Software soll Senioren im Alter geistig fit halten

8. April 2011, 09:11
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Forschungseinrichtung Ceit testet mit Senioren die Praxistauglichkeit sogenannter Ambient-Assisted-Living-Lösungen

Was ist die richtige Reihenfolge beim Broteinkaufen? Zuerst in die Bäckerei gehen, das Brot bestellen, bezahlen und es nach Hause tragen. Richtig. Was für jüngere Menschen als Selbstverständlichkeit erscheint, kann für alte Menschen mitunter eine große Herausforderung sein.

Ambient-Assisted-Living-Lösungen

Wie sie dabei unterstützt werden können, ihr Leben möglichst lang selbst auf die Reihe zu bringen, damit beschäftigen sich die Projekte der Plattform Long Lasting Memories (LLM), die unter anderem im Living Lab Schwechat laufen. Hier testet die außeruniversitäre Forschungseinrichtung Ceit seit einigen Jahren gemeinsam mit Senioren die Praxistauglichkeit sogenannter Ambient-Assisted-Living-Lösungen (AAL).

Gedächtnistraining via Touchscreen

Parallel zu vier weiteren EU-Ländern wird in Österreich an einer Software gearbeitet, mit der alte und demente Menschen via Touchscreens ihr Gedächtnis trainieren sollen. Im Gegensatz zu handelsüblichen Gehirnjoggingprogrammen kann die Software an die Bedürfnisse der alten Menschen angepasst werden. Die Ergebnisse des Merktraining werden gespeichert und durch Therapeuten ausgewertet. Eine andere Anwendung beschäftigt sich damit, wie das Sturzrisiko älterer Menschen durch Training mit Spielkonsolen wie dem Wii Balance Board gemindert werden kann.

Übungsprogramme

"Ziel ist es, für Tageszentren, Senioren- oder Pflegeheime Lösungen zur Unterstützung der dortigen Übungsprogramme auf den Markt zu bringen", sagt Ceit-Leiter Walter Hlauschek. Ähnliches gibt es zwar bereits etwa für Menschen mit Behinderungen. Doch Senioren würden erst jetzt so richtig als Zielgruppe erkannt. Auch seien sie wesentlich kritischer und schwerer von der Nutzung moderner Technologien zu überzeugen. (kat/ DER STANDARD Printausgabe, 8. April 2011)

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