Eine Schnittstelle für drei Mega-Baustellen

7. April 2011, 18:38
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Auf Wiens Straßen wird wieder geflickt und gebaggert

Wien - Jedes Frühjahr präsentieren Stadt Wien und Asfinag gemeinsam die Highlights des Baustellensommers - ein Ritual, an dem auch die grüne Verkehrsstadträtin nicht vorbeikommt. Heuer referierte erstmals Maria Vassilakou über anstehende Verkehrsbehinderungen. Auf Wiens Straßen wird dieses Jahr besonders viel geflickt und gebaggert. 13.400 Baustellen und Aufgrabungen gibt es, Auswirkungen auf den Verkehr haben davon planmäßig 334. Im vergangenen Jahr waren es 285.

Die größten Brocken sind die Hanssonkurve auf der Südostangente, die Autobahn-Anschlussstelle am Landstraßer Gürtel sowie die Erneuerung von Wiedner Gürtel und Matzleinsdorfer Platz aufgrund der Errichtung des neuen Hauptbahnhofs.

Für diese drei Großprojekte hat Vassilakou einen eigenen Koordinator installiert: Peter Lux, Mitarbeiter der MA 28 (Straßenbau), soll als Schnittstelle zwischen Asfinag, diversen Magistratsabteilungen und den Wiener Linien fungieren.

Es wird eng auf der Tangente

Auf der Südosttangente werden die Spuren in der Hanssonkurve verengt geführt, ab Sommer 2011 soll in beiden Fahrtrichtungen jeweils eine Spur komplett gesperrt sein. Die Sanierung wird gänzlich von der Asfinag finanziert.

In die A23-Anschlussstelle am Landstraßer Gürtel investiert hingegen auch die Stadt, das Projekt soll insgesamt 101 Millionen Euro kosten. Das Kreuzungsplateau wird untertunnelt, der Verkehr muss deshalb ab Juni über ein Provisorium am Eurogate-Areal geführt werden. Ab Juli ist das Abbiegen von der A23 in die Landstraßer Hauptstraße voraussichtlich für ein Jahr nicht mehr möglich.

Aufgrund der Straßenarbeiten für den neuen Hauptbahnhof falllen am Wiedner Gürtel zwischen Prinz-Eugen-Straße und Südtiroler Platz immer wieder Fahrstreifen aus. Am Matzleinsdorfer Platz wird die Fahrbahn erneuert und eine Radverbindung über die Triester Brücke errichtet. Dafür müssen die Abbiegespuren teilweise gesperrt werden.

Rund um diese drei Großprojekte gilt laut Vassilakou das Prinzip Baustellenfreiheit. "Wir müssen sicher stellen, dass wichtige Ausweichrouten weitgehend frei von den Verkehr behindernden Baustellen bleiben", sagt die Verkehrsstadträtin.

Kein Durchkommen gibt es hingegen für einige Zeit rund um die Kreuzung Linzer Straße / Johnstraße. Dort wird das Plateau erneuert. Die Felberstraße muss deswegen ab Juli für ein paar Monate gesperrt werden, die Linzer Straße auf Höhe des Technischen Museums ist nur halbseitig befahrbar. In der Lehmanngasse wird derweil der "Liesinger Anger" zum Freizeitareal umgestaltet. Weshalb es eine Reihe lokaler Umleitungen - auch für die Autobuslinie 60A - geben wird.

Die Stadt steckt insgesamt 137 Millionen Euro ins Straßennetz, weitere 78 Millionen kommen von der Asfinag. (stem, DER STANDARD Printausgabe, 8.4.2011)

  • 334 Baustellen wirken sich heuer verkehrsbehindernd aus, die Verkehrsstadträtin hofft, dass Autofahrer auf Öffis umsteigen
    foto: standard/fischer

    334 Baustellen wirken sich heuer verkehrsbehindernd aus, die Verkehrsstadträtin hofft, dass Autofahrer auf Öffis umsteigen

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    grafik: stadt wien
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