Entschädigung für Greuel der Kolonialzeit gefordert

7. April 2011, 16:11

Britisches Außenministerium erklärt sich für nicht zuständig

London - Großbritannien wird von den Grausamkeiten seiner einstigen Kolonialherrschaft eingeholt: Vier ältere Menschen aus Kenia sind am Donnerstag in London vor Gericht gezogen, weil sie zum Ende der Kolonialzeit in ihrem Heimatland von den Kolonialherren gefoltert worden seien. Der High Court hat acht Verhandlungstage angesetzt.

Das britische Außenministerium erklärte sich für die Ansprüche der Kläger für nicht zuständig. Juristisch habe der kenianische Staat die Rechtsnachfolge der ehemaligen Kolonie angetreten. Anwälte der Kläger bezeichneten diese Rechtsauffassung als "zynisch".

In Kenia hatten Aufständische in den 1950er Jahren ihr Land von den Kolonialherren zurückgefordert und den "Mau-Mau"-Krieg begonnen. Der Aufstand von 1952 bis zur Unabhängigkeit 1963 wurde zum blutigsten Kolonialkrieg der Briten. Nach Angaben der kenianischen Regierung und kenianischer Menschenrechtsorganisationen wurden damals 90.000 Kenianer hingerichtet, gefoltert oder verstümmelt. 160.000 Menschen wurden eingesperrt. (APA)

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16 Postings
Der Kluge
00
12.6.2011, 03:35

Enteignungen, Massaker, Internierungslager für ganzer Volksstämme...

Die Verbrechen der englischen Kolonialgeschichte wurden niemals aufgearbeitet.

Dass diverse afrikanischen Widerstandsbewegungen auch grauenhafte Verbrechen begangen haben soll nicht kleingeredet werden, ist dennoch irrelevant.

Johannes Benn
11
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einerseits kommt man wohl zu keinem ende, wenn man alle kriege der letzten hundert jahre jetzt versuchen würde in prozessen und mit entschädigungen aufzuarbeiten, andererseits haben die kläger selbstverständlich ein anrecht auf eine verhandlung.
die brieten ziehen sich etwas leicht aus der affäre

Johannes Benn
00
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briten sollte es heißen

mayflower2
12
GB und fair play,hahahahahahahahahahahaha

W.Hammerl
22

Na hoffentlich wird Kenia auch die von den Mau-Mau Anhängern massakrierten Familien und Missionare entschädigen.

Johannes Benn
20
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das fände die kenianische regierung wahrscheinlich "zynisch"

papst benedikt
02

ach ja? und die familien der vom jüdischen oder polnischen widerstand getöteten nazis vor 70 jahren sollen dann wohl auch entschädigt werden?
mir scheint, sie verwechseln hier was und betreiben täter-opfer umkehr. meines wissens nach hat kein kenianer, die briten, ihre familien und missionare eingeladen, das land zu besetzen und seine einwohner zu unterdrücken...

_Mickey_
016
möchte ich sehen

was wohl passiert wenn deutschland und österreich erklären, dass Auschwitz in polen liegt und somit polen der verantwortliche rechtsnachfolger für entschädigungen ist.

Aguirre74
 
07

Der Unterschied ist, dass GB zwei Kriege gewonnen hat, wobei GB am ersten nicht ganz unbeteiligt war, dass er überhaupt ausgebrochen ist.

guiwa
02

und am zweiten vielleicht nicht?

Aguirre74
 
00

Beim zweiten eher passiv, durch Nichtstun. Der erste hätte relativ leicht vermieden werden können, wenn GB rechtzeitig klar Stellung bezogen hätte. Gegen GB, F und Russland wäre Deutschland wohl nie marschiert. Außerdem hatte GB im ersten WK mehr zu gewinnen als im zweiten: die deutschen Kolonien und vor allem die wirtschaftliche Vormacht, die GB gerade im Begriff war zu verlieren.

Veles
12
Was heisst nichts tun ?

Es ist ein geschichtlicher Fakt dass GB u F Deutschland den Krieg erklärt haben .

Aguirre74
 
00

Nur weil ein Land einem anderen den Krieg erklärt, heißt das noch nicht, dass es kausal darauf hingearbeitet hat. GB hat im zweiten eher den Fehler gemacht, Hitler nicht sofort die Grenzen aufzuzeigen. Im ersten war mE GB wesentlich mehr an einem Krieg interessiert und die Rolle etwas dubios (wir bleiben neutral, wir bleiben vielleicht neutral, nein wir bleiben doch nicht neutral).

another_stranger_me
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aguirre spielt vermutlich darauf an, dass GB nie erkannt hat, welches potential in den spannungen auf dem europ. kontinent steckt - wobei das wohl kaum jemand gesehen hat

mit hitler an der macht war es dann eigentlich schon zu spät - dessen gesammte politik war auf krieg ausgelegt, angefangen von der finanz- über die wirtschafts- bis hin zur außenpolitik

Michael Tropper
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Appeasement Policy

http://de.wikipedia.org/wiki/Appe... nt-Politik

Chamberlain fasst Hiterl-Deutschland damals mit Samthandschuhen an um nur ja keinen Konflikt entstehen zu lassen und hat dadurch gewollt oder ungewollt eine Eskalation erst ermöglicht, weil Hitler dadurch mehr und mehr verlangen konnte bzw. sich genommen hat.

Agnostiker1
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Das fällt denen aber früh ein.

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