Italien/Lampedusa

Flüchtlingen vorläufige Aufenthaltsgenehmigung gewährt

7. April 2011, 11:32
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    foto: epa/ettore ferrari

    Massenabfahrten aus Tunesien will Italien verhindern.

Aber: "Wer ab jetzt Lampedusa erreicht, wird nach Tunesien abgeschoben"

Italien wird jenen nordafrikanischen Flüchtlingen, die in den vergangenen Wochen die Insel Lampedusa erreicht haben, eine vorläufige Aufenthaltsgenehmigung erteilen. Damit sollen jene Migranten, die Angehörige in der EU erreichen wollen, weiterreisen können, berichtete der italienische Innenminister Roberto Maroni am Donnerstag in der Abgeordnetenkammer. Vorbestraften sollen Aufenthaltsgenehmigungen verweigert werden. Maroni kündigte aber auch an, dass alle tunesischen Migranten, die von jetzt an Lampedusa erreichen, in ihre Heimat abgeschoben werden.

Der Minister stellte dem italienischen Parlament die Grundzüge des Abkommens zwischen Italien und Tunesien zur Bekämpfung der illegalen Einwanderung vor, das am Dienstag in Tunis abgeschlossen wurde. . "Wir haben uns auf vereinfachte Prozeduren zur Abschiebung der tunesischen Migranten in Italien geeinigt", erklärte der Minister. Italien werde mit Tunesien bei der Patrouillierung der Küsten zusammenarbeiten, um Massenabfahrten zu verhindern.

Italien-Frankreich

Über das Thema Migranten wird Maroni am Freitag ein Gespräch mit seinem französischen Amtskollegen Claude Guéant führen. Dabei soll es zur Beilegung des Streits über die jüngste Flüchtlingswelle aus Afrika kommen. Die italienische Regierung hatte ihren Partnern in der Europäischen Union und insbesondere Frankreich in den vergangenen Wochen mehrfach vorgeworfen, Italien bei der Versorgung von Flüchtlingen nicht zu unterstützen.

Seit Jahresbeginn kamen insbesondere auf den italienischen Mittelmeerinseln mehr als 26.000 Menschen aus Nordafrika an, der Großteil von ihnen aus Tunesien, berichtete Maroni. 2.300 Migranten stellten einen Asylantrag. "Im Vergleichszeitraum 2010 waren nur 25 Flüchtlinge auf Lampedusa gelandet. Das bezeugt, dass das Kontroll- und Vorbeugungssystem zur Bekämpfung der illegalen Migration aus Nordafrika zusammengebrochen ist", erklärte der Minister.

Maroni beschuldigte erneut die EU, die Mittelmeerländer bei der Bewältigung der Migrantenfrage sich selbst überlassen zu haben. "Die EU muss mit Wirtschaft- und Entwicklungsmaßnahmen Nordafrika unterstützen. Italien kann nicht allein diese Aufgabe übernehmen", mahnte der Minister. (APA)

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Karl Heiden1
40
Flüchtlinge, die originär aus Libyen stammen,

wird Italien, das dieses Land vor genau 100 Jahren überfallen und sich vereinnahmt hat, als gewisse "Wiedergutmachung" für die Kolonisierung wohl willkommen heißen und aufnehmen müssen. Frankreich ergeht es als ehemaliger Kolonialmacht mit den Tunesiern und Algeriern ja genau so ...

Ravenhorst
01
Tunesien ist frei!

Aber bald ohne Staatsvolk, weil diese ihrem Ex-Präsidenten ins Ausland folgen.

USV
210
nur ne Frage...

"Flüchtlinge" ... ???
Wieso, wovor, flüchten diese Menschen?

Vor dem Gaddafi brauchen sie jetzt wohl keine Angst mehr zu haben - da passt die NATO schon auf.
Vor den revoltierenden Rebellen wohl auch nicht - es sei denn es handelt sich bei den Flüchtlingen um Schergen des Gaddafi.

Karl Heiden1
15

Das sind "Beschäftigungsmigranten", die aus Libyen auszogen in ihre Heimat Tunesien und von dort mangels Beschäftigung nach Europa (via Italien nach Frankreich) weiterziehen ...

Melo
16

Nur damit ich mir keine Sorgen machen muss:
Wovon werden diese jungen Männer leben, die jetzt aus Italien in andere Länder weiterziehen?

Hinweis zur Lösung: arbeiten dürfen sie nicht

plusminusistgleich
00

warum dürfen sie nicht arbeiten, wenn sie eine aufenthaltsbewilligung haben ?

db73
00

Sie dürfen vielleicht, aber sie werden nicht können.
Wo soll das denn auch geschehen ? In Frankreich mit 11% Arbeitslosigkeit ( und das ist nur die offizielle Zahl) , in Spanien oder Griechenland mit 45% Jugendarbeitslosigkeit vielleicht oder vielleicht sonst irgendwo obwohl 40 Millionen Europäer keine Arbeit , Sprachkenntnisse und Reisefreiheit haben ?

van.der.stiege
02
dachte die sind nur hier....

... um ihre verwandten in europa zu besuchen. und bevor das visum abläuft kehren sie eh wieder nach hause zurueck :-))

aber mal im ernst. das ist halt die kurzsichtige eu-politk. was sagt die fekter dazu? duerften die einen asyl antrag stellen? wie wird der gehandhabt? werden sie abgeschoben oder nur "geduldet" oder werden neue ausnahmeregelungen fuer die betroffenen menschen geschaffen ??

Karl Heiden1
01

Also werden sie Handel treiben. Womit wohl?

Montgomery McFerryn
03

Nachdem sie keine Geschäftlokale mieten werden ohne das passende Grundkapital würde ich mal auf Straßenhandel tippen, und dann sicher etwas mit hoher Gewinnspanne das leicht zu transportieren ist. Biogemüse wirds also nicht sein.

büro-krater
17

und warum werden nicht alle - noch auffindbaren - seit dem umsturz von ali angekommenen abgeschoben? wer oder was verfolgt sie noch?

Corrado Catani
314
Wenn unsere Grenzen...

... täglich Menschen abprallen und ersaufen lassen, dann gilt für die EU und unsere Gesellschaft vieles, aber keine Unschuldsvermutung mehr.

http://www.facebook.com/pages/UZV... 8171719503

Ernst Kratochwil
317
Weder unsere Gesellschaft noch die EU kann etwas

dafür, wenn Menschen versuchen illegal in die EU einzureisen.

Das einzige was wir machen könnten um diese Problematik zu verringern wäre dafür zu sorgen, dass die Chance auf illegale Einwanderung gegen Null tendiert. Das heisst effizientere Absicherung der Grenzen und konsequentere Rückführungen.

Kori2
101

Illegale Einwanderung kann übrigens nicht "gegen Null" reduziert werden, das haben genügend Staaten/Regionen in den letzten 50 Jahren versucht und nirgendwo ist auch nur irgendein Plan aufgegangen.

db73
12

Die chinesische Mauer hat wunderbar gegen die Invasoren aus der Mongolei funktioniert.

Ernst Kratochwil
03
Das ist nur eine Frage des politischen Willens und der Wahl

der Mittel mit der dieser umgesetzt wird.

Bis jetzt war ein Großteil der Politiker blind, taub und dumm. Jetzt dürften es etwas mehr werden, die das Problem erkennen.
Auch weil man nicht ewig gegen die Bevölkerung regieren kann.

Johannes Benn
01
.

leider kann in diesem fall schon sehr lange gegen den willen der bevölkerung regiert werden.

Johannes Benn
01
.

das ist eine mär. komplett abrieglung ist unmöglich. aber man könnte das ganze problemlos so drosseln dass im jahre hächstens noch ein paar tausend reinkommen, aber keine zehntausende mehr.

chelene chirsch
14

das meer hat im besonderen fall lampedusa mehr als deutlich gezeigt, dass mit grenzen - ob natürlich, künstlich oder beides - nicht zu spassen ist.

sie wollten unabhängig sein - frankreich und belgien waren sie alsbald los. sie wollten revoltieren - jetzt sind ben ali und andere weg vom fenster. so what ? wovor "flüchten" ?

Kori2
92

Doch, denn die Illegalität entsteht durch Gesetze.

van.der.stiege
04
und wenn man das gesetz, das einen illegal macht, einfach abschafft....

... hat man dann schwupsdiwups menschen in österreich die deutsch sprechen, arbeiten, steuern zahlen und zur positiven gesellschaftsentwicklung beitragen.... oder wie jetzt ?

van.der.stiege
01
und was wird nun fekter machen...

... wenn man auf tunesier mit abgelaufener aufenthaltsgenehmigung in österreich stösst ??

ausweisen? vertrag verlängern? sie einen asylanstrag stellen lassen?

Johannes Benn
13
.

es sind verbrecher die solche bestimmungen erlassen

Dietrich v. Fürstenberg
017
Nicht einmal

10% stellen überhaupt einen Asylantrag, das zeigt ja schon worum es wirklich geht, nämlich um Wirtschaftsflüchtlinge.

Gut dass Italien endlich die richtige Lösung gefunden hat.

(Maroni kündigte aber auch an, dass *alle* tunesischen Migranten, die von jetzt an Lampedusa erreichen, in ihre Heimat abgeschoben werden

Vierter Mann
07

Man lässt die Tunesier ganz einfach keine Asylanträge stellen, das funktioniert in Italien ein bisschen anders als im Grundversorgungsparadies Österreich.

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