Französische Truppen griffen abermals in Kämpfe ein

7. April 2011, 18:31
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    foto: dapd

    Der japanische Botschafter Okamura im Schutzraum.

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    foto: reuters/charles platiau

    In Paris demonstrierten Anhänger vom ivorischen Altpräsidenten Laurent Gbagbo gegen die französischen Streitkräfte in der Cote d'Ivoire im Allgemeinen und gegen Präsident Sarkozy im Speziellen

Gbagbo leistet weiter Widerstand - Moskau: Einmischung von Paris ist unzulässig - Gbagbo-Anhänger attackieren Botschaften

Abidjan - Französische Truppen haben in dem blutigen Konflikt in Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste) am Donnerstag erneut Kämpfer des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo attackiert und dabei Militärfahrzeuge zerstört.

Zunächst wurde die Einheit Licorne nach französischen Angaben zu Hilfe gerufen, als Gbagbo-Anhänger in die japanische Botschaft in der Wirtschaftsmetropole Abidjan vordrangen. Diese liegt nahe des Präsidentenpalastes, in dem sich Gbagbo aufhält und um den seit Tagen gekämpft wird. Der japanische Botschafter Yoshifumi Okamura und sieben seiner Mitarbeiter hatten in einem Schutzraum der Botschaft ausgeharrt. Sie wurden schließlich von französischen Soldaten mit einem Hubschrauber evakuiert.

Stunden später versuchten dann bewaffneten Angreifer, die Residenz des französischen Botschafters zu stürmen, wie Frankreichs Verteidigungsminister Gerard Longuet sagte. Sie sollen Anhänger Gbagbos gewesen sein. Die Soldaten zerstörten die zwei Pickup-Trucks mit den Männern.

Die Kämpfe um den Präsidentenpalast gingen am Donnerstag weiter. Ein "finaler Angriff" , den die Truppen des international als Wahlsieger anerkannten Alassane Ouattara am Mittwoch gestartet hatten, um den Bunker Gbagbos zu stürmen, war gescheitert. Zuvor waren auch die Vermittlungsgespräche unter Federführung der Vereinten Nationen und der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich gescheitert. Gbagbo lehnt einen Machtverzicht ab und betrachtet sich weiter als legitimes Staatsoberhaupt und Sieger der Präsidentenwahl vom November.

"Keine militärische Hilfe"

Frankreichs Verteidigungsminister Longuet versicherte, dass sein Land Ouattaras Soldaten, die durch schwere Massakervorwürfe in Misskredit geraten sind, bei deren Offensive gegen Gbagbo nicht aktiv unterstützen werden.

Russland hat Frankreich der unzulässigen Einmischung in einen inneren Konflikt beschuldigt. Die französischen Soldaten und die UN-Blauhelme seien zur Neutralität verpflichtet, erklärte das Außenamt in Moskau am Donnerstag in einem Kommuniqué. Die Lösung der Machtfrage durch Gewalt unter solchen Bedingungen werde nicht eine Ära der Demokratie und Stabilität einleiten können.

Die Uno und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz warnten vor einer dramatischen humanitären Lage in Abidjan. Bereits jetzt ist die Versorgung mit Lebensmitteln äußerst knapp. Die Krankenhäuser klagten, es gebe immer weniger Medikamente. Das Welternährungsprogramm musste wegen der Unsicherheit seine Arbeit in Abidjan aussetzen. (APF, dpa, Reuters, AP, red/DER STANDARD, Printausgabe, 8.4.2011)

Kommentar posten
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Kubilay Aslan
00
11.4.2011, 14:55
Was hat Frankreich in Afrika zu suchen.

Und warum lässt die Zensur nicht locker wenn es nur um diese Information geht(http://www.youtube.com/watch?v=R... re=related . Wie lange will man denn noch koordiniert etwas verbergen? Es ist mittlerweile der 10´te versuch überhaupt mal Kritik am Französichem Vorgehen in den ex Kolonien aufgrund der Französischen Historie bei Standad aufzuzeigen.

Wie beeinflussbar die Medien sind dürfte besonders in diesem Artikel zur geltung kommen....wenn man denn jetzt durch die Zensur mal durch kommt.http://www.youtube.com/watch?v=t... re=related

emma goldman
00
11.4.2011, 17:53

Die staaten im französischen einflussgebiet sollen eben weiter entwicklungshilfe an frankreich leisten.

Psychotic
00

ich weiß nur dass es dort ekelhaft heiß ist und die Temp.auch in der Nacht nicht unter 28°C fällt
Subtropisch halt,ich fahr lieber an die Nordsee Grönland wäre toll

el dus
 
00
Damit man einmal überhaupt weiß, was los ist.

http://www.heraldscotland.com/news/worl... -1.1094251

Peter W1
 
00

Ich find das so letztklassig, dass hier nun Ewiggestrige aus ihren Löchern kriechen und was von entwickelten Staaten der westlcihen Hemisphäre schwaffeln. Wer bombaridert den gerade wenn? Sind es nicht die Truppen der EU-Staaten die gerade täglich Menschen in afrikanischen Ländern ermorden? Sind es nicht wir die mit hohen Selbstmordraten und einem ausufernden Rassismus zu kämpfen haben? War es nicht ein europäisches Land, das für das grösste Verbrechen der Menschheitsgeschichte verantwortlich war und Menschen nur noch als Fabrikgüter behandelte.

Und da massen wir uns an unseren mörderischen Lebensstil als beispielgebend anzupreisen? Oder unsere humane Rückständigkeit als entwickelter darzustellen? Schlecht wird dir bei soviel Falschheit.

Malkaye
00
"Die Lösung der Machtfrage durch Gewalt unter solchen Bedingungen werde nicht eine Ära der Demokratie und Stabilität einleiten können."

verünftigster kommentar, der das tageslicht erreicht.
im gegensatz zu russland profilieren sich unsere medien nicht, die leugnen, dass es veto(!)mächte gibt die gbagbo anerkennen, indem sie ewig wiederholen "ouattara der rechtmäßige", "outtara der international anerkannte".

kleiner tipp an alle, die verstehen wollen was hier vor sich geht:
schaut euch an, wie gbagbo gewählt wurde. das war demokratisch, aber höchst kompliziert, weil der norden sich dem ergebnis nicht fügen wollte. der wurde dabei von frankreich mit waffen, militärintervention (2002) und diplomatie unterstützt.
offiziell hat man gbagbo aber anerkannt.
jetzt ist es anders rum, frankreich putscht ouattara an die macht und kann sich sicher sein: der süden ist bereit in 10 jahr.

guiwa
00
Gib irgendeinem Politiker da unten die Hand...

...und sie ist blutig.

Davy Jones
00
Ich will ja nicht querreden, aber...

Glauben wir für einen Moment lang die Darstellungen der französischen Truppen, egal ob Fremdenlegion oder regulärere Truppenkörper, wurden die japanische Botschaft und die Residenz des französischen Botschafters attackiert, wobei zumindest die Botschaft japanisches Hoheitsgebiet ist.
In dem Fall intervenierte Frankreich nicht in den Machtkampf, sondern reagierte auf einen aggressiven Akt gegen Japan und Frankreich. Rein theoretisch, oder?

Raptor Jesus
04
Franzosen mischen sich ein? Gbagbo wird erleichtert sein, als Geschichtsprofessor wird er sicherlich alle französischen Militärerfolge aufzählen können!

Ansonsten finde ich die Umstände der gesamten Wahl dubios. Es ging zwar drunter und drüber, aber Gewinner und Verlierer stehen fest?
Und das ausgerechnet in der Elfenbeinküste die Westafrikanischen Staaten zum ersten Mal Schlussstrich ziehen wollen... im Leben net!
Als ich noch keine Ahnung hatte, war ich der Meinung Gbagbo sollte sich zurücktreten.
Jetzt wo ich mich informiert hab, muss ich sagen: Irgendetwas stimmt hier ganz und gar nicht!
Die ganze Geschichte hat einen Haken, den finde ich aber nicht!

Malkaye
01
die cote d'ivoire ist frankreichs strategisch wichtigste "ex" kolonie in afrika.

und gbagbo will diese aus der eisernen hand frankreichs lösen. das ist das problem.
er ist der ewige oppositionelle gewesen, gegen die bevormundung und das einparteiensystem.

ouattara hingegen war lange zeit weltbank-direktor in westafrika, ist für die abwertung der gemeinschaftwährung verantwortlich, hat als premierminister unter langzeit-diktator houpouet-boigny ordentlich viele staatsbetriebe (wasser, elektrizität etc...) privatisiert und sich durch solche schandtaten als guter söldner der ehemaligen kolonialmacht und der radikalen marktöffner aus washington erwiesen.

zur aktuellen lage etwas mehr fragen:
http://www.ivoireleaks.de/index.html

Gabriele Komma
03
der haken:

l. gbagbo ist unabhängig, hat vor 10 jahren general guiei abgelöst. Outtara ist ein mann des imf und der weltbank, ....

avnery
 
51
Bitte was ist das für ein Forum ?

Welche Funktion hat der Moderator/Zensor hier ?
In gemeinster Form den französischen Präsidenten
laufend zu verunglimpfen, einen sachlichen Holler
erster Ordnung anzubieten - ist das der neue Stil des
STANDARD einen Poster wie Peter W1 eine Monolog
Plattform zu bieten ?

grumbleduke
 
01
Es gibt keinen Spott, der dem Falott Sarkozy auch nur annähernd gerecht werden könnte.

Selbst wenn ich Sarkozys kleine Afrika-Abenteuer außer acht lasse, allein was dieser Gauner in Frankreich im Hinblick etwa auf die Pressefreiheit abzieht rechtfertigt jedwede Beschimpfung.

Gabriele Komma
12
es geht darum:

1. laurent gbagbo hat general guiei abgelöst, und er ist UNABHÄNGIG. 2. Outtara ist IMF+weltbank- etc-gesteuert!!
DENKEN, bitte!!!

Prolo im Champagnertreff
21

wenn in letzter zeit doch öfters mal davon die rede ist: französischen truppen - wer oder was ist das eigentlich? diese berühmt - berüchtigte radautruppe von vorbestraften säufern und junkies aus aller herren länder, die bei kneipenschlägereien immer den kürzeren zieht? oder hat frankreich auch richtige soldaten oder gar eine armee?

avnery
 
12
Proloexperten die die Legion beurteilen

kleines Beispiel. Knapp 2.000 Legionäre hatten die
sogenannten Elitesoldaten Gaddafis aus dem Tschad
vertrieben und einen riesigen Landraub des Lieblings
der österreichischen Posterforen verhindert. Und -
erstens, die Aufnahmekriterien bei der heutigen Legion liegen körperlich und geistig sehr hoch. Die
Legion ist in der CF nach wie vor eine unentbehrliche
Feuerwehr. Wer holt den die Diplomaten heraus ?
Die vollmundigen Russen ? Was haben diese Leute
jemals gemacht ? Troubles.

Peter W1
 
00

Grober Tschad. Mit dem Tschad hab ich mich sehr genau auseinandergesetzt. Weisst du, was da wirklich passierte. Die Rebellen des Tschads wollten ihren von Frankreich gehaltenen Diktator loswerden. Die Truppen Libyens haben ihnen dabei Assistenz geleistet. Udn was macht Frankreich? Schlägt mit militärischer Macht brutal die Rebellion gegen den von Fraknreich gesteuerten Diktator nieder und drängt die libysche Armee wieder aus dem Land.

Lies einfach nach. Sonst wirds nur noch peinlich für dich.

M. C. Escher
01
Das Forum darf sich beruhigen: in einigen Jahren werden ohnehin moralische Instanzen wie China und Russland die Richtung vorgeben.

Menschenrechte werden ohnehin überschätzt.

...und Öl gibts da auch keins - wurscht! - trotzdem imperialistisch, blablabla...

kleine Anregung: wie wär`s mit fertig studieren?
Da wird der alte Klassenfeind dann sehr schnell zum besten Freund! Und banalen schwarz/weiß Unsinn posten geht sich dann auch weniger aus...

Peter W1
 
02

Jetzt neigst dein Kopferl, lässt das bescheidene Resthirn zusammenrinnen und überlegst mal welche Fakten hier unbestritten sind, weil Teil des Berichtes:

In der IC sind unverändert französische Besatzungstruppen. Die Kakaoplantagen gehören zur Gänze den Kolonialherren. Und nun kommt eine von ihnen eingesetzte Marionette und will diese Kakaoplantagen verstaatlichen und damit von den Kolonialherren zurückfordern. Das war sein letzter Fehler. Denn nun unterstützt die Kolonialmacht Frankreich Ouattara militärisch und scheuen sich dabei nicht Regierungsgebäude der IC zu bombardieren. Und unterstützen ihn, obwohl er letzte Woche 1000 Zivilisten ermorden liess.

All das ist keine Propaganda, sondern sehr leicht z.B. hier in Artikeln nachzulesen

hatamatata
 
01
naja aber

man kann ja gegen die intervention sein, ohne dass man die meinung vertritt: die bösen franzosen wollen sich bereichern. wenn man jede intervention einzeln betrachtet, bin ich in diesem fall dagegen, weil ich ouattara nicht unterstützt sehen will, ohne ausreichend infos. der kann ja von frieden reden, und trotzdem nichts gegen radikal gläubige tun, die dann an einfluss zunehmen und anderen dort das leben schwer machen (z.b. wie im norden nigerias, wo in bundesstaaten die scharia gilt, und somit auch für nicht-muslime)

##V+##
40
Werden wieder ein paar Fremdenlegionäre verheizt von der Grand Nation!

stronzl bär
10

zitat: bewaffnente kämpfer
kann man das nicht schon als pleonasmus bezeichnen ? ;)

Geoffrey of Monmouth
00

Nicht unbedingt, denn man kann ja auch ohne Waffe kämpfen :)

el dus
 
11
Frankreich werde nicht helfen, mehr Hohn geht nicht

Die Truppen wurden von den Franzosen vor den Präsidentenpalast gekarrt und dann wird man nicht mehr helfen. Nebenbei hat man auch noch schnell bevor man nicht mehr helfen will 4 Wagen der Gbago Gegner explodieren lassen. Geht's noch unglaubwürdiger, Herr Sarközy?

erinnye
 
123
die franzosen müssen sich

aber auch schon überall einmischen. Schräg. Entweder bei Sanktionen gegen Österreich und seine Bevölkerung oder in der Demonstration eines post(peri)kolonialistischen Machtanspruches.

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