Regierungstruppen zogen offenbar Hubschrauber, Panzer und schwere Waffen zusammen
New York - Bei der von Hollywood-Star George Clooney
initiierten Satellitenüberwachung im Sudan ist ein bedrohlicher
Truppenaufmarsch entdeckt worden. Rund um die zwischen dem Norden und
dem Süden umstrittene Region Abyei hätten Regierungstruppen
Kampfhubschrauber, Kampfpanzer und andere schwere Waffen
zusammengezogen, hieß es am Donnerstag in New York vom "Satellite
Sentinel Project". Bei den Waffen handle es sich um russische
T-55-Kampfpanzer und Mi-24-Hubschrauber.
Die Verbände stünden etwa 100 Kilometer vor der Grenze Abyeis und
175 Kilometer vor der Provinzhauptstadt gleichen Namens. Damit
stünden Einheiten bereit, die die südsudanesischen Truppen überrennen
könnten. Das Projekt fordert internationalen Druck auf Khartum, damit
die Soldaten des Nordens im April nicht angreifen. Im Mai mache dann
starker Regen Truppenbewegungen fast unmöglich.
Der arabisch geprägte Norden und der "schwarze" Süden, dessen
Bewohner im Jänner in einem Referendum für die Unabhängigkeit ihres
Landesteils gestimmt hatten, streiten sich seit langem um Abyei.
Clooney ("Up in the Air") hatte Ende vergangenen Jahres die
UN-Agentur UNOSAT, Google und Harvard-Experten überredet, den Sudan
mit Satellitenbildern aus 500 Kilometern Höhe zu überwachen. Massaker
oder einfach nur Truppenverschiebungen könnten 24 Stunden später von
der ganzen Welt auf der Internetseite von UNOSAT gesehen werden. "Wir
sind die Anti-Völkermord-Paparazzi", hatte Clooney gesagt. Der
Südsudan wird im Juli unabhängig, zuvor müssen sich Nord und Süd noch
über den genauen Grenzverlauf einigen. (APA)