Julchen zeigt Muskeln

Über den grünen Klee gelobt: Alfa Giulietta Quadrifoglio Verde

Wenn Alfa Romeo seine Modelle mit einem grünen, vierblättrigen Kleeblatt verziert, dann bringt das im Regelfall nicht unbedingt Glück, aber mehr PS. Quadrifoglio Verde zeichnet die besonders sportliche Linie der an sich ja schon sportlichen Marke aus. Beim Mito sind das etwa 170 PS, bei der Giulietta aber schon 235 PS. Und in der sitzen wir jetzt.

Unser Testwagen ist rot, so gehört sich das. Für die Giulietta Quadrifoglio Verde ist Rot eigentlich die einzig wahre Farbe, ein idealer Untergrund für den grünen Klee und so sportiv!

Auch wenn Fiat als Konzernmutter das nicht so gerne hört und nach Ausreden ringt: Die Gangschaltung (auch in zahlreichen anderen Modellen verbaut) ist noch nicht hundertprozentig ideal, die Erste lässt sich doch sehr bitten, das sollte geschmeidiger gehen. Sonst aber lässt sich an der muskulösen Dame kaum etwas aussetzen, und dass sie einen knackigen Hintern hat, wird man ihr gerne nachsagen dürfen, ohne dass das als sexuelle Belästigung ausgelegt wird.


Sehr rot, sehr forsch: Die Giulietta zeigt sich von ihrer besten Seite.

Was besonders positiv auffällt, ist erst einmal die Türschnalle. Eine richtige Türschnalle noch, aus Stahl und chromblitzend, das macht etwas her und liegt gut in der Hand.

Über einen Schalter in der Mittelkonsole lässt sich das Set-up des Wagens verändern, von gemütlich bis aggressiv, betroffen sind Motor, Getriebe, Lenkung, ESP. Das schlägt sich auch auf den Verbrauch nieder.

Das Fahrwerk der Giulietta ist straff, ohne dass es zu ungemütlich wäre, gelegentlich hat man aber den Eindruck, dass das Gestell mit dem Motor nicht mitkommt. 235 PS beißen doch ordentlich an, da hat das Fahrgestell alle Reifen voll zu tun, die Fortbewegung auch auf den Boden zu bringen. Hundertprozentige Traktion ist bei forschem Antritt nicht gewährt. Aber Spaß macht das Fahren mit der Giulietta allemal, gerade auch deshalb, dem Kleeblatt sei es gedankt.

Das Kleeblatt nimmt übrigens eine alte Tradition auf: Es war 1923, als Alfa-Werkfahrer Ugo Sivocci mit der Nummer 13 an den Start gehen musste. Kein gutes Omen. Sein Mechaniker malte daraufhin ein Kleeblatt auf die Motorhaube - und, erraten, Sivocci gewann das Rennen. (Michael Völker/DER STANDARD/Automobil/08.04.2011)

Share if you care