E-Control pocht auf Förderdeckel

7. April 2011, 14:18
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Wien - Die E-Control bricht eine Lanze für die Begrenzung der Ökostrom-Förderung: "Die Erfahrung aus Deutschland hat uns gezeigt, dass es dort, wo es keinen Förderdeckel gibt, zu falschen Anreizen kommt. Wer die Abschaffung einer Deckelung fordert, muss konsequenterweise argumentieren, dass auch die Belastung für Haushalte und Industrie entsprechend steigt", sagt der neue E-Control-Geschäftsführer Martin Graf. In Deutschland finanziere jeder Haushalt den Ökostrom mit 100 bis 120 Euro pro Jahr, in Österreich liege dieser Beitrag bei 35 Euro.

Den vorliegenden Entwurf für die Ökostrom-Novelle halte er für gut, weil er mehr Geld für den grünen Strom und eine transparentere Finanzierung vorsehe, sagte Graf am Donnerstag in einem Interview mit der APA. Vom Ausbau der erneuerbaren Energien abgesehen, müsse man sich stark um eine höhere Energieeffizienz bemühen. Die E-Control wird bis Anfang Mai zu dem geplanten Ökostrom-Gesetz Stellung nehmen.

"Umfassende Diskussion"

Die Aufteilung der geplanten Neuförderungen in Höhe von 30 Mio. Euro pro Jahr heißt man beim Energieregulator prinzipiell gut,. Die Förderungen für Windkraft (14 Mio. Euro) und Kleinwasserkraft (3,5 Mio. Euro) seien okay, eine "umfassende Diskussion" werde man aber beim Thema Biomasse und Biogas (geplant: 9 Mio. Euro) führen müssen, sagte Graf.

Bei der Photovoltaik hat man in Deutschland laut E-Control mit fünf Milliarden Euro Subventionen einen Photovoltaik-Anteil von lediglich einem Prozent der Gesamtproduktion erreicht. "Wir brauchen aber einen optimalen Mitteleinsatz, das heißt, wir wollen mit begrenzten Budgetmitteln das Optimum erreichen."

Christian Schönbauer, der Ökostrom-Spezialist der E-Control sieht auch die Gefahr einer Überförderung der Photovoltaik im Ökostromgesetz und plädiert für eine Umstellung der Förderung auf Investitionszuschüsse wie beim Klima- und Energiefonds.

Graf tritt für die Beibehaltung bzw. für die Neugestaltung der Kostenbegrenzung für die energieintensive Industrie ein, will aber Wirtschaftsinteressen mit jenen der Konsumenten "ausbalancieren": "Für einen kleinen Haushalt sind sehr hohe Fixbeträge natürlich eine ungleich höhere Belastung, da muss man auf die soziale Verträglichkeit achten und diese Balance zwischen den Interessen herstellen", sagte Graf. (APA)

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