Zehn Monate Haft für Ehefrau, die Mann Messer in die Brust stach

7. April 2011, 17:02
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Davon drei Teile unbedingt - Schuldspruch wegen schwerer Körperverletzung rechtskräftig

Wien - Eine 48-jährige Kindergarten-Helferin, die am 17. Juli 2010 in Wien-Simmering ihrem mittlerweile geschiedenen Ehemann ein Küchenmesser mit einer Klingenlänge von 20 Zentimeter in die Brust gestochen hatte, ist am Donnerstag im Straflandesgericht zu zehn Monaten teilbedingter Haft verurteilt worden. Die Entscheidung ist bereits rechtskräftig.

Die Geschworenen verneinten einstimmig die auf versuchten Mord lautenden Anklage und befanden die Frau der schweren Körperverletzung für schuldig. Von den zehn Monaten wurden sieben auf Bewährung ausgesprochen, sodass die Angeklagte, die weit mehr als den unbedingten Strafteil in der U-Haft abgesessen hat, noch am Donnerstagabend auf freien Fuß gesetzt wurde.

"Gewisse Provokation"

Mildernd waren neben dem Geständnis und der bisherigen Unbescholtenheit "die psychische Ausnahmesituation" sowie "eine gewisse Provokation durch das Tatopfer", wie Richterin Susanne Lehr in der Urteilsbegründung ausführte.

Dem inkriminierten Angriff war ein Streit vorausgegangen. Sie habe ihn zunächst mit der Waffe bedrohen wollen, "damit er aufhört mit dem Streit, eine Ruhe gibt, sich hinlegt", gab die Angeklagte zu Protokoll. Doch der Mann habe sie nicht ernst genommen ihr "Stich doch zu, du traust dich eh nicht!" beschieden. Da habe sie von der Waffe Gebrauch gemacht, "weil ich so außer mir war und ich geglaubt hab', dass er mich wieder herumstößt."

Nach der Tat rief die Frau sofort die Rettung an, versorgte die Wunde mit einem Handtuch. Dank rascher ärztlicher Hilfe überlebte der Ehemann, der im Anschluss die Scheidung einreichte.  (APA)

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