Klich gegen Klich

Verteidigungsminister soll Smolensk-Ermittlungen beeinflusst haben

8. April 2011, 13:33

Bogdan Klich dementiert und droht Edmund Klich mit Klage - Komorowski und Medwedew am Montag in Smolensk

Warschau- Der polnische Verteidigungsminister Bogdan Klich ist mit Vorwürfen der Einflussnahme bei den Ermittlung zum Smolensk-Unglück konfrontiert. "Verteidigungsminister Bogdan Klich versuchte, mich zu beeinflussen. Er wollte, dass ich mich nur darauf konzentriere, warum die Russen den Militärflugplatz bei Smolensk nicht geschlossen haben", erklärte der polnische Vertreter beim russischen "Zwischenstaatlichen Luftfahrt-Komitee" (MAK), Edmund Klich, gegenüber dem Fernsehsender TVN24. Er betonte, dass die Frage der Verantwortung der russischen Fluglotsen für den Absturz der polnischen Regierungsmaschine am 10. April 2010 zwar eines der Ermittlungsthemen, "aber nicht das wichtigste Thema" war.

Edmund Klich sagte, dass er dem Druck des Ministers nicht nachgekommen sei. "Ich wollte nicht zulassen, dass die Russen den Eindruck bekommen, dass wir angekommen sind, um nur bei ihnen die Ursachen zu suchen", sagte er.

Der Minister weist das zurück und nennt die Vorwürfe Edmund Klichs "Verleumdung" und droht mit einer Gerichtsklage. Er behauptet, dass der polnische Akkreditierte bei dem MAK bei der Ermittlung frei agieren konnte. "Als er in Smolensk war, konnte er unbegrenzt alle Ursachen der Katastrophe untersuchen", sagte Bogdan Klich gegenüber der Agentur PAP. 

Komorowski und Medwedew am Montag in Smolensk

 

Vor dem ersten Jahrestag des Absturzes einer polnischen Regierungsmaschine am Sonntag hat der polnische Präsident Bronislaw Komorowski zu einer Fortsetzung der historischen Versöhnung mit Russland aufgerufen. "Die polnisch-russischen Beziehungen sind voller Schmerz, Blut und Feindschaft", deshalb könnten sie leicht für politische "Manipulationen" missbraucht werden, erklärte der Präsident. "Es ist immer schwieriger, Versöhnung und Zusammenarbeit zu schaffen, als Angst zu machen", so das Staatsoberhaupt.

Komorowski bezog seinen Appell ausdrücklich auf die Auseinandersetzung um das Flugzeugunglück im russischen Smolensk, bei dem sein Amtsvorgänger Lech Kaczynski und alle 95 weiteren Passagiere ums Leben kamen. Russische und polnische Experten werfen sich gegenseitig vor, die Aufklärung der Ursachen zu behindern und die Verantwortung auf der jeweils anderen Seite zu suchen. Er hoffe, dass die polnische Staatsanwaltschaft die für ihre Ermittlungen nötigen Dokumente aus Moskau bekomme, so Komorowski. Er beurteile seine Zusammenarbeit mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew positiv: "Alles zeugt davon, dass ihm an guten Beziehungen zu Polen viel liegt", sagte das Staatsoberhaupt.

Komorowski und Medwedew werden am Montag in Smolensk zusammentreffen. Dort werden sie über ein Denkmal für die Opfer der Tragödie sprechen. Außerdem werden die Präsidenten Katyn besuchen, wo 1940 Tausende Polen vom Sowjet-Geheimdienst NKWD erschossen wurden. Komorowski betonte die symbolische Bedeutung dieses Schrittes, denn "zum ersten Mal treffen die Staatsoberhäupter unserer beiden Staaten an den Gräbern der vom NKWD ermordeten Offiziere zusammen". Das Flugzeug, das im vergangenen Jahr abstürzte, sollte die Passagiere zu einer Gedenkfeier in Katyn bringen.

Bei dem Crash kamen am 10. April des Vorjahres alle 96 Insassen der Maschine ums Leben, darunter der polnische Präsident Lecht Kaczynski, dessen Ehefrau und zahlreiche weitere hohe Staatsfunktionäre. Über die Unglücksursachen herrscht auch fast ein Jahr nach der Katastrophe noch Uneinigkeit.

Das MAK veröffentlichte Mitte Jänner 2011 seinen Abschlussbericht zu dem Absturz. Der Bericht sieht die Verantwortung für das Unglück allein auf polnischer Seite - insbesondere bei den Piloten, die trotz dichten Nebels einen Landeversuch unternahmen. Eine von polnischer Seite vermutete Mitverantwortung der Fluglotsen am Flughafen in Smolensk schließt der MAK-Bericht aus. Die Fluglotsen hatten den Flugplatz trotz schlechten Wetters nicht geschlossen und den Piloten bis kurz vor dem Unglück signalisiert, auf dem richtigen Kurs zu sein.

Eine polnische Untersuchungskommission unter der Leitung von Innenminister Jerzy Miller bereitet derzeit einen eigenen Bericht zum Flugzeugabsturz vor. Er soll im April oder Mai veröffentlicht werden. (APA)

jaen-dos
21
"Die polnisch-russischen Beziehungen sind voller Schmerz, Blut und Feindschaft"

etwas Wahres ist schon drin, nur das ist die Sicht der Polen, nicht Russen... Man soll als Russe was von Zbigniew Brzezinski lesen, ist quasi Liebeserklärung... Wollt ihr immernoch Stückhen Sibirien? Ah ne, es war die Tschechin Albright

Andrei Tchoubrikov
21
10.4.2011, 17:44
Gegenrechnungen an Windmuehlen ?

"Als Russe" koennte man leicht den Polen eine lange Gegenrechnung voller "Schmerz, Blut und Feindschaft" praesentieren...
Das Schicksal der Kriegsgefangenen nach dem "Wunder an der Weichsel", die Okkupation russischer Gebiete ueber mehrere Jahrhunderte (inkl. Galizien 300 Jahre mit brutalster Unterdrueckung 1921-1939 - Niederbrennen von orthodoxen Kirchen uvm), die Zusammenarbeit mit Napoleon, Hitler, dem Vatikan und jeglichem Feindeszug gegen Russland... usw usf.

Und ? Was soll sowas bringen... was hat es Polen je gebracht ? Polen braucht mal die eigene Geschichte (halbwegs nuechtern) aufgearbeitet bekommen, und diese dann so endlich akzeptieren !

Wlodzimierz Burdajewicz2
00
11.4.2011, 15:35
die Zusammenarbeit mit Napoleon, Hitler, dem Vatikan

lernen Sie Geschichte. Zusammen Arbeit mit Hitler. August 1939 und Molotow /Ribentropp Pakt sagt guten Morgen. Überfall auf Polen 17 september 1939 sind Russen dabei. Katyn, Kozielsk und 22 000 ermordete, polnische Intelligenz Angehörigen aber auch russische Staatsbürger. Meine Schwiger Eltern kommen aus Galizien oder besser bekannt aus Brody. Führten müssten Sie sich nur von den Russen. Russische Gefangene nach dem Krieg gegen Polen wurden in Gefangenen Lager an Krankheiten verstorben und nicht mit einem Makarow im Genick. Im übrigen auch polnische Kommunisten haben unter Pilsudski gelitten. Hätten Russen nicht Polen aufgeteilt wäre auch nicht notwendig mit Napolen gegen Russland zu marschieren. An das Joch der SU brauche nicht erinnern.

D.S.1
00
29.6.2011, 16:52
An das Joch der SU brauche nicht erinnern.

Das Joch der SU erinnert aber viele an den Polen Feliks Dzierzynski, dem Erschaffer und Chef Geheimpolizei Tscheka, später GPU und NKWD, danach KGB!

schlechter Gutmensch
02
das sind ja schon...

... beinahe österreichische Zustände....
*schauder*

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