Türkçe ist noch uncool

6. April 2011, 17:45
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Gymnasium Dornbirn-Stadt erweitert Sprachangebot

Dornbirn - Am Bundesgymnasium Dornbirn-Stadt wurde Türkisch (Türkçe), die Sprache der größten Vorarlberger Migrantengruppe, bereits heuer als Wahlpflichtgegenstand angeboten. Türkisch fiel dabei wie die BSK-Sprachen (Bosnisch, Serbisch, Kroatisch) und Russisch jedoch durch - die vorgeschriebene Teilnehmerzahl erreichte nur Chinesisch. "Wir werden auch nächstes Jahr Türkisch und BSK-Sprachen anbieten", sagt Direktor Markus Germann. Als Unesco-Schule (ein Netzwerk aus 9000 Schulen in 180 Ländern) verpflichtete sich das BG Dornbirn der interkulturellen Zusammenarbeit.

Noch sei das Interesse an den Sprachen der Migrantengruppen und die Reputation dieser Sprachen gering, sagt Germann, betrachte man aber den steigenden Anteil an Kindern nichtdeutscher Herkunftssprache in den ersten Klassen, werde sich das ändern. Aktuell liege der Anteil bei 18 Prozent, die Hälfte davon hat Türkisch als Muttersprache.

Für diese Kinder ist ein zusätzliches Angebot gedacht, das ab nächstem Herbst realisiert werden soll. In Kooperation mit einer Mittelschule will man durch die Wahlpflichtgegenstände Türkisch und BSK-Sprachen auch die Sprachkompetenz in der Muttersprache verbessern.

Attila Dincer, Integrationsexperte und Vater einer Volksschülerin: "Türkisch als zusätzliche Sprache anzubieten macht doppelt Sinn: Es wäre ein Zeichen für die türkischen Migranten, dass man ihnen ihre Sprache und Kultur zugesteht, und die Kinder würden endlich ihre Muttersprache richtig lernen und hätten als Zweisprachige später beste Jobchancen." (jub, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.4.2011)

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