Space-X will stärkste US-Rakete seit den Mondflügen bauen

6. April 2011, 16:55
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Neuentwicklung soll 53 Tonnen Nutzlast ins All bringen können

Washington - Das private US-Raumfahrtunternehmen Space Exploration Technologies (Space X) hat den Bau der mit Abstand stärksten Rakete seit 40 Jahren angekündigt: Die "Falcon Heavy" könne rund 53 Tonnen in den Orbit bringen, sagte der Vorstandsvorsitze Elon Musk. "Dies eröffnet eine Welt ganz neuer Möglichkeiten sowohl für die Regierung als auch für kommerzielle Missionen." Die Rakete könne von 2013 an startbereit sein, schon Ende kommenden Jahres seien erste Demonstrationsflüge möglich.

Die Rekordhalter

Ein paar Vergleichszahlen: Mit einer solchen Nutzlast überträfe die "Falcon Heavy" die russische "Angara"-Rakete, die bislang allerdings noch nie zum Einsatz kam. Im Vergleich zum aktuell stärksten "Lastgaul", dem Space Shuttle der NASA, könnte die Space-X-Entwicklung doppelt so viel Ladung ins Weltall transportieren. Die leistungsstärksten "Ariane"-Raketen müssen sich mit etwa zehn Tonnen Frachtgut begnügen.

Eine, die schon lange nicht mehr ins All gestartet ist, stellt allerdings alle anderen Raketen weit in den Schatten: Die "Saturn V", die für das Mondfahrtprogramm der NASA entwickelt worden war, konnte mit über 120 Tonnen abheben. Zum letzten Mal kam eine solche Rakete 1973 zum Einsatz, als das Weltraumlabor "Skylab 1" in den Orbit gebracht wurde. Danach kommt die "Energija"-Rakete der Sowjetunion, die jedoch nur zweimal in den 80er Jahren gestartet ist.

Markttauglichkeit auch im All gefragt

Der Bau der "Falcon Heavy" kostet nach Angaben von Space X umgerechnet zwischen 56 und 87 Millionen Euro. Sie biete damit den aktuell preiswertesten Weg, Ladung ins All zu transportieren, sagte Musk. Space X hofft, mit der NASA ins Geschäft zu kommen, weil die Weltraumbehörde nach der Stilllegung ihrer Space Shuttle in diesem Sommer bald auf private Partner in der unbemannten, aber auch der bemannten Raumfahrt angewiesen sein könnte. Die kalifornische Firma hat einen Vertrag mit der NASA für zwölf Flüge zur Internationalen Raumstation ISS. Bis sie technisch in der Lage ist, den Auftrag durchzuführen, greift die NASA auf die Dienste russischer "Sojus"-Kapseln zurück.

Im vergangenen Jahr war Space X das erste private Unternehmen, das in einem Test eine wiederverwendbare Raumfähre ins All und zurück brachte. (APA/red)


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Space X

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    Wird die "Falcon Heavy" tatsächlich gebaut, ist sie in Sachen Leistungsfähigkeit konkurrenzlos.

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