Gesprengte Fliegerbombe - Waffengesetz ermöglicht Entschädigungen

6. April 2011, 14:03
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Schadenserhebung bald abgeschlossen - Zwei große Bäume am Hauptbahnhof Graz mussten gefällt werden

Die Zusammenfassung der Schäden nach der Sprengung der Fliegerbombe am Grazer Hauptbahnhof vor knapp zwei Wochen dürfte zu Beginn der nächsten Woche abgeschlossen sein, wie der Leiter des Grazer Sicherheitsmanagements, Wolfgang Hübel, am Mittwoch mitteilte. Bis dahin werde die zuständige Polizeiinspektion am Hauptbahnhof ihre Erhebungen abgeschlossen haben. Bombensplitter seien laut Hübel bis zu 1.000 Meter weit geflogen, zwei der drei großen Bäume am Bahnhof mussten als späte Folge am Mittwochvormittag gefällt werden. Sie waren laut Magistrat durch Splitter schwer in Mitleidenschaft gezogen worden.

Derzeit existiere noch kein genauer Überblick über die Schäden. Glasschäden im größeren Ausmaß durch die Druckwelle der Detonation habe es nur im unmittelbar dem Sprengungsort zugewandten Bereich am Europaplatz gegeben und in der nahen Mohsgasse gegeben. Dazu zählten u.a. die Verglasung der Haupthalle und der Bahnhofsuhr, eines Hotels und eines Kaffeehauses. Bombensplitter seien in einer Entfernung bis zu einem Kilometer bis hin zum Lendplatz gefunden worden, so Hübel: "Einige wurden uns bzw. der Polizei gemeldet, andere dürften wohl Eingang in diverse private Reliquiensammlungen gefunden haben." Seitens des Entminungsdienstes des Innenministerium habe man ihm jedenfalls gesagt, dass die Distanz von bis zu einem Kilometer rekordverdächtig sei.

Zahlungen nur für Sachschäden

Die Sperrzone rund um den Fundort der Bombe in der Baugrube zur Errichtung des Nahverkehrsknotens sei aufgrund des Katastrophenschutzgesetzes von ihm selbst eingerichtet worden, so Hübel. Bezüglich eventueller Schäden rate er Betroffenen, sich bei ihren Versicherungen zu melden. Bisher hatte nur die Wiener Städtische erklärt, bei ihren Versicherten auf jeden Fall für die Schäden aufzukommen. Man könne jedenfalls annehmen, dass zumindest von den Privatpersonen niemand leer ausgehen dürfte, denn Paragraf 42 Waffengesetz sehe u.a. vor, dass der Bund für Schäden, die Dritten bei der Sicherung oder Vernichtung von Kriegsmaterial aus der Zeit vor 1955 entstehen, bis zu "einer Höhe von einer Million Schilling" (72.673 Euro, Anm.) hafte. Dies gilt allerdings nur für Sachschäden und nicht z. B. für durch verspätete Züge entgangene Arbeitszeit und ähnlichem.

Ein Schaden anderer Art wurde von Fachleuten der Holding Graz Services Grünraum festgestellt: Zwei der drei am Bahnhofsplatz noch verbliebenen Bäume - ein japanischer Schnurbaum mit zwei Meter Stammumfang und ein Götterbaum (Umfang 2,59 Meter) wurden durch die zahlreichen Splitter "irreparabel geschädigt und mussten gefällt werden. Ersatzpflanzungen werden vorgenommen", so das Magistrat Graz. Der dritte Baum, eine Kanadische Pappel mit fast vier Metern Stammumfang, war aus härterem Holz geschnitzt: Er trug zwar ebenfalls deutliche Schrammen davon, kann aber vorerst bleiben, wenngleich eine ständige Beobachtung in den kommenden Jahren nötig sein werde. (APA)

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    Bei der gezielten Sprengung einer funktionstüchtigen Fliegerbombe am 25. März 2011 hat es keinen Personen-, aber Sachschaden gegeben - so wurde etwa der Eingangsbereich des Hotel Daniel am Haupftbahnhof schwer beschädigt.

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