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"Das Internet vergisst nicht"

Meri Disoski, 6. April 2011, 14:42
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    foto: reuters

    Schnattern wie die Gänse kann man gut auch im Internet. Manchmal ist es allerdings klüger, sich eine Strategie zu überlegen.

48 Prozent der KMU nutzen die Möglichkeiten von Facebook und Co weitgehend ohne die notwendigen Regeln

In Österreich gibt es über 2,25 Millionen Facebook-Accounts und knapp unter 40.000 Twitter-NutzerInnen - Tendenz steigend. Nicht nur Privatpersonen nutzen die so bezeichneten sozialen Medien; immer mehr Unternehmen setzen auf die Kommunikationsmöglichkeiten der unterschiedlichen Plattformen und hoffen durch den Einsatz von Social Media Vorteile für ihren Betrieb erzielen zu können.

Facebook, Xing und Twitter

Einer vom E-Center der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) im Jänner dieses Jahres durchgeführten Studie zufolge, erfreuen sich die unterschiedlichen Social Media-Plattformen in den heimischen Unternehmen einer immer größer werdenden Beliebtheit. Während im vergangenen Jahr 39 Prozent der hiesigen Klein- und Mittelunternehmen Social Media nutzten, greifen heuer mit 48 Prozent um knappe zehn Prozent mehr auf die Kommunikationsmöglichkeiten von Web2.0 zurück. Am häufigsten genutzt wird dabei Facebook (77 Prozent), gefolgt von Xing (56 Prozent) und Twitter (24 Prozent). Zwei Drittel der Befragten gaben an, Neuigkeiten aus dem Unternehmen zumindest wöchentlich zu posten, 18 Prozent machen das sogar täglich.

Nutzen und Ziele? 

Angesichts dieser Zahl vermag es zu überraschen, dass 41 Prozent der befragten UnternehmerInnen den Nutzen ihrer Social Media-Aktivitäten für ihren Betrieb nicht konkret zu benennen wissen. Demgegenüber geben 36 Prozent an, positive Auswirkungen ihrer Web2.0-Tätigkeiten, insbesondere in Hinblick auf die Akquirierung neuer KundInnen bzw. bezüglich der KundInnenbindung, ausmachen zu können. Erstaunlich ist, dass nur ein Viertel der bereits in sozialen Medien aktiven Unternehmen mit der Nutzung der jeweiligen Plattformen strategische Ziele verfolgt, wobei die Imagepflege sowie die NeukundInnengewinnung als vorrangige Ziele genannt werden.

Guidelines?

Zwar wird die Nutzung der sozialen Medien von den einzelnen Unternehmen also als zunehmend wichtig erachtet, weniger wichtig scheinen den Betrieben hingegen konkrete Richtlinien für den Umgang mit Web2.0 zu sein. Laut Gerhard Laga, dem Leiter des E-Centers in der WKÖ, gibt es in „zwei Drittel aller Unternehmen, die Social Media nutzen, keinerlei Richtlinien für die Nutzung." Nur 22 Prozent der Befragten geben an, eigene Guidelines zur Nutzung von Social Media entwickelt zu haben, bei 11 Prozent ist die Einführung derartiger Richtlinien in Planung.

„Don't ask, don't tell"

Obwohl laut der WKÖ-Studie 70 Prozent der Führungskräfte im Gebrauch von sozialen Medien Chancen für das Unternehmen sehen, haben nur 17 Prozent von Ihnen mit ihren MitarbeiterInnen konkrete Abmachungen über die Nutzung von Social Media getroffen. Vor allem bezüglich der Frage, ob die diversen Plattformen von den MitarbeiterInnen während der Arbeitszeit genutzt werden dürfen, herrscht Unklarheit. „Bei uns flammt die Diskussion darüber, ob Seiten wie Facebook und Twitter privat genutzt werden dürfen, in regelmäßigen Abständen immer wieder auf", sagt Thomas Hübner*, der in einer PR-Agentur tätig ist. Die derzeit firmenintern gültige Regel würde dem Motto „Don't ask, don't tell" folgen: „Ich frage nicht, ob ich meinen privaten Facebook-Account während der Arbeitszeit nutzen darf, ich tue es einfach - und die Kollegen halten es genau so", so Hübner.

Social Media-Ziel?

Hilfestellungen für den richtigen Umgang mit sozialen Medien in Unternehmen bieten die von der WKÖ entwickelten „Social Media-Guidelines für KMU". Die von den WKÖ-Experten darin versammelten Tipps sollen dabei helfen, die jeweils passende Social Media-Strategie für das eigene Unternehmen zu finden. Bevor diese Strategie jedoch gefunden werden kann gilt es das mit dem Einsatz von Social Media verfolgte Ziel klar zu definieren: Geht es um die KundInnenbindung, um die KundInnenneugewinnung, um die Gewinnung neuer MitarbeiterInnen oder um die Imagepflege?

„Das Internet vergisst nicht!"

Ist die Zielsetzung einmal geklärt, geht es klarerweise an die Umsetzung. Die WKÖ-Experten empfehlen diesbezüglich beispielsweise die bei den MitarbeiterInnen bereits vorhandenen Kenntnisse über Facebook & Co. gezielt für die Unternehmenskommunikation einzusetzen. Doch auch mit sozialen Medien noch nicht vertraute MitarbeiterInnen sollten über Social Media informiert werden und im geschützten Bereich die Möglichkeit zu einem Social Media-Training bekommen. Von einem totalen Social Media-Verbot während der Arbeitszeit wird dringend abgeraten, wäre ein solches doch „vergleichbar mit dem Kappen aller Telefonleitungen". Nicht zuletzt finden sich in dem WKÖ-Leitfaden auch Anregungen für das korrekte Verhalten in Social Media-Kontexten. So heißt es beispielsweise: „Veröffentlichen Sie nichts, was dem Ansehen Ihres Unternehmens Schaden zufügen kann. Bedenken Sie: Das Internet vergisst nicht!" (Meri Disoski, derStandard.at, 6.4. 2011)

* Namen von der Redaktion geändert

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20 Postings
Alexander Patjomkin
00
30.4.2011, 22:07
Dass unbeschränkte Globalisierung ist eher abträglich,

hat bereit die Wirtschaft und das Finanzwesen beretis eindeutig bewisen. Das gleiche triff auf die Globalisierung der Information (Internet) auch.
Es gibt immer weniger Menschen und Unternehmen, denen es immer besser geht, und immer mehr Menschen und Unternehmen denen es immer schlechter geht. Wer überall nur Brücken bauen will,
liegt falsch. Es gibt viele Sachen die man nicht verbinden sondern eben trennen muss. Der Wand ist neben dem Rad und Brücke, die grösste Erfindung der Menschheit.

KomaPoster
10
So finde zu besten Konditionen bei Lieferanten:

1. Mitbewerber klären.
2. Deren Mitarbeiter auf Facebook finden.
3. Bei relevanten Personen (Abteilungleiter/Einkäufer) die FB Freundesliste durchackern.
4. Spätestens jetzt finde ich die ersten Kontakte zu auch für mich interessanten Personen.
5. Der Mitbewerb wundert sich, woher ich schon wieder die tollen Kontakte habe.

DH. ich würde meine Mitarbeiter und deren FB Profile regelmässig screeenen. Notfalls ihnen auftragen bestimmte Freunde aus ihren Profilen zu löschen.

Mynnia
00
22.5.2011, 22:39

Das greift viel zu stark in die Privatsphäre ein, Leuten ihre Facebookfreunde vorzuschreiben. Und auch in die Meinungsfreiheit.
Aber der Nebeneffekt für Mitbewerber ist toll ;)

jassl11
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denen (also die meisten hier), die kein leben mehr ohne handy + web mehr kennen, wünsche ich dass sie in vergangen zeiten zurückgeschossen werden, nur um zu erkennen, wie irre anders (nämlich besser und wertvoller) das derzeitige leben deswegen ist.

BenutzerMich
00
ausschließlich

negative postings bis jetzt.
warum?

weil es die leute selbst nicht verwenden und deshalb nicht mögen?
weil sie negative erfahrungen damit gemacht haben?
weil sie sich fundiert mit dem thema beschäftigt haben?
weil sie negatives "gehört haben"/ vermuten?
weil ihnen fad ist?

gibts darüber diplomarbeiten o.ä.? wenn nicht, wäre doch...

Wappen hea
01

weil sie es (zumindest teilweise) frei gewählt haben nicht mit PCs ihren Unterhalt zu verdienen und deshalb froh sind diese Zeiträuber Facefook Zwitter und Whyspace erst garnicht zu verwenden.

Klar ist es fein, wenn Volksschulklassenkameraden (und -innen) sich über Facebook finden und treffen. Ich persönlich konnte und kann gut ohne, habe keine 5000 Freunde und treffe meine paar guten real laufend. Ganz ohne Twitter-Meldungen a la:
"Sitze heute in einem Kurs" und den Antworten: "Fein." - "Schönen Kurs" - "Super, echt" - "Pfau, will auch" ...

Belanglose Zeit- und Aufmerksamkeitsräuber in meinen Augen!

xray -
00

hmm. ich hab 94 Personenkontakte (davon treffe ich etwa 10 auch real ständig und koordiniere mich via facebook, mit 60 hatte ich früher oft Kontakt und freue mich, ab und zu was von ihnen zu hören, der rest ist mir halt mal so untergekommen - darf ja auch sein), sowie etwa 150 Künstler, Kulturveranstalter, Verlage, etc., die mich in den Themenbereichen die mich interessieren auf dem Laufenden halten.
viel "belangloses" kriege ich eigentlich nicht mit auf facebook - die spielchen kann man alle ausblenden, wer mich auf dem kanal unsäglich nervt, wird halt entfernt (heißt ja nicht, dass dann die freundschaft gekündigt wäre), insgesamt gibt's für mich da mehr interessantes als belangloses, somit ist es mir recht so.

GreyPaladin
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weil sie es verwendet haben und nicht mögen ;)

xray -
00

weil sie's eh schon von vornherein allwissend besser wissen.

r2pi
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wei sie es nicht brauchen :-]

Wieviel Demokratie ist es bitte?
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Im Artikel

kommt "soziale Medien" 3 Mal vor und "Social Media" 11 Mal.

Dennoch ist an diesem California Valley Suckerboys Fartbook Toxic Data Mining Major League Bullshit Business Crap nichts sozial.

Verpestungs-Profi ("Werbefachmann")
05
Die meisten Menschen merken gar nicht, dass es ihnen heute ergeht wie mit den Zuchtbienen:

Der echte, wertvolle Honig wird ihnen weggenommen, dafür wird ihnen als Ersatz Industriezuckerwasser gefüttert.

Man muss heute schon alle Kräfte aufwenden, um nicht vom Strom mitgerissen zuwerden.

Mynnia
00
22.5.2011, 22:41

Das machen die sich schon selbst. Wenn die Menschen es wollen, dann sollen sie doch.
Außerdem ist es klar, dass es einen Boom von social media gibt, aber es ist ja jetzt schon eine Abkehr von der Anfangsbegeisterung spürbar und über kurz oder lang ist es eine Werbeplattform und ein Spielzeug und die Leute gehen weg.

Magnixdenken Magfernschaun
00
23.5.2011, 12:25

stimmt. alles, was bloß auf Emotion oder Sensation beruht, verpufft sehr schnell.
Dennoch ist die Zeit, die man damit verbracht hat, futsch. Und darum ist es eigentl. schade. denn Zeit ist das wertvbollste, was der mensch besitzt.

ErikDerWikinger
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kommt vll daher, dass social direkt mit sozial und nicht mit gesellschaftlich übersetzt wird. Sozial und gesellschaftlich werden bei uns unterschiedlich interpretiert

Strahlende Aussichten
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Als 'gesellschaftliche' Netzwerke

sind die angesprochenen Instrumente aber völlig unbrauchbar! Dazu ist der Anteil an Fakes bei den Identitäten einfach zu hoch! Auch das Übermaß an Öffentlichkeit läuft Interessen von Firmen, gerade wenn es um Geschäftsanbahnung oder den Austausch innerhalb von Interessensgruppen geht, eindeutig zuwider!

Die Nachteile der sog. 'sozialen Netzwerke' überwiegen den Nutzen bei weitem!

Strahlende Aussichten
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Das heißt nix anderes, als

dass sich Leute in Fecesbook & Shitter herumtummeln, ohne eigentlich zu wissen, zu welchem Zweck.

Für KMU gibt's da auch keinen, man müsste krampfhaft einen konstruieren. Zur Kundenbindung und -aquisition gibt's auch im Web bei weitem bessere Methoden als die Dumpfbacken-Plattformen!

xray -
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mhm. ein bier trinken gehen mit freunden oder guten geschäftspartnern macht vordergründig auch keinen sinn.

Wappen hea
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Homer says: "ein Bier trinken macht immer Sinn." : )

xray -
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hmm. aber die simpsons sind doch auch so belangloser, amerikanischer cartoon-scheiß, nicht?
die antwort ist: je nachdem ...

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