EU-Kommission finanziert Ländern Atom-Einstieg

7. April 2011, 11:38
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8,2 Millionen Euro für technische und rechtliche Hilfe für arabische Staaten, Philippinen und Vietnam

Brüssel - Die EU-Kommission ist finanziell am Einstieg in die Atomenergie für die arabischen Länder in Nordafrika, Philippinen und Vietnam beteiligt. Zwar betont die Brüsseler EU-Behörde, sie fördere nicht die Nuklearenergie. Über das "Instrument für nukleare Sicherheits-Zusammenarbeit" (INSC) leistete die EU-Kommission von 2008 bis 2010 aber Unterstützung in Höhe von insgesamt 8,2 Millionen Euro für technische und rechtliche Hilfe, Expertise in organisatorischen Fragen und Training für Mitarbeiter in den betreffenden Ländern, die bisher nicht über Atomkraftwerke verfügen.

Die nordafrikanischen Staaten verfügen derzeit über keine Atomkraftwerke, praktisch alle Länder von Marokko bis Saudi-Arabien verfolgen aber Pläne zum Aufbau von ziviler Atomtechnologie. Gleiches gilt für die geografisch weiter von der EU entfernten Staaten Vietnam und Philippinen.

2,5 Millionen für Ägypten, 2,2 für Jordanien

So erhielt Ägypten nach Angaben der EU-Kommission im Jahr 2008 aus dem INSC-Programm der EU 999.994 Euro zur Entwicklung und Stärkung der Kapazitäten der ägyptischen Atomenergiebehörde (EAEA) und für das nationale Zentrum für nukleare Sicherheit und Strahlenkontrolle (NCNSRC). 2010 erhielt Ägypten weitere 1,5 Millionen Euro für den Aufbau von Kapazitäten der nationalen Atomaufsichtsbehörde.

Jordanien wurde aus dem EU-Programm im Jahr 2008 mit 999.971 Euro unterstützt. Ziel war der Aufbau von Kapazitäten für die jordanische Nuklear-Regulierungskommission (JNRC). Im Jahr 2010 flossen weitere 1,2 Millionen Euro zu diesem Zweck an das Land.

Eine Million für Marokko, 1,5 für die Philippinen

Marokko erhielt aus dem EU-Programm im Jahr 2009 eine Million Euro für den Aufbau der marokkanischen Regulierungsbehörde (RA) sowie für seine technische Unterstützungsorganisation (TSO). Für technische Hilfe und Verbesserung des Rechtsrahmens für nukleare Sicherheit erhielten die Philippinen 2009 1,5 Millionen Euro, die Gelder flossen in den Aufbau der Regulierungsbehörde und technischer Unterstützung.

Zwei Millionen für den Vietnam

Für technische und rechtliche Unterstützung sowie zum Aufbau seiner Agentur für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit (VARANS) und technische Assistenz bekam Vietnam im Jahr 2009 zwei Millionen Euro aus dem Programm.

Die EU-Kommission betont, das INSC-Programm fördere nicht die Atomenergie. "Jedes Land entscheidet selbst über den Einsatz von Nuklearenergie", heißt es aus der EU-Behörde. Die EU-Staaten hätten selbst Kriterien für die operationelle Umsetzung des Programmes festgelegt. Das Programm sehe auch eine "aktive Kooperation" mit der in Wien ansässigen Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA/IAEO) vor. "Hauptelemente der INSC-Zusammenarbeit mit Nicht-EU-Staaten beinhalten die Förderung und Entwicklung wirksamer Regulierungsrahmen, technische Unterstützung für die Regulierungsbehörden, Nuklearbetreiber und nationale technische Sicherheitsorganisationen, einschließlich der Bereich nukleare Schutzmaßnahmen, das Management von radioaktivem Abfall und Notfallpläne", heißt es in der Kommission. Die Hilfe der EU ziele darauf, die "nukleare Sicherheit" zum führenden Konzept im Regulierungs- und Rechtsrahmen zu verankern. (APA)

  • Das AKW Temelin nahe der österreichischen Grenze auf einem Archivbild.
    epa photo ctk/david veis

    Das AKW Temelin nahe der österreichischen Grenze auf einem Archivbild.

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