Deutscher Bundestag unterstützt Reform der Deutschen Welle

7. April 2011, 14:58
posten

Auslandssender setzt künftig vor allem auf Fernsehen und Internet

Die Deutsche Welle (DW) will ihr weltweites Angebot in einer umfassenden Reform neu ausrichten. Der vom Bund finanzierte Auslandssender setzt künftig vor allem auf Fernsehen sowie Internet und Mobilfunk statt auf Radio. Er folgt damit auch der rasant veränderten internationalen Mediennutzung. Außerdem will der Sender das Schwergewicht auf einige Kernregionen legen. Nach der deutschen Regierung unterstützte am Donnerstag auch der Bundestag die neue Strategie. Insgesamt soll sich der Sender nach dem Willen von Regierung und Bundestag auch nach den Interessen der deutschen Außenpolitik richten und weiter auf einer sicheren finanziellen Basis stehen.

Der öffentlich-rechtliche Sender unter Aufsicht der Regierung muss aber bei steigenden Kosten unterm Strich mit weniger Geld auskommen und auch beim Personal sparen. Das Programm soll auf Regionen konzentriert werden, die auch für die deutsche Außenpolitik wichtig sind. Dazu zählen vor allem der arabisch-sprachige Raum, Afrika, Lateinamerika, Afghanistan, Russland und China. Als Sprache soll beim Fernsehen Englisch im Vordergrund stehen.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sagte im Bundestag, die DW sei die "mediale Visitenkarte" Deutschlands in der Welt. Eine verstärkte Kooperation der DW mit ARD, ZDF und Deutschlandradio könne auch die Qualität bei vertretbaren Kosten verbessern. Trotz Sparmaßnahmen im Bundeshaushalt würden die Mittel für den Sender (in diesem Jahr rund 273 Millionen Euro aus dem Etat des Kulturstaatsministers) im wesentlichen beibehalten. "Wir stehen zu unserem Ziel, die Präsenz Deutschlands mit der Deutschen Welle zu erhalten und wenn möglich zu verbessern." (APA)

Share if you care.