Jeder Österreicher trägt 1.900 Euro ÖBB-Schulden

7. April 2011, 10:46
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ÖBB-Chef Kern sieht den Konzern in einem Überlebenskampf, die teuren Frühpensionierungen sollen reduziert werden

Wien - ÖBB-Chef Christian Kern findet einmal mehr drastische Worte zur Bahn. "Wir befinden uns in einem Überlebenskampf", so seine Einschätzung des kränkelnden Güterverkehrs. Seine Antwort darauf: "Wir müssen unseren Kunden, Mitarbeitern und dem Management einen signifikanten Beitrag abverlangen." So will der ehemalige Verbund-Vorstand Kern die Überstunden deutlich reduzieren.

Die für die Österreicher teuren Frühpensionierungen der Bahn sollen reduziert werden, meinte Kern im Gespräch mit den "Oberösterreichischen Nachrichten" (Donnerstag-Ausgabe). 52 Jahre betrug das durchschnittliche Pensionsantrittsalter bei den ÖBB im Vorjahr, 53,5 Jahre sind es derzeit. Jahrelang sei die Frühpension bei den ÖBB als Instrument zur Unternehmenssanierung verwendet worden. Anders hätte die Zahl der pragmatisierten Mitarbeiter nicht reduziert werden können. Allein zwischen 2001 und 2008 seien 6.200 ÖBB-Bedienstete pensioniert worden.

Zu der wiederholten Kritik an den Schulden der Staatsbahn meinte der oberste Eisenbahner: "Jeder Österreicher hat als Miteigentümer der ÖBB 1.900 Euro Schulden. Erstmals steht dem heuer aber auch mehr Vermögen gegenüber, nämlich gut 2.000 Euro. 90 Prozent der Schulden betreffen die Infrastruktur. Und diese Bauvorhaben wurden allesamt von der Bundesregierung beschlossen." (APA)

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    ÖBB-Kern: "Wir befinden uns in einem Überlebenskampf."

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