenen Brief an den Kongress zu unterschreiben. "Ein unentdeckter Krebs, eine unbehandelte sexuell übertragbare Krankheit, eine Frau, die nicht die Geburtenkontrolle erhält, die sie benötigt, um ihre Familie zu planen und ihr Schicksal zu bestimmen - dies ist die desaströse Vision einiger PolitikerInnen im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten", so Johansson im Video.

David Eigenberg und Connie Britton kritisierten vor mehreren hundert rosa gekleideten DemonstrantInnen an den Stufen zum Kongress in Washington die geplante Budgetkürzung als Angriff auf die Rechte der Frauen. Die republikanische Mehrheit will die von US-Präsident Barack Obama für Familienplanung vorgesehenen 327 Millionen Dollar (229 Millionen Euro) komplett streichen. Gestrichen werden soll damit die staatliche Unterstützung für die Organisation Planned Parenthood Federation of America. Die RepublikanerInnen werfen der Organisation vor, mit Steuergeld Abtreibungen zu finanzieren.

"Der Doktor weiß es..."

Die Organisation weist diesen Vorwurf zurück. Die Staatsgelder würden für Verhütung, Krebsvorsorge und zur Behandlung sexuell übertragbarer Krankheiten verwendet, erklärte sie. Die demokratische Abgeordnete Louise Slaughter sagte auf der Demonstration am Donnerstag, die RepublikanerInnen spielten "der Doktor weiß am Besten, was für die kleinen Frauen gut ist". Nichts in ihren Plänen habe aber mit der Gesundheitsvorsorge von Frauen zu tun.

Die USA steuern auf den ersten finanziellen Stillstand ihrer Regierung seit 15 Jahren zu. Während Präsident Barack Obama die RepublikanerInnen bei Spitzentreffen zu keinem Kompromiss bewegen konnte, warnten seine DemokratInnen am Donnerstag vor dem Scheitern der Verhandlungen. In der Nacht auf Samstag läuft das derzeitige Übergangsbudget aus. Wenn bis dahin keine Einigung erzielt wird, würde vielen Behörden der Geldhahn zugedreht. (APA)

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    Die Schauspielerin Scarlett Johansson beklagt die Visionen republikanischer PolitikerInnen.

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