Online-Community

Hatr als Sammelstelle für Troll-Postings gestartet

Birgit Riegler, 8. April 2011, 12:32
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    foto: flickr.com/kai schreiber

    Der Troll - ein in Foren, Blogs und Chats weitverbreiteter Zeitgenosse

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    Troll-Postings: oft weitaus mehr als harmlose Kommentare

Neue Website will auf die Problematik von Hass-Kommentaren aufmerksam machen und damit Geld verdienen

Ursprünglich in der skandinavischen Folklore ein launiger bis boshafter Bewohner von Höhlen, Bergen oder Schluchten, hat sich der Troll seit den späten 1980ern einen fixen Platz im Internet gesichert. Als Internet-Trolle werden Personen bezeichnet, die andere User in Online-Communitys mit beleidigenden oder aggressiven Kommentaren absichtlich provozieren wollen. Vor allem die (vermeintliche) Anonymität von Foren und Chats hat die Trollpopulation in den vergangenen Jahren wachsen lassen. Auf Hatr.org wurde nun eine Sammelstelle für Troll-Postings eingerichtet.

Keine harmlosen Kommentare

Die Idee für die Website wurde auf dem Gendercamp 2010 bei einer Diskussionsrunde über das Problem aggressiver Kommentare auf feministischen und gesellschaftskritischen Blogs geboren, erklärt Mitinitiatorin Leah Bretz gegenüber dem WebStandard. "Fast jedes Blog das einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt und sich mit feministischen Themen auseinandersetzt ist mit diesen Kommentaren konfrontiert. Und die sind nicht harmlos, das ist nicht nur harsche Kritik oder Unverständnis, sondern zu großen Teilen werden die BlogbetreiberInnen persönlich aufs schlimmste beleidigt oder mit Gewalt bedroht", so Bretz. Also hat man nach dem Vorbild der US-amerikanischen Seite "Monetizing The Hate" Hatr.org gestartet.

Direkt aus dem Blog posten

Blog-BetreiberInnen können Hass-Postings auf ihren Seiten direkt an Hatr.org schicken. Dafür gibt es derzeit ein Plugin für Wordpress-Blogs und Bookmarklet für Blogs, die auf Blogsport.de gehostet sind. In Zukunft soll es ein seitenunabhängiges Bookmarklet geben. Kommentare können auch direkt über die Seite von Hatr.org übermittelt werden. Seit 1. April 2011 befindet Hatr.org in einer closed Beta-Phase. NutzerInnen können eine Einladung anfordern und sich danach auf der Seite anmelden. Die Troll-Postings werden dann unter dem eigenen Usernamen veröffentlicht.

Täglich neue Postings

Das Projekt befindet sich derzeit noch in einem sehr frühen Stadium. Aktuell gibt es 15 User-Accounts und fünf weitere Accounts der BetreiberInnen. "Hauptsächlich handelt es sich hier um Blogs aus der queer-/feministischen und antirassistischen Blogszene, es sind aber auch schon ein paar andere Seiten dabei", erklärt Leah Bretz. Woher die Postings stammen und von wem sie verfasst wurden ist auf Hatr.org nicht ersichtlich. Die Anzahl der Postings wächst laut den BetreiberInnen täglich. Auf der Seite würden noch bei weitem nicht alle Beiträge veröffentlicht, denn die BetreiberInnen sehen alle Einsendungen noch einmal durch. Somit landen auch keine Klarnamen oder IP-Adressen auf Hatr.org.

Hass nicht durch Löschen unsichtbar machen

Die BetreiberInnen wollen mit der Seite einerseits auf das Problem mit Hass-Kommentaren aufmerksam machen. "Um spannende und konstruktive Diskussionen auf den Blogs zu wahren und den Hass durch einfaches Löschen nicht nur unsichtbar zu machen und die Wut und Frustration darüber nur herunterzuschlucken, können die Trollkommentare jetzt auf hatr.org verschoben werden, wo sie öffentlich zu sehen sind und subversiv genutzt werden können", erklärt Bretz. Man will Blog-BetreiberInnen mit sexistischen, rassistischen, homophoben, transphoben und anderen persönlichen Angriffen und Gewaltandrohungen nicht alleine lassen.

Werbeeinnahmen

Andererseits will man sich die Trollereien auch zunutze machen und mit Werbung Geld für diverse Projekte einnehmen. Auf der Seite befindet sich auch ein Flattr-Button, über den jeder Besucher und jede Besucherin der Seite Geld nach eigenem Ermessen spenden kann. Wenn genug Geld zusammengekommen ist, wollen sich die Hatr.org-BetreiberInnen mit den BloggerInnen beraten und damit "ein tolles Projekt fördern oder es zum Beispiel für Antidiskriminierungsarbeit spenden", so Bretz. Derzeit ist nur wenig Werbung auf der Seite zu finden. Die zahlreichen Anzeigen beim US-Vorbild "Monetizing The Hate" zeigen jedoch, dass hinter der Idee ein größeres Potenzial steckt. (Birgit Riegler/derStandard.at, 7. April 2011)

Der WebStandard auf Facebook

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Jo_Sch
00
4.10.2011, 12:22
Nice :D

Kann ich Feministen-Blogs (<- gendering :D) mit Copy & Paste Trollen!

Karl-Ernbrecht von Stenitzer
 
02
18.5.2011, 18:57
Lächerlich

Lächerlich. Die dort angeführten Kommentare stellen zu 90% völlig normale Meinungsäußerungen dar. Man kann an dieser modernen Art des Anprangerns aber gut erkennen, wie die linksfaschistische Gedankenpolizei funktioniert. Gesinnungsterror in Reinkultur - es werden nur Meinungen zugelassen, die in das eigene Weltbild passen.

Nur gut, dass diese Haltung in Österreich wie in Europa niemals mehrheitsfähig sein wird.

bibliothekar
21
12.4.2011, 20:33

Ich verstehe den nutzen nicht. Eine öffentliche seite als psychotherapeutische maßname? Ein pranger, der jedoch keinen sinn macht, weil die angeprangerten anonym bleiben?

Die angeprangerten beiträge sind großteils ekelhaft oder belanglos und aus dem zusammenhang gerissen. In beiden fällen also nicht lesenswert.

noirc80
11
14.4.2011, 03:22

eine psychohygienische massnahme. sehr sinnvoll, aus sch***e geld machen, wenns sonst schon zu nichts gut ist:)
aus dem zusammenhang gerissen: für beschimpfungen braucht man keinen zusammenhang, wer beleidigt, diskreditiert sich - ganz einfach.

radikaldemokrat1
00
19.11.2011, 19:38

... und wer mit den hasspostings auch harmolse bis etwas spitze kritik als "hate posting" abstempelt, braucht sich nicht mit begriffen wie toleranz oder diversivität schmücken.

manchmal ist man/frau/... wirklich geneigt anzunehmen, diese partie hat nix als tomaten auf den augen. ein sich selbst nährender kreis, der aggressiv nach außen auftritt, dem deshalb häme zurückkommt, die wiederum den hass nährt ...

Suberator1k
03
11.4.2011, 17:45
Cool eine Sammlung von Peter W1 Postings ;-)

Fearun sagt
10
11.4.2011, 15:19
Nutzen für die Öffentlichkeit erschließt sich mir nicht!

Ich hatte mir das ganze unterhaltsamer vorgestellt. Ein Großteil der Posts sind schon nicht lesenswert wenn sie das erste Mal auftreten, also warum nochmal einer breiteren Masse vorsetzen. Für mich die sinnvollere Variante ist den jeweiligen Post unter Berufung auf die Forenetikette zu löschen um andere vor dieser grenzenlosen Dummheit zu schützen. Einige wenige (vielleicht einer aus zehn) sind durchaus vernünftig formuliert und hätten wohl zu einer interessanten Konversation führen können. Leider ist es nicht möglich diese zu filtern, da es keine Alternative zum Facepalm-Button gibt. Auch ein Diskussionsforum zu diesen Posts wäre wünschenswert gewesen. So leider nicht wirklich von nutzen!

DemToniSeineMama
22
11.4.2011, 14:58
Nicht gleich hysterisch werden die Herren!

;)

bibliothekar
20
12.4.2011, 21:36

Und wie können wir jetzt ihren beitrag auf hatr.org veröffentlichen? Müssen sie uns dazu einladen? ;)

mr.unbekannt
01
11.4.2011, 13:08

Ich mag den Godwinbonus! :)

opryde
20
11.4.2011, 11:55
bedenklich

ich verstehe die motivation dahinter zwar, auch die feministische ausrichtung, andererseits halte ich solche "blacklists" immer für kritisch, da die betreiber(innen) mit garantie damit rechnen können, dass früher oder später jemand einspruch erhebt, sei es ein seiteninhaber, dessen kommentare dort auftauchen bishin zu den kommentatoren selbst.

besonders völlig aus dem kontext gerissene kommentare anzuführen halte ich für polemisch, eigentlich die ganze idee dahinter. ich gebe dem ding einen monat medienpräsenz, ein halbes jahr zielgruppenaufmerksamkeit und in spätestens zwei jahren ist die seite verlassen oder aufgegeben. solche konzepte bringen keinen mehrwert und die "sensationslust" ist auch schnell verflogen.

All Rites Reversed
13
10.4.2011, 23:44

Die Seite bekommt die Bewertung "unnötig". Das ist nur eine willkürliche Sammlung von aus dem Zusammenhang gerissenen, offenbar nicht politisch korrekten Meldungen, wobei das inhaltliche Spektrum von bräunlich, misogynistisch oder einfach nur saudumm bis hin zu "gar nicht mal so verkeht" reicht. Der Sinn erschließt mir aber nicht ganz.

noirc80
00
10.4.2011, 21:29

coole seite!!!!

Rudolph Van Richten
33
10.4.2011, 16:34

Gendercamp... *LOL*

jos99
02
11.4.2011, 12:41

...und einmal, im gendercamp...

bibliothekar
00
12.4.2011, 20:08

Der war jetzt wirklich genial *g*

Seio
19
10.4.2011, 14:52

Da sind wirklich nur irgendwelche Kommentare, zusammenhangslos, die nur die Person qualifizieren, an die sie gerichtet sind...

"Xena, es muss doch möglich sein, Kritik zu üben. Alles andere ist destruktiver Personenkult a la Stalin, Honnecker, Kim Il Sung ...
Aus Geschichte sollte gelernt werden. "

Vollkommen richtig, bspw. Klar, es sind auch richtig schlimme Kommentare dabei... aber dadurch, solche "normalen" Sätze hereinzunehmen, disqualifiziert sich hatr.org

FabulousX
17
10.4.2011, 13:35
Was auf hatr.org fehlt

ist ein like button ;)

Klaus Langner
23
10.4.2011, 08:07

Es liest sich ähnlich gut wie die EMMA. Auf beides könnte die Welt leicht und verlustfrei verzichten.

noirc80
31
10.4.2011, 21:00

auf sie auch.

flachzange
26

Hm... Gute Idee - schlechte Umsetzung.

Und wieso sind da so viele chauv. Posts?
Oh Mann, ich ahne es, dass mein Post auch da rauf kommt, aber:

Wird die Seite von Frauen betrieben?

Der Unkurze
00
11.4.2011, 10:15

ja, ein öffentlicher pranger von frauen (von emanzenblogs um genau zu sein ;) )

nukularteilchen
07

Jeder hat da Recht auf Meinungsfreiheit, sich in aller Öffentlichkeit zu balmieren und sich lächerlich zu machen. Wer ein Problem mit den geistigen Blähungen diverser Menschen hat sollte lieber eine Diktatur bevorzugen in der jegliches Denken verboten ist.

Tonkun
51
10.4.2011, 11:04

lol, also sie hätten kein Problem damit wenn ich ihnen täglich auf der Straße ins Ohr schreie welch ein I*iot (und das wäre noch harmlos) sie sind und zusätzlich noch eine Gruppe organisiere die das macht? viel anders verhält es sich manchmal auch nicht auf Blogs.

zwischen absoluter Meinungsfreiheit und absoluten Meinungsverbot wird es wohl einen kleinen Spielraum geben...

woifee 0.0
03
10.4.2011, 05:51

Ist balmieren jetzt ein Tippfehler oder gar ein gutes Wirtspiel welches auf Steve ballmer anspielt

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