Arbeitsmarktöffnung bringt 900 Millionen über zehn Jahre

07. April 2011 13:33

Deutsche Studie: Wegen Überalterung der Bevölkerung brauchen Deutschland und Österreich immer mehr Zuwanderer, aus Osteuropa kommen immer weniger

Wien - Die Öffnung des heimischen Arbeitsmarktes für Jobsuchende aus den osteuropäischen EU-Staaten am 1. Mai wird positive Effekte auf die österreichische Wirtschaft haben - diese werden allerdings sehr klein sein. Über zehn Jahre dürfte sich ein positiver Nettoeffekt von 900 Mio. Euro einstellen, hat Timo Baas vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der deutschen Bundesagentur für Arbeit errechnet.

Österreich - wie auch Deutschland - hätte ruhig schon 2009 den Arbeitsmarkt öffnen können, sagte Baas am Donnerstag in Wien in einem Pressegespräch. Die deutschsprachigen Länder geraten durch die spätere Akzeptanz von Arbeitskräften aus den acht Staaten, die 2004 der EU beigetreten sind, gegenüber Großbritannien oder Irland ins Hintertreffen. Viele Migrationswillige sind schon weg, Englisch hat als Fremdsprache gegenüber Deutsch gewonnen. Auch habe das britische Bildungssystem einen besseren Ruf als das Deutsche, das ziehe besonders motivierte und Bildungsorientierte Menschen auf die Insel.

Insgesamt werde die Auswirkung der offenen Arbeitsmärkte überbewertet, meint Baas. Die Migration nach der Osterweiterung der EU habe in keinem der inzwischen 27 Staaten zu dramatischen Effekten geführt. Schon alleine wegen der "demografischen Entwicklung", also der Überalterung der Bevölkerung, werden einerseits Deutschland und Österreich dringend Arbeitskräfte brauchen, um Probleme im Sozialsystem zu vermeiden. Andererseits wird die Zahl der Wanderungswilligen in Osteuropa abnehmen.

Bisher waren Arbeitsmigranten relativ jung und gut qualifiziert, sagt Baas. Da die meisten Migranten nur drei bis vier Jahre bleiben, tragen sie mehr ins Sozialsystem ein, als sie beanspruchen. (APA)

jo eh
10.04.2011 21:03
und weil arbeitskräfte so "dringend gebraucht" werden,

finden zunehmend mehr arbeitslose über 40 keinen job, obwohl gut qualifiziert und arbeitswillig und
werden immer weniger jugendlichen seriöse perspektiven am arbeitsmarkt angeboten?
offenbar ist die weitere erosion des arbeitsmarktes und der gesellschaft überhaupt erwünscht (sinkende löhne, steigende armut, rauere lebensbedingungen und soziale konflikte - mit einem wort: sozialdarwinismus als gesellschaftskonzept zum vorteil der wirtschaftlichen und politischen eliten).

derartige aussagen sind ein schlag ins gesicht von millionen hartz IV-empfängern und 1€-jobbern. zynismus pur.

Keyser
07.04.2011 18:59

Und diese benötigten Arbeitskräfte wären schon jetzt vorhanden, aber dieses Problem ist ja hausgemacht. Wenn niemand ausbilden will, wenn die gebildeten nicht gebraucht werden - weil sie für einen Apfel und ein Ei nicht arbeiten gehen wollen, zu teuer, zu alt, zu jung sind, und Arbeitslose eher verwaltet werden, werden ganz dringend welche aus den anderen EU-Staaten gebraucht. Die Wirtschaft wird sich freuen, auch wenn nicht im Ansatz genug kommen werden, denn die mit hoher Bildung wären schon längst da. Und die ungebildeten, sind anderswo, wo sie ein besseres Auskommen finden als in D / Österreich.

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