Selbstmordangriff mit Krankenwagen

7. April 2011, 16:20
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Mindestens zehn Tote - ISAF: 80 Aufständische bei Operation getötet

Kandahar/Kabul - Beim Angriff eines Selbstmordkommandos der Taliban mit einem zur Bombe umgebauten Krankenwagen sind in der südafghanischen Stadt Kandahar mindestens zehn Menschen getötet worden. Bei ihnen handelt es sich nach offiziellen Angaben um sechs Angehörige der Sicherheitskräfte und um die vier Angreifer. Ziel war ein Übungsgelände der Polizei. Die Taliban bekannten sich zu der Tat.

Ein Polizeisprecher sagte, zunächst habe sich ein Selbstmordattentäter am Eingang des Geländes in die Luft gesprengt. Der Sprecher der Regierung der Provinz Kandahar, Salmai Ayubi, sagte, zwei weitere Aufständische hätten sich in einem leerstehenden Gebäude verschanzt, das sich im Bau befinde. Von dort aus hätten sie das Feuer auf das benachbarte Gelände der Polizei eröffnet.

Taliban-Hochburg

Sicherheitskräfte hätten das Haus umstellt gehabt, als sich in ihrer Nähe der vierte Aufständische in einem mit Sprengstoff gefüllten Krankenwagen in die Luft sprengte, sagte Ayubi. Dabei seien insgesamt sechs Polizisten und Soldaten getötet worden. Zehn Menschen seien verletzt worden, darunter ein Zivilist. Die vier Angreifer seien bei den Detonationen oder bei Schusswechseln getötet worden.

Taliban-Sprecher Kari Youssif Ahmadi bestätigte, dass sich vier Aufständische an dem Angriff beteiligt hätten. Kandahar ist eine Hochburg der Taliban. Im vorvergangenen Monat hatten fünf Taliban-Kämpfer das Polizei-Hauptquartier in der Stadt Kandahar angegriffen und 15 Polizisten, einen Soldaten und einen Zivilisten getötet. Im Jänner war der Vize-Gouverneur der Provinz zum Opfer eines Selbstmordanschlags geworden.

Nach dem Mord an zwei US-Soldaten in Nordafghanistan wurde der verantwortliche afghanische Polizist nach Angaben der Isaf getötet. Die Operation afghanischer und ausländischer Truppen gegen den Grenzpolizisten in der Provinz Faryab am Donnerstag sei "erfolgreich" verlaufen, teilte die Isaf mit. Zwei mutmaßliche Aufständische seien gefangen genommen worden. Der Polizist hatte am Montag in Faryab das Feuer auf die Amerikaner eröffnet. Er war anschließend geflohen.

Im vergangenen Februar hatte ein afghanischer Soldat in einem Außenposten der deutschen Bundeswehr in der nordafghanischen Provinz Baghlan das Feuer eröffnet und drei Deutsche getötet. Sieben weitere Bundeswehr-Soldaten waren verletzt worden.

Die Isaf teilte am Mittwochabend mit, bei einem Beschuss durch eigene Kräfte seien zwei Isaf-Soldaten getötet worden. Der Vorfall werde untersucht. Angaben zur Nationalität oder zu den näheren Umständen des Vorfalls machte die Isaf nicht.

Bei einer einwöchigen Operation in der ostafghanischen Provinz Kunar wurden nach Isaf-Angaben mehr als 80 Aufständische getötet. Die Isaf teilte mit, der am Donnerstag abgeschlossene Einsatz internationaler und afghanischer Sicherheitskräfte im Distrikt Marawara sei "bedeutend" gewesen. Zu möglichen Verlusten der Truppen machte die Schutztruppe keine Angaben. (APA)

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