Josef Kerbl wird Chef des Landeskriminalamtes

7. April 2011, 13:37
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Der Nachfolger von Alfred Tikal war bisher Chefverhandler des Bundeskriminalamtes

Wien - Josef Kerbl wird der Chef des Landeskriminalamtes Wien (LKA). Er folgt Alfred Tikal nach, der mit 1. April in den Ruhestand getreten ist. Die Entscheidung fiel im Schnellverfahren: Erst am Dienstag war die Kommission zusammengetreten, die einen Dreiervorschlag an die Entscheidungsträger zu erstellen hatte, dabei war Kerbl erstgereiht worden. Am 11. April tritt er sein Amt offiziell an.

Landespolizeikommandant Karl Mahrer zufolge ist die Entscheidung mit den Personalvertretern abgestimmt und vom Innenministerium genehmigt worden.

Kerbl war seit 1. März 2006 Referatsleiter der Verhandlungsgruppen im Bundeskriminalamt. Am 1. April 1983 trat er in den Sicherheitswachedienst der Bundespolizeidirektion Wien ein und absolvierte 1989 die Ausbildung zum Kriminalbeamten. Der gebürtige Niederösterreicher war lange Jahre im damaligen Wiener Sicherheitsbüro tätig, ehe er 1995 mit der Offiziersausbildung begann. Danach arbeitete er für die damalige Abteilung I, die Staatspolizei, ehe er 2001 als Referatsleiter ins Sicherheitsbüro, das spätere Landeskriminalamt, zurückkehrte.

Mit Kerbl waren Michael Mimra und Wolfgang Haupt, die bisherigen Stellvertreter Tikals, ex aequo als zweite in den Dreiervorschlag der Kommission aufgenommen worden. Insider wollen wissen, dass Landespolizeikommandant Karl Mahrer Haupt bevorzugt haben dürfte. Mahrer gilt als ÖVP-naher Beamter, der aber auch über ausgezeichnete Kontakte ins Rathaus verfügt. Mimras Karten galten bei Mahrer als eher schlecht, den beiden werden Differenzen nachgesagt. Seinen Favoriten Haupt durchzubringen dürfte sich wiederum für den Landespolizeikommandanten als politisch unmöglich herausgestellt haben. Kolportiert wurde in Polizeikreisen auch, dass für Mimra im Gegenzug ein Generalmajors-Planposten im Bundeskriminalamt geschaffen werden soll.

Informierte Kreise wollten darüber hinaus wissen, dass sich Kerbl auch gegen harte Konkurrenz im Bundeskriminalamt durchsetzen musste. Unter den Bewerbern soll sich Menschenhandel-Referatsleiter Gerald Tatzgern befunden haben, er wurde von der Kommission letztlich aber nicht berücksichtigt. (APA)

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