Erlös aus Amag-Börsen­gang schmilzt zusammen

6. April 2011, 17:51
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Die Eigentümer des Aluminiumkonzerns Amag bessern nach

Die Eigentümer des Aluminiumkonzerns Amag bessern nach. Sie platzierten weniger Aktien, bei niedrigerer Preisspanne. Damit wurde ein Flop vermieden, meint Wilhelm Rasinger, Vertreter der Kleinanleger.

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Wien - Das hat sich die US-Großbank JPMorgan Chase anders vorgestellt. Über die Tochter One Equity Partners (OEP) wollten die Amerikaner bis zu 16,99 Millionen Aktien des heimischen Aluminiumkonzerns Austria Metall AG (Amag) bei einer Preisspanne von 19 bis 24 Euro verkaufen. Das Angebot ist aber deutlich heruntergeschraubt worden: bei Volumen und Preis. Drei Millionen Aktien weniger wurden nach aktuellen Informationen von den Eigentümern verkauft, zudem wurde die Erlösspanne, wie zuvor von der Agentur Bloomberg berichtet, auf 19 bis 21 Euro je Aktie verkürzt. Insgesamt bedeutet das eine deutliche Einbuße: Im besten Szenario hätte JPMorgan, zugleich die Emissionsbank des Börsengangs, mit dem Verkauf des Aktienpakets (inklusive Mehrzuteilungsoption von 3,3 Millionen Aktien) 487 Mio. Euro lukrieren können, im schlimmsten Fall könnten es jetzt nur noch 280 Mio. Euro werden.

Über die niedrigeren Kosten können sich aber andere freuen. Oberbank und Raiffeisenlandesbank Oberösterreich hatten im Vorfeld angekündigt, je mit mehr als fünf Prozent einzusteigen. Für das operative Geschäft der Amag soll der billigere Börsengang keine Auswirkung haben. Die Ausgabe von 5,3 Millionen junger Aktien bringt weiterhin eine Kapitalerhöhung von 100 bis 111 Millionen Euro. Damit wären die Investitionsvorhaben (neues Walzwerk in Ranshofen) wohl gesichert.

Kleinanlegerschützer Wilhelm Rasinger hat die Verkürzung des Preisbands für Amag-Aktien im Vorfeld für einen Schritt in die richtige Richtung bezeichnet. Rasinger, der einen Preis für Amag-Papiere von 19 bis 20 Euro für sinnvoll erachtet, findet die Reaktion auf eine niedrigere Nachfrage angemessen. Mit der Reduktion von Angebot und Preis vermeide man "einen peinlichen Flop."

IPO-Markt schwächer

Weltweit hat sich die Stimmung für Börsengänge (IPOs) im ersten Quartal 2011 etwas verfinstert. Die Anzahl der IPOs blieb zwar mit 290 nahezu stabil, das Emissionsvolumen sank jedoch um 14 Prozent auf 46,1 Milliarden US-Dollar (32,5 Mrd. Euro), wie das Beratungsunternehmen Ernst & Young errechnet hat. Besonders gedrückt ist die Stimmung in Europa, wo das Emissionsvolumen um drei Viertel auf 2,2 Mrd. Dollar zurückging. In Nordamerika hat es sich hingegen auf 14,6 Mrd. Dollar verdreifacht. Neben der Amag plant der Solarzulieferer Isovoltaic seinen IPO in Wien. DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.4.2011)

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    Amag-CEO Gerhard Falch soll trotz der Schrumpfung des Börsengangs genug Geld für seine Investitionsvorhaben bekommen.

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