Wiener Börse am Freitag: ATX schließt im Plus

8. April 2011, 18:29
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AMAG rutschen um 5,84 Prozent ab - Raiffeisen Bank mit Milliardengewinn 2010

Wien - Die Wiener Börse hat die Sitzung am Freitag bei durchschnittlichem Volumen mit höheren Notierungen beendet. Der ATX stieg 21,07 Punkte oder 0,73 Prozent auf 2.903,21 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund zwei Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.905 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -0,04 Prozent, DAX/Frankfurt +0,53 Prozent, FTSE/London +0,80 Prozent und CAC-40/Paris +0,83 Prozent.

Die europäischen Aktienmärkte haben eine spannende Börsenwoche mit freundlicher Tendenz ausklingen lassen. Die Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank sowie das Hilfsgesuch Portugals an den Euro-Rettungsschirm waren die Höhepunkte der vergangenen Tage. In Wien sorgten zum Wochenschluss die Geschäftsergebnisse der Raiffeisen Bank International (RBI) sowie das matte Börsendebüt der AMAG bei fast einem Drittel des gesamten Handelsvolumens für das Tagesgespräch.

Das mit Spannung erwartete Initial Public Offering (IPO) der oberösterreichischen Alu-Schmiede ist holprig über das Wiener Börsenparkett gegangen. Gegenüber dem ohnehin am unteren Ende der Preisspanne festgesetzten Ausgabekurs von 19 Euro rutschten die Titel an ihrem ersten Handelstag um 5,84 Prozent auf 17,89 Euro ab. Scharfe Kritik wurde indessen an den Leadmanagern des Börseganges, J.P. Morgan und BNP Paribas, laut. Die Kürzung von 17 auf 14 Mio. alte Aktien sei noch viel zu wenig gewesen, lautet die Beurteilung eines Händlers.

Die RBI hat 2010 wieder einen Milliardengewinn eingefahren und überraschte den Markt mit einem hohen Dividendenvorschlag. Das Geldhaus hat jedoch immer noch mit faulen Krediten in Osteuropa zu kämpfen, so ist in der Ukraine de facto jede dritte Kreditrückzahlung gefährdet. Die ungarische Tochterbank bilanzierte 2010 sogar in der Verlustzone.

"Der Dividendenvorschlag ist doppelt so hoch wie wir gerechnet haben", hieß es aus einem Wiener Handelsraum zur APA. Allerdings werteten Analysten dies als Zeichen, dass die Eigner, und somit die Raiffeisen-Landesbanken, Kapital brauchen. Der RBI-Vorstand hielt demgegenüber fest, dass man bloß am oberen Ende der zum Börsenstart angegebenen Ausschüttungsquote liege. Die RBI-Titel gingen um marginale 0,05 Prozent fester bei 39,45 Euro aus dem Handel.

Unter den Schwergewichten konnten sich voestalpine in einem starken europäischen Rohstoff- und Stahlsektor um 3,09 Prozent auf 34,00 Euro vorarbeiten. OMV-Papiere stiegen angesichts des aktuellen Höhenflugs der Rohölnotierungen um 1,62 Prozent auf 32,30 Euro. Erste Group verloren indessen 0,51 Prozent auf 35,74 Euro.

Eine Analystenstimme gab es von der Schweizer Großbank UBS zum Flughafen Wien. Das Kursziel wurde von 43 auf 40 Euro gesenkt und das Anlagevotum "Sell" bestätigt. Die Aktie rutschte im Verlauf ins Minus und schloss um 1,89 Prozent schwächer bei 43,40 Euro. Die Erste Group hat indessen das Intercell-Kursziel von 12 auf 10,50 Euro nach unten revidiert. Als zweitschwächster Wert hinter der AMAG gaben die Papiere des Impfstoffherstellers um 2,71 Prozent auf 8,19 Euro nach.

Die zehn größten Kursgewinner von Freitag:

1. S&T SYSTEM INT.&TECH. DISTR.AG +8,30 Prozent
2. POLYTEC HOLDING AG +6,46 Prozent
3. MIBA AG VZ KAT. B +4,14 Prozent
4. VOESTALPINE AG +3,09 Prozent
5. TEAK HOLZ INT. AG +2,42 Prozent
6. ZUMTOBEL AG +2,40 Prozent
7. PALFINGER AG +2,26 Prozent
8. VIENNA INSURANCE GROUP AG +1,78 Prozent
9. ATRIUM EUROP.REAL EST.LTD +1,75 Prozent
10. ANDRITZ AG +1,71 Prozent

Die zehn größten Kursverlierer von Freitag:

1. JOWOOD ENTERTAINMENT AG -4,26 Prozent
2. INTERCELL AG -2,71 Prozent
3. AGRANA BETEILIGUNGS-AG -2,38 Prozent
4. AT&S AUSTRIA TECH.&SYSTEMTECH. -2,28 Prozent
5. CENTURY CASINOS INC -2,22 Prozent
6. A-TEC INDUSTRIES AG -2,09 Prozent
7. KAPSCH TRAFFICCOM AG -2,09 Prozent
8. RHI AG -1,99 Prozent
9. DO&CO RESTAURANTS&CATERING AG -1,96 Prozent
10. FLUGHAFEN WIEN AG -1,89 Prozent

 

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