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Welches Sackerl darf's denn sein? "Gerade im Bereich Verpackung muss 'bio' nicht gegen jede Logik sein", sagt Verpackungsgroßhändler Albin Lintner.
Der Kampf um das Plastiksackerl ist schon längst in vollem Gange. Nicht erst, seitdem Italien im vergangenen Jahr die Tragetasche aus Kunststoff endgültig verboten hat, werden auch hierzulande die Stimmen, die nach einer Verbannung der Tüte rufen, wieder lauter. Zuletzt waren es die Steirer, die sich dafür aussprachen. Und auch der Handel reagiert mit zahlreichen Alternativen zum schnöden Plastiksack - dm verschenkt Bonuspunkte für das "Nein zum Sackerl" und verleiht gegen Pfand Stofftaschen; Spar tauscht demnächst in allen Filialen seine Plastiksackerl gegen Bioplastiktaschen aus; Rewe lässt den Kunden wählen: Papier, Plastik oder Bio-Sackerl.
Für die Wahlmöglichkeit und gegen ein Verbot von Plastiksackerln sprechen sich auch einhellig Harald Pilz, vom Beratungsunternehmen denkstatt und mehrere Vertreter des Verpackungsgroßhändlers Unterweger vor Journalisten in Wien aus. Albin Lintner, Geschäftsführer von Unterweger, findet deutliche Worte: "Wir glauben an die Mündigkeit des Konsumenten. Jeder Rohstoff hat seine Vor- und Nachteile, gerade im Bereich Verpackung muss 'bio' nicht gegen jede Logik sein." Vor allem, dass aus dem Thema Plastiksackerl politisches Kleingeld geschlagen wird, geht Lintner gegen den Strich.
Harald Pilz liefert für Lintners Aussage Unterfutter mit den Ergebnissen einer jüngst von der Austria Presse Agentur (APA) in Auftrag gegebenen Studie zum Thema "Tragetaschen" (zur Studie geht's hier). Bei herkömmlichen Plastiktragetaschen bringe beispielsweise Papier keine Verbesserung, da beide bezogen auf den Klimafußabdruck in etwa gleich abschneiden. Ein Grund dafür: In Österreich funktioniere die Entsorgung gut. Der Abfall werde energetisch, werkstofflich oder rohstofflich verwertet. Daher bezeichnet Pilz auch die italienische Lösung mit dem totalen Umstieg auf Bio-Plastiksackerl als "Schuss ins Knie": Die hohe Deponierungsrate Italiens führe zu einem wesentlich schlechteren Carbon Footprint durch das entweichende Methan bei der Kompostierung als dies bei herkömmlichem Plastik der Fall sei. Grundsätzlich liege laut Studie der Klimafußabdruck eines Bioplastiksackerls aus Mais- oder Erdäpfelstärke im Schnitt aber dennoch 20 bis 40 Prozent unter den "normalen" Tüten.
Papier gegen Plastik
Bei den Obstsackerl sei laut Pilz auf jeden Fall die Plastikvariante dem Papier vorzuziehen. Die Papierversion habe im Vergleich zu den dünnen Plastiksackerln einen 50 Prozent größeren Klimafußabdruck. Allerdings gebe es hier auch einen gravierenden Unterschied zwischen braunen und weißem Papier: Das gebleichte schneidet wesentlich schlechter ab als das braune. Obstsackerl aus Biokunststoff seien Pilz zufolge oft schwerer als die konventionellen, damit verschlechtere sich ihre Bilanz zusehends. Eine rationale Entscheidungsgrundlage für ein Plastiksackerlverbot sieht Pilz darin in der CO2-Bilanz der Produkte also nicht.
Auch bei Unterweger ist man sich sicher, dass die Rahmenbedingungen für umweltfreundliche Verpackung oder eben Plastiksackerl nicht durch Verbote zu erzielen seien. Dabei produziert das Unternehmen alle drei Varianten, macht also sowohl in Papier als auch in Plastik. Seit drei Jahren produziert Unterweger zudem ein Bio-Verpackungssortiment unter dem Namen "Greenline", die eine "echte Bio-Linie" sei. Das heißt, nicht nur auf die Verwendung nicht gentechnisch veränderter Rohstoffe achtet, sondern auch zu fairen Preisen und Bedingungen produziert.
Vor allem für den Cateringbereich versorgt das Unternehmen Kunden zum Beispiel mit Tellern aus Palmblätter oder Schalen aus Resten der Zuckerrohrproduktion. Diese sind sowohl für die Mikrowelle, als auch für den Ofen und die Tiefkühltruhe geeignet. Ohne Beschichtung, nur durch Erhitzung erreicht das Produkt seine Eigenschaften, "aus einem Abfallprodukt der Natur" betont Florian Weixelbraun, Produktmanager für "Greenline" bei Unterweger. Daneben gibt es auch durchsichtige Kunststoffbecher aus Maisstärke, die zwar nur maximal 50° Celsius an Temperatur aushalten, für den Sekt oder den Orangensaft bei der Party aber trotzdem ausreichen, oder Besteck aus kristallisierter Maisstärke. "Das alles verrottet binnen acht Wochen", hebt Weixelbraun hervor.
Bio-Linie ausbauen
Derzeit mache man mit der Bio-Linie cirka 15 Prozent des Gesamtgeschäfts bei Unterweger, in den nächsten drei Jahren will man den Umsatz verdoppeln. Auch im Bereich der Obst- und Gemüseverpackung durch Großhändler sei man unterwegs. Allerdings, schränkt Chef Peter Unterweger ein, man müsse hier auf die Kunden schon zugehen. Die große Nachfrage nach Bioverpackungen sei noch nicht wirklich zu spüren, was nicht zuletzt an den höheren Kosten liege. Für eine Zuckerrohr-Schale beispielsweise lägen die Kosten rund 30 Prozent höher als bei einer konventionellen Kunststoff-Schale.
Pilz zeigt sich vor allem überrascht darüber, dass das Thema Plastiksackerl so präsent ist: "Das Thema Verpackung wird in seiner Relation total überschätzt." 350 Millionen Einkaufssackerl werden in Österreich pro Jahr verwendet. Das entspricht cirka 7.000 Tonnen, davon entfallen ungefähr 1.500 Tonnen auf die Obst- bzw. Gemüsesackerl. Am gesamten Müll, der in Österreich in einem Jahr anfällt, machen die Plastiktaschen einen Anteil von knapp zwei Prozent aus. Die Umweltrelevanz sei laut Pilz also verschwindend klein: "Denken Sie das nächste Mal beim Autofahren daran, dass Sie alle 13 Kilometer den Plastiksackerlverbrauch eines ganzen Jahres verfahren haben." (rom, derStandard.at, 7.4.2011)
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Die Idee mit Stofftasche mit Pfand klingt nett. Grunsätzlich würde es reichen wenn jeder Supermarkt Stofftaschen anbietet und jeder von uns 1-2 davon herumträgt und eben mehrere bei einem Großeinkauf.
Nicht tausende Euros für die Diskussion verschwenden, einfach machen.
Kein Plastik.
Müll - Plastiksackerl haben einen Anteil von knapp zwei Prozent - weiter "Die Umweltrelevanz sei also verschwindend klein"
das bedeutet hier wird ein Problem erfunden
Italien hat ja offensichtlich mit der Müllentsorgung grundsätzlich ein Problem, das liegt aber nicht an den Plastiktragetaschen.
Ob Bio oder nicht ist vielleicht tatsächlich nebensächlicher als die Tatsache, dass die meisten Sackerl, vor allem die der Plastik-Variante, einfach "viel zu früh aus dem Leben scheiden", sprich einfach zu schnell weggeworfen werden.
Warum dieser Aspekt im Artikel nicht einmal Erwähnung findet, ist mir unbegreiflich.
sie können von einem verpackungsgroßhändler ja nicht erwarten das er solche empfehlungen gibt...die AMA empfiehlt den leuten ja auch nicht weniger fleisch zu essen...würden sich ja beide (um bei dem artikel zu bleiben) ins knie schießen....
...der Plastiksackerl ein bissi was an Schmiergeld nachgelegt?
Wenn wir die Erzeugung der Plastiksacker und die Belastung für die Umwelt, weil die Teile nicht verrotten, kostenwahr darstellen, kann es keine Diskussion darüber geben.
Statt Papier....Stofftasche und gar nicht wegschmeissen!
Müll ohne Sackerl in den Kübel, Kübel auswaschen...
Und: Plastikverpackung durch die altmodische aber viel schönere Variante (Butter-) Papier (wiederverwertbar) und Glas (kann wieder verwendet werden) ersetzten.
Aber da verliert die Öl-industrie/Mafia (kleiner Teil aber doch)...und geht ja wirklich nicht!
Wer aufmerksam umherfährt stellt immer häufiger eine Vermüllung der Landschaft fest. An vielen Straßenrändern, rund um Einkaufszentren, aber auch an vielen andern Orten findet sich Müll, besonders aus Einwegverpackungen (Plastikflaschen, Metalldosen), wobei die Plastiksackerl gar nicht so sehr hervortreten.
Wann werden endlich die Hersteller dieser oft unnötigen Verpackungen verpflichtet, ihre Produkte wieder aus der Landschaft zu entfernen? Aber es ist natürlich viel gewinnträchtiger möglichst viel davon zu verkaufen und der Allgemeinheit die Entsorgung zu überlassen!
oder doch "Raffiniertheit der Produzenten"?
Der Verpackungsmüll findet sich in der Landschaft - wer soll wegräumen? Ich möchte das jedenfalls nicht tun oder dafür bezahlen (wie derzeit wohl der Fall), ich entsoge meinen (wenigen) Müll schon richtig.
Die Produzenten müssen dazu verpflichtet werden, sie können ja IHRE Konsumenten ja entsprechend schulen und aufklären und so gescheiter machen!
Verpackung ist nicht grundsätzlich schlecht, sie hat die Aufgabe die Ware zu schützen, bzw. sie verkaufsfähig zu machen.
Es liegt dann am Käufer die Verpackung richtig zu entsorgen - so wie sie und ich selbst das auch machen.
Wer Müll aus dem Auto wirft od sonst wie in der Landschaft fallen läßt, der soll bestraft werden. Schulungen und "Aufklärung" ist zu wenig.
Schon jetzt gibt es Strafen für Umweltverschmutzung, trotzdem wird der Plastik- und Dosenmüll entlang von Straßen immer mehr. Es geht ja nicht grundsätzlich um Verpackung, es geht um Einwegverpackungen aus Plastik und Metall. Die verrotten nicht nach wenigen Tagen oder Wochen, die finden sich auch noch nach Jahren.
Dem Verursacherprinzip entsprechend müssen die Produzenten angehalten werden ihr Zeug wieder aus der Landschaft zu entfernen - wie, das ist ihre Sache. Mehrwegverpackung, Pfandsysteme oder halt Aufklärung ihrer Konsumenten. Und warum sollen Produzenten nicht eigene Putztrupps bezahlen, die den Müll wieder beseitigen - sie können ja die Kosten auf die Verpackung überwäzen, da habe ich nichts dagegen. Ich muss solche Produkte nic
wo machen wir denn das nicht ?
ein jammer von der politik bis in die kammer
nur mehr hirnis ohne allen
dem wähler tuts ger schon gefallen
der der im geiste arm und ned reich
der steht auf österreich
der jedoch im geiste hell
begreift welch in europa lachen schnell
der kleine bürger gar ned trist
solange er noch sein schnitzl frisst
der denker hat schon lang genug
vor politik und dessen lug
drum alle lesser hier und dort
wenns so weitergeht dann wirds ein idioten hort
"Plastik" aha. Kunststoff? Nie gehört.
Das Ende des Denkens ist mit dem carbon footprint erreicht. Ob die Rohstoffe zu Erzeugung des Sackerl fossiler Herkunft oder vielleicht doch nachwachsen spielt in der denkstatt in der hietzinger hauptstraße keine Rolle. Und das auch noch von der APA beauftragt.
Nachdem ich diverse Filme gesehen habe, sah ich "Plastik" mit anderen Augen und mir wird auch deutlich wie schwer es ist "schlechtes/unnötiges Plasitk" zu vermeiden.
Trailer:
www.youtube.com/watch?v=sVFvPUkciRs
Doku, die viele verschiedene Aspekte aufzeigt - von dem Recyclingproblem bis zu alternativen, verrottbaren Kunststoff:
www.youtube.com/watch?v=wYPzHEZYrx0
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