Bananen als Absatz­vitamin für Fairtrade

6. April 2011, 14:27
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Die Nachfrage nach fair gehandel­ten Lebensmitteln legt um fast ein Viertel zu, Wachstums­treiber sind auch Kaffee und Blumen

Wien - Die Österreicher legen offenbar immer mehr wert auf fair gehandelte Lebensmittel aus Afrika, Asien und Lateinamerika - und die Supermarktketten erweitern ihr diesbezügliches Produktsortiment. 2010 hat der heimische Handel mit Fairtrade-Artikeln geschätzte 87 Mio. Euro umgesetzt - das ist ein Plus von 21 Prozent. Wachstumstreiber seien Kaffee, Fruchtsäfte und Blumen gewesen, so Fairtrade-Geschäftsführer Hartwig Kirner. Den größten Umsatzanteil haben mit 24,3 (23,4) Mio. Euro nach wie vor Bananen.

1.000 Betriebe an Bord

Auf Platz zwei folgt diesmal Kaffee. Der Kaffeeabsatz hat im Vorjahr um ein Fünftel auf 17,5 Mio. Euro zugelegt. Zudem, so Kirner, schenken immer mehr Gastronomiebetriebe fair gehandelten Kaffee aus. Mittlerweile seien mehr als 1.000 Betriebe an Bord, seit gut einem Jahr auch die US-Kette Starbucks.

Verdoppelt hat sich der Umsatz mit Fruchtsäften (10,2 Mio. Euro). 2010 haben die Österreicher insgesamt 5,5 Millionen Liter Fairtrade-Fruchtsaft getrunken. Schokoladenprodukte legten umsatzmäßig um 9 Prozent auf 16,8 Mio. Euro zu.

Das stärkste mengenmäßige Wachstum verzeichneten Fairtrade-Rosen - nach 12 Millionen Stielen 2009 wurden im Vorjahr 23,9 Millionen Stiele verkauft, was einem Umsatzvolumen von 7,6 Mio. Euro entspricht. Grund dafür: Einige große Handelsketten wie Rewe, Spar oder Hofer haben ihr Engagement verstärkt.

Mittlerweile sind in Österreich mehr als 600 Fairtrade-Artikel - von Kakao und Kaffee bishin zu Wattepads und Fußbällen - in über 5.000 Geschäften erhältlich. Über den österreichischen Markt haben die rund 830 Produzentenorganisationen (u. a. Kleinbauernfamilien) 2010 mehr als 19 Mio. Dollar (13,4 Mio. Euro) an Direkteinnahmen erhalten.

Produkte, die mit dem Fairtrade-Logo versehen sind, müssen bestimmte Anforderungen puncto Preis, Arbeitsbedingungen und Umweltschutz erfüllen. So müssen etwa die durchschnittlichen Produktionskosten gedeckt werden können - und Kleinbauernfamilien von den Einnahmen leben können. Zertifizierte Händler zahlen den Produzentenorganisationen außerdem eine Prämie für gemeinnützige Projekte. Weiters wird die Verwendung von Agrochemikalien auf ein Mindestmaß beschränkt, damit der Boden fruchtbar bleibt. Zwangsarbeit und "ausbeuterische Kinderarbeit" sind verboten. (APA)

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    Den größten Umsatzanteil bei Fairtrade haben mit 24,3 Millionen Euro nach wie vor Bananen.

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