Königssohn verärgert den Premier

7. April 2011, 21:24
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Wegen unabgestimmten Reisen und Kontakte zu libyschen Diplomaten

Brüssel - Der belgische Prinz Laurent hat Regierungschef Yves Leterme durch unabgestimmte Reisen und Kontakte auch zu libyschen Diplomaten verärgert. Verschiedene Aktivitäten des zweiten Sohns von König Albert II. seien "mit dem Status des Prinzen unvereinbar", sagte Leterme am Donnerstag vor dem Parlament in Brüssel. Leterme will Laurent demnach am Freitag persönlich ermahnen.

Der 47-jährige Prinz Laurent steht seit Tagen in der Kritik, weil er wiederholt Reisen unternommen und Kontakte gepflegt haben soll, ohne sich mit der Regierung und dem königlichen Palast abzustimmen - oder sogar gegen deren Willen. Die Regierung droht jetzt sogar, dem Prinzen seine jährliche Zuwendung in Höhe von 300.000 Euro aus der Staatskasse zu streichen, wenn er bei Kontakten mit dem Ausland nicht mehr Zurückhaltung und Vorsicht walten lässt.

Zunächst ging es um eine Reise des Prinzen für seine Umweltstiftung in die Demokratische Republik Kongo; da das Land früher belgische Kolonie war, sind die diplomatischen Beziehungen immer noch heikel. Am Donnerstag meldete dann die Zeitung "La Libre", dass Laurent auch in Libyen aktiv war. Er habe mit einem Sohn von Machthaber Muammar al-Gaddafi unter anderem Projekte gegen Wüstenbildung verfolgt. Nach deren Scheitern soll er vergangene Woche in Brüssel libysche Diplomaten getroffen haben, die ins Lager der Opposition gewechselt sind. (APA)

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