Schwangerschaft

Lichttherapie hilft bei Depression

07. April 2011 11:13
  • Artikelbild
    Foto: arzt/www.pixelio.de

    Leidet die schwangere Frau an einer unbehandelten Depression, steigt das Risiko einer Frühgeburt.

Eine Depression in der Schwangerschaft bleibt auch für das Ungeborene nicht ohne Folgen

Schwangeren, die an einer Depression leiden und aus Angst vor Nebenwirkungen auf die Einnahme von antidepressiven Medikamenten während der Schwangerschaft verzichten wollen, kann mit einer Lichttherapie effektiv geholfen werden. Das belegt eine Studie von Forschenden der Universität Basel. Die Forschungsergebnisse sind in der aktuellen Online-Ausgabe des «Journal of Clinical Psychiatry» veröffentlicht.

Etwa 10 % aller Schwangeren leiden an einer behandlungsbedürftigen Depression. Unbehandelt kann diese Erkrankung nicht nur für die Mutter, sondern auch für das Ungeborene schwere Folgen haben, beispielsweise in Form von Frühgeburten, Geburtskomplikationen und niedrigem Geburtsgewicht. Aus Angst vor den Risiken und Nebenwirkungen möchten viele Frauen aber während der Schwangerschaft auf die Einnahme von antidepressiven Medikamenten verzichten. Psychotherapie und andere bei Depressionen eingesetzte Interventionen alleine helfen aber oft nicht ausreichend.

Ungefährlich für das Ungeborene

Wie Forschende der Universität Basel nun in einer vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützten Studie belegen, könnte Lichttherapie eine Behandlungsalternative sein. Lichttherapie hat sich in der Behandlung von verschiedensten Formen von Depressionen bereits bewährt; zudem ist sie für das Ungeborene ungefährlich. Deshalb haben Ärztinnen und Ärzte sowie Forschende der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel und der Universitäts-Frauenklinik Basel unter der Leitung von Anna Wirz-Justice und Anita Riecher-Rössler die Wirksamkeit der Lichttherapie für depressive Erkrankungen in der Schwangerschaft untersucht.

Bei Schwangeren, die an der Universitäts-Frauenklinik Basel sowie in verschiedenen gynäkologischen Praxen in Behandlung waren und eine depressive Symptomatik zeigten, wurden in der Psychiatrischen Universitäts-Poliklinik weitere Abklärungen getroffen. Davon haben sich 27 Schwangere, die die Kriterien einer schwereren depressiven Erkrankung erfüllten, nach ausführlicher Aufklärung an der Studie beteiligt. Sie wurden zufällig entweder mit weissem Licht (7000 Lux) oder mit gedämpftem roten Licht (70 Lux, Placebo) während fünf Wochen jeden Morgen eine Stunde lang zuhause behandelt. Die Studie wurde doppel-blind durchgeführt, so dass weder die Patientin noch ihre Psychiater wussten, ob die Frauen eine wirksame Lampe erhalten hatten oder nicht. Die depressive Symptomatik der Probandinnen wie auch eventuelle Nebenwirkungen wurden wöchentlich mit verschiedenen Fragebögen erfasst.

Lichttherapie wirkt

Die Lichttherapie mit hellem Licht erwies sich der Placebo-Therapie mit schwachem Licht gegenüber als deutlich überlegen. Schon nach fünf Wochen zeigten die Schwangeren mit Lichttherapie in 81 % der Fälle eine deutliche Besserung, 69 % waren symptomfrei, während die entsprechenden Zahlen in der Placebo-Gruppe nur bei 46 % bzw. 36 % lagen. Die Unterschiede waren statistisch signifikant, auch nach Kontrolle für die verschiedensten konfundierenden Einflussfaktoren. Die Lichttherapie könnte damit eine einfache, kosteneffektive Therapie bei Depression in der Schwangerschaft darstellen - mit minimalen Nebenwirkungen und ohne bekanntes Risiko für das Ungeborene. (red)

Dorothea von Gufidaun
07.04.2011 20:52
Gibt's auch was Neues zu melden?

Michael und Lorenz hat ein Problem
20.04.2011 21:30
Sie können sich

ärgern - über Alles. Von mir aus. Gerne.

Hachigatsu
07.04.2011 11:39

Das mit dem Licht ist aber nix neues... Deshalb ist die suizidrate dort wo wenig sonne scheint höher als in anderen regionen.

Jack Joker
07.04.2011 22:58

Warum tritt Suizid dann im Frühling und Sommer öfter auf als in den dunklen Monaten?

Pronoia
09.04.2011 09:12

wahrscheinich aus dem gleichen Grund, warum kurz nach Beginn der Einnahme von Depressiva die Suizidgefahr am größten wird: Während der Depression ist Motivation und Lebenswille gleichermaßen auf Null, bei der Besserung steigt aber leider zuerst die Motivation, etwas zu tun, der Lebenswille aber noch nicht gleich...

sociovation
07.04.2011 15:56
Sie meinen diese alten Knochen in den Höhlen

stammen alle von...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.