Konfessionslose

Österreichs Ungläubige: Masse ohne Macht

Lukas Kapeller, 11. April 2011, 10:40
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    Sujet einer umstrittenen Atheismus-Kampagne in Wien aus dem Jahr 2009.

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    Fußwallfahrt im bayrischen Regensburg: Die Kirche vermag zu mobilisieren, ...

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    Mariazeller Souvenirs: "Hochprofessionelle und wohldotierte PR-Abteilungen."

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    Die Konfessionslosen sind dagegen stolz darauf, Ratsvorsitzenden Heinz Oberhummer (Bild) nicht anzubeten.

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    Khol: "Ein Atheist hat es schwerer als ein religiöser Mensch, der die Ethik vorgefertigt bekommt. Der Atheist muss sich diese erkämpfen."

Zwei Millionen Konfessionslose, aber fast kein Einfluss - Atheisten und Agnostiker tragen das Kreuz, sich organisieren zu müssen, obwohl viele es nicht wollen

Wien - Heinz Oberhummer geht es ums Prinzip. Der pensionierte Physikprofessor versucht den Konfessionslosen zu ihrem Recht zu verhelfen. Aufrichtig wütend war der 69-jährige Kirchenkritiker, als kein einziger Konfessionsloser eine Einladung ins Parlament bekam, um im Mai über den Ethikunterricht mitzusprechen. Alle Religionsgesellschaften - auch Kleinstgruppen wie Mormonen und Zeugen Jehovas - dürfen hingegen zwei Vertreter zur Debatte entsenden.

"Ich weiß nicht, wie viele Mitglieder wir haben, glaube aber schon, mehr als die kleinste Religionsgemeinschaft", sagt Oberhummer, Vorsitzender des Zentralrates der Konfessionsfreien, der sich aus fünf Vereinen, teils atheistischen, zusammensetzt. "Ich bin der Überzeugung, es gäbe uns gar nicht, wenn die Kirchen nicht privilegiert wären", beteuert er. Im Kreuz in Klassenräumen etwa erkennen Oberhummer und seine Mitstreiter kein belangloses Stück Holz, sondern ein Symbol für das Verhältnis von Staat und Kirche, ein Sinnbild katholischer Obrigkeit in öffentlichen Schulen. Es geht ums Prinzip. Diesmal um den Ethikunterricht.

Alle Religionen berücksichtigt

Hintergrund: Die Ethikunterricht-Enquete am 4. Mai im Parlament behandelt, ob Jugendliche in der Oberstufe, die keinen Religionsunterricht wollen, dafür zwangsweise Ethikstunden besuchen sollen. Die Befürchtung der Konfessionsfreien: Die Ethik-Lektionen werden von Religionslehrern erteilt - ein Religionsunterricht durch die Hintertür.

Das Parlament lud katholische, evangelische, muslimische, jüdische Vertreter etc., sogar alle Sozialpartner von Gewerkschaft bis Landwirtschaftskammer ein - nur die Konfessionsfreien um Oberhummer nicht. Zwar haben die Grünen dem Professor nun doch ein Ticket ins Parlament verschafft: Er darf als Experte der Partei kurz referieren.

Doch im Hauptausschuss des Nationalrates erwogen die Abgeordneten nicht einmal die Einladung der Konfessionsfreien, bestätigt man im Büro von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer. "Also wenn Sie mich fragen, haben diejenigen, die diese Enquete zusammengestellt haben, schlicht und einfach darauf vergessen", vermutet auch Ex-Nationalratspräsident Andreas Khol im Gespräch mit derStandard.at.

Atheisten wollen keine Bekenntnisgemeinschaft sein

Geht es nach der Logik des Parlaments, hätten die Konfessionsfreien wohl eine Religionsgesellschaft gründen müssen, um eingeladen zu werden. "Es ist nicht unser Ziel, eine Bekenntnisgemeinschaft zu gründen", erklärt aber Christoph Baumgarten vom Freidenkerbund, dem größten Verein von Atheisten und Agnostikern in Österreich. Vielmehr sei der Zentralrat mit Oberhummer "eine funktionierende Organisation. Es wäre an der Zeit, dass die Politik das zur Kenntnis nimmt."

Die Ignoranz des Parlaments kündet vom Grundproblem der Konfessionslosen, einer wachsenden Gruppe von bald zwei Millionen Menschen, doch ohne schlagkräftige Lobby. Am ehesten setzen sich noch die Grünen für deren Anliegen ein. "Es gibt unterschiedliche Initiativen, aber keine legitimierte Vertretung. Genau darin liegt das Problem: Wie soll man die herstellen?", fragt sich aber auch die grüne Verfassungssprecherin Daniela Musiol. Denn die Konfessionsfreien sind Menschen vom Atheisten bis zum Kirchensteuerflüchtling, vom Agnostiker bis zum Ex-Katholiken, der sich lieber sein eigenes Gottesbild zurechtlegt. "Es sind bei den zwei Millionen sicher auch viele, die an einen Gott glauben", sagt Oberhummer.

Konfessionsfreie haben oft wenig Gemeinsamkeiten

ÖVP-Politiker Khol hätte eine offizielle Einladung an die Konfessionsfreien begrüßt: "Für mich sind die Sprecher dieser Gruppen repräsentativ, auch wenn sie nur 30 Mitglieder hätten. Ich brauche keine staatliche Bestätigung." Khol nennt sich selbst einen katholischen Konservativen, respektiert aber die Haltung der Konfessionsfreien: "Mir sind ein Atheist und ein Agnostiker näher als ein Hedonist, der sagt: 'Ich beschäftige mich mit der Sache nicht, mir ist das eigentlich wurscht.' Jemand, der ganz bewusst Gott leugnet, muss hingegen ethische Grundsätze haben, weil ihn diese Frage beschäftigt." Doch auch Khol begreift Konfessionslose als inhomogene Masse: "Diejenigen, die keine Konfession haben, mit Atheisten gleichzusetzen, ist lächerlich." 2009 bezeichneten sich in der von Regina Polak veröffentlichten Wertestudie 31 Prozent der Österreicher als nicht religiös, aber nur 4 Prozent als überzeugte Atheisten.

Österreichs führenden Kirchenkritikern wie Oberhummer oder dem Atheisten Niko Alm geht es nicht vorrangig um einen ethischen Gegenentwurf zum Christentum, sondern sie kritisieren den gesetzlichen Ist-Zustand. Die österreichischen Atheisten entsagen jenseitigen Tröstungen und wollen nüchtern aufs Leben blicken. Sie wollen niemanden missionieren.

Kirchenkritische "Notgemeinschaft"

Weil die Kirchen ihre Interessen in politischen Fragen wie selbstverständlich vertreten, müssen sich aber auch die Nicht-Gläubigen organisieren, obschon sie das gar nicht wollen. Ein Widerspruch, räumt Oberhummer ein: "Wir sind in einem Stadium, wo wir das machen müssen, obwohl die meisten Konfessionsfreien, glaube ich, gar nicht in einem Verein sein wollen. Wir sind eine Notgemeinschaft."

Dass es schwieriger ist, mit dem Nicht-Glauben zu mobilisieren als mit dem Glauben, bestreiten die Konfessionsfreien nicht. "Jemand, der glaubt, hat von vornherein mehr spirituelle Kräfte als jemand, der nicht glaubt. Es ist schwieriger, nicht zu glauben", begründet das Khol. "Ein Atheist hat es viel schwerer als ein religiöser Mensch, der die Ethik vorgefertigt bekommt. Jemand, der an keinen Gott glaubt, muss sich diese erkämpfen und erschaffen."

Kampf mit ungleichen Mitteln

Baumgarten sieht außerdem das Problem, dass viele, die aus der katholischen Kirche ausgetreten sind, "mit dem ganzen nichts mehr zu tun haben wollen" - und auch nicht einer Organisation wie dem Freidenkerbund beitreten würden. "In Frankreich, wo es ein ausgeprägtes Bewusstsein für Laizität gibt, würden uns die Mitglieder nachlaufen. So müssen wir den Mitgliedern nachlaufen", sagt er.

Der Wettstreit mit den Kirchen ist ein Kampf mit ungleichen Mitteln. "Wir haben nicht die hochprofessionellen und wohldotierten PR-Abteilungen der Kirche", sagt Oberhummer. Dennoch wollen Österreichs Konfessionsfreie auch weiter die Stimme erheben, auch mit dem geplanten Kirchenvolksbegehren. Über die katholische Öffentlichkeitsarbeit sagt Oberhummer: "Da können wir etwas lernen, da sind wir ein Zwerg. Wie David gegen Goliath, um eine Geschichte aus der Bibel zu zitieren." (Lukas Kapeller, derStandard.at, 11.4.2011)

 

ORF-Sendung "Orientierung" zur Kreuz-Debatte.

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Salz Burger
10
Welche Macht?

Ich finde das nicht so schlimm. Macht haben die Religionen nur über jene Dummerln, die ihnen das Geschwafel vom lieben Gott abnehmen. Die werden recht schnell weniger.

Dass der Staat mit Steuergeld die Kirchen fördert, kann ich verstehen. Das trägt zum sozialen Frieden bei, von dem wir alle profitieren. Immerhin brauchen viele Menschen diese geistige Krücke, weil sie nicht alleine laufen können.

Ich wünsche mir nur, dass die Förderungen halbwegs transparent ablaufen. Vielleicht kann man das irgendwie berechnen. Dann könnte man es mit Förderungen von anderen Vereinen vergleichen.

hema1
 
00
19.4.2011, 11:08
Die Ethikunterricht-Enquete am 4. Mai im Parlament

Schade dass auch ich nicht eingeladen bin. Würde auch gerne daran teil nehmen.
Es gibt nur einen Gott und wir Menschen sind alle Brüder und Schwestern mit einem von Gott gegebenem Gewissen und einem freien Willen.
Wir sollten in Liebe miteinander verkehren und das Recht auf Meinungsfreiheit und Religion respektieren.
http://www.hopeland.at

Der Mann in Orange
00
16.5.2011, 10:15

die notwendigen voraussetzungen, ein gewissen zu entwickeln, hat die evolution erschaffen. das gewissen, moral und ethische vorstellungen über "das richtige" sind genuin menschliche konzepte, die nachweislich ohne gottes zutun entstanden sind; der "freie wille" ist durch verschiedene materielle prozesse vollständig determiniert. "geist"/bewusstsein ist nichts weiter als ein emergentes phänomen, das letztlich auf den chemischen prozessen in ihrem hirn basiert.

auch die vorstellung von gott, die sie haben, liegt dort. da sie also dem diktat der chemie nach an einen gott glauben, kann ich es ihnen auch nicht vorwerfen. have a nice day!

twertwert
00
16.5.2011, 11:27
Naturalistische Stehsätzchen.. plausibel, interessant, zweifellos auch passend und ironischerweise gebetsmühlenartig runterleierbar, und, wenn man's genau betrachtet, völlig ohne Aussage.

Selbst wenn wir nach unserem chemischen Diktat nach an einen Gott glauben müssten, würde das keine Aussage über dessen Existenz zulassen. Es gibt keine Diskussion darüber, es gibt nur Leute, die ihren Glauben, egal ob an Existenz oder Nichtexistenz eines Gottes, besser vertreten können oder schlechter.

Gott lässt sich weder logisch ausschließen, schon gar nicht empirisch und - zum Leidwesen all jener, die Gottes Stimme meinten zu hören, lässt sich's auch umgekehrt nicht ausschließen.

Allerdings finde ich's schon ein wenig arrogant von Ihnen, sich darzustellen, als hätten Sie die Welt durchschaut und könnten auf jene herablächeln, die noch ihrem "chemischen Diktat" nachkriechen. Denn nichts anderes als Glaube ist das.

Der Mann in Orange
00
17.5.2011, 16:17

es lassen sich vermeintliche "wunderheilungen", esoterische behauptungen, besessenheit, gottesstimmen und nahtoderlebnisse wunderbar mit unseren aktuellen erkenntnissen über die funktionsweise des gehirns in einklang bringen. gott braucht man dazu nicht, den teufel auch nicht.

das ist KEIN glaube, auch wenn vertreter/innen der religionen das so behaupten; es ist naturwissenschaftliche erkenntnis und sehr weit von dem, was gläubige unter "glauben" verstehen, entfernt.

ich habe nirgendwo behauptet, die welt durchschaut zu haben, das geht auch nicht. aber es gibt genug erkenntnis, um gewisse aberglauben auszuschließen - und gott gehört zu diesen.

twertwert
00
17.5.2011, 17:00

Sie begehen einen Fehlschluss, indem Sie durch die Falsifizierung vieler Aussagen Gläubiger darauf schließen, dass Gott ebenso eine Aussage ist. Gott (sowie alles Wissenschaftliche ebenso) lässt sich nicht durch Induktion als unwahr/wahr beweisen.

Ich bin auf Ihrer Seite, wenn Sie diverse Religionspraktiken und Aussagen anzweifeln - gewisse Aberglauben lassen sich ausschließen..

..Gott allerdings gehört nicht zu diesen. Ganz abgesehen davon, dass "Gott" kein Begriff ist, den jeder gleich erklären würde. Das erschwert Aussagen wie die Ihre und macht sie - genau genommen - unsinnig.

Salz Burger
00

Einen? Sie können ja nicht mal einen einzigen Beweis für diesen einzigen Gott nachweisen!

Für Liebe braucht niemand einen Gott. Der ist da eher schädlich und könnte die Stimmung verderben, zumindest wenn man das, was die selbsternannten Diener dieser eingebildeten Figur, ernst nimmt. Das werden aber eh immer weniger.

twertwert
00

Meine Güte, Sie Totengräber. Da bekomme ich tatsächlich noch eine Mail darüber, dass jemand hier gepostet hat, und dann ist's wieder nur so inhaltsloser Quatsch :(...

Es gibt einfach nichts Lästigeres als religiöse Fundamentalisten, nichts Sinnfreieres und der Logik Entbehrenderes als deren Argumente, und nichts Unausstehlicheres als die Tatsache, dass niemand zugeben will, dass er Teil davon ist. Und dazu zählen blinde Gläubige genauso wie die militanten Atheisten, denen die Eier schwellen, wenn sie den Glauben anderer hauptschülerisch attackieren.

Was soll denn so ein Müll?

Derfdeswoarsein
 
01
22.4.2011, 12:52
Falscher Link!

richtig muß es heißen:

http://www.wagner-jauregg.at/

Alexander Patjomkin
03
15.4.2011, 20:35
Ein naturwissenschaftlich gebildeter Mensch ist wahrscheinlich weder religiös noch ungläubig..

Der eine ist zu naiv für ihn, der andere zu arrogant..
Die Welt ist ist auf der einer Seite absolut "göttlich" und unerklärbar. Die Physiker wissen zwar immer mehr, und das ist sehr gut, weil dieses Wissen nuztbar ist, aber die grundsätzlichen Fragen blieben
geheimnisvoll. Wahrscheilich können wir diese mit unserem Verstand nie verstehen. Einen Kuh kann man nie mit der Differenzialrechnung vertraut machen.. Unter solchen Umständen zu behaupten, das "ich weiss, dass Gott nicht gibt", ist ebenso eine grosse Naivität, wie religiös zu werden..

sunshineFX
00
18.4.2011, 11:25
Weder naiv noch arrogant...

...wäre die eventuelle Bezeichnung von Atheisten, die eher der Naturwissenschaft folgen. Hier bestimmt eine von Menschen erstellte Norm um die Gesellschaft zu schubladisieren. Der Mensch war immer schon sehr daran interessiert herauszufinden, woher er stammt. Da das leider zu wenig genutzte Gehirn eines Menschen den Begriff "Unendlichkeit" nicht erfassen kann, beginnt er sich mit Mutmaßungen zu beruhigen. Im Grunde wissen wir alle rein GAR NICHTS !!!

Herman M
05
17.4.2011, 13:49

wie es der franz. schriftsteller andré gide so treffend sagte:
"Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben."

Charlie Brown
01
17.4.2011, 12:18

Nur weil etwas unerklärbar ist, ist es nicht göttlich.

Und die allerwenigsten behaupten zu WISSEN, dass es keinen Gott gibt. Für sie ist die Existenz Gottes halt nur gleich "gut" belegt wie die Existenz des Osterhasen und somit nicht sehr beachtenswert.

Hier ist alles so..
00
14.4.2011, 14:38
Es wird Zeit für 'Die Praxis'

Möglicherweise müssen wir aber warten bis wir von den 'Shaa' gefunden werden ;-D

Hilde Knef
07
14.4.2011, 14:34
Atheistin?

Bin nicht ganz sicher was ich bin. Aber ich weiß was ich denke. Nämlich, dass Gott nicht gibt. Dass REligionen Unternehmen (Vereine), sogar mit einem Logo! Diese Unternehmen benötigen viele Miglieder und ihr Inhalt mit dem sie sich noch im 21. Jh. auseinandersetzen, wurde vor tausenden bzw. hunderten Jahren von jemandem geschrieben. Bitte, ist die Aufklärung denn zur Gänze an uns vorbeigegangen? Ich finde es peinlich was im Namen von Glaubensgemeinschaften immer noch vielen von sich gegeben wird und was da abgeht in der Welt.

Derfdeswoarsein
 
00
22.4.2011, 12:57
Ganz genau!

Ich bin auch bei keinem dieser Vereine, aber heute früh auf Radio Wien kam die Nachricht, daß irgend ein "Experte" eine Spezialsteuer für alle fordert, weil es zu viele Kirchenaustritte gibt und die Kirche Probleme mit der Finanzierung hat.

Das ist ein Skandal - wenn es denn wahr ist. Im Standard hab ich nix davon gelesen, aber was sagt das schon. :-)

suika
05
13.4.2011, 19:47
Konfessionslos heißt nicht atheistisch

Nur weil man nicht offiziell für eine Konfession registriert ist, heißt das doch nicht automatisch, dass man auch Atheist oder Agnostiker ist. Es gibt beispielsweise genug freikirchliche Christen, die als "ohne Bekenntnis" gelten. Daher halte ich die Zahlen für übertrieben, immerhin sagen laut Umfragen nur 2-4%, sie seien Atheisten.

pox vobiscum
13
14.4.2011, 10:59

Wie kommt es dann, dass sehr viele registrierte (Kirchenbeitrag zahlende) Christen von sich sagen, dass sie an keinen Schöpfergott glauben?
Ich traue diesen Umfragen nicht, wer weiß schon wie die Fragen formuliert sind und wer was wann gefragt wird.

sunshineFX
00
18.4.2011, 11:31
Gesellschaftsdruck...

...macht's möglich. Denn wer nicht bei der Kirche ist, wird nicht getauft, erhält nicht die Kommunion etc. und er kann nicht kirchlich heiraten, was vielen - oft aus Romantikgründen - sehr wichtig ist. Auch so kann ein freiwilliger Zwang entstehen, sich der Kirchensteuer zu unterwerfen.

Chien de Pique
15
15.4.2011, 02:10

Sehr richtig. Taufscheinkatholik = ungläubig, aber nicht konfessionslos.
Konfessionsloser = ohne (anerkanntes, aktenkundiges) Bekenntnis, aber nicht zwangsläufig ungläubig.
Wahrscheinlich kommt man insgesamt locker auf dieselbe oder eine noch weit höhere Masse an Ungläubigen, aber die Gleichung: Population minus Religionsmitglieder = Ungläubige ist definitiv grundfalsch und ein atheistischer Physikprofessor kann die 2 Mio. Konfessionslosen in ihrer Bandbereite von Atheist über Agnostikerin über ausgetretene gläubige Katholikin und Mutter-Natur-Spirituelle, Magier, Schamanin und Satanist bis fanatischer, eigenbrötlerischer Fundamentalist oder Sektiererin in ihren Interessen niemals auch nur in Ansätzen angemessen vertreten.

It'tksirkrk
00
26.4.2011, 16:02
Ausgezeichneter Kommentar. Endlich jemand der die ganze Bandbreite von Glaubens- und Nichtglaubensvorstellungen in der Bevölkerung anspricht.

Woran es wirklich krankt ist die institutionalsierung von Religion in AT. Lt. Gesetzt gibt es drei Arten von Glaubensgemeinschaften. Das gehört dringend geändert. Alle Glaubensgemeinschaften gehören auf den Status von privaten Vereinen, mit einer Pflicht sich dem demokratischen Vereinsrecht zu unterwerfen, umgegründet.

Der Staat hat sich strikt neutral dazu zu verhalten und keiner dieser Vereine darf irgend einen Einfluss auf das politische Geschehen ausüben. Die Mitglieder sind selbstverständlich Teil der Gesellschaft und können, ja sollen, sich von ihrem Standpunkt aus einbringen. Neutralität bezieht sich auf den Staat und seine Organe, niemals auf die Privatpersonen.

Religion hat Privatsache zu sein.

Gendo
12
14.4.2011, 08:05

Strohhalm Taktik. Wenn Inhaltlich die Argumente langsam Erodieren dann wir Zahlenmäßig der ungläubige Gegner angegangen, so wird schnell zwischen den echt bösen Atheisten und eh schon fast dem Christentum angehörigen Agnostikern und völlig vereinnahmten Zweifler differenziert (tja wo sind die Zeiten hin wo alle 3 die gleichen Höllenqualen erwarteten).
Es ist richtig das bei weiten nicht jeder der keiner Kirche Angehört ein Atheist ist, viele haben ihre eigenen Glaubensgebilde, die Finden aber die finden oft genau so wenig ihre Vorstellungen von den ofizellen Kirchen vertreten.
Religionen sind der schlimmste Feind der Glaubensfreiheit!

Der Mann in Orange
01
14.4.2011, 02:42

bis vor kurzem hätte ich mich auch nicht getraut, zu sagen, dass ich atheist bin.
das lag aber nur daran, dass ich nicht gewusst hab, dass streng genommen auch alle agnostiker atheisten sind.

entenhausener
00
16.4.2011, 18:57

Agnostiker und Atheisten sind per definitionem nicht das gleiche.

Annata
010
13.4.2011, 19:23
Wenn man sich die Welt ansieht und wie sehr diese Wüsten Mythen tausende Jahre später noch immer eine Rolle spielen, fühle ich mich an Dune erinnert.

Die Christen warten auf die Wiederkehr des Messiahs, die Juden auf die Ankunft des Messiahs und die Moslems auf den Mahdi. Selbstredend das all diese 3 Ereignisse das Ende der Welt signalisieren und die letzte Schlacht. Juden gegen Moslems und die Christen sehen es sich vom Himmel an!

So schädlich ist wohl sonst keine andere Ideologie wenn man sich die Realität echter Weltuntergangwaffen vor Augen führt.

Zeit diesen Blödsinn hinter uns zu lassen und das Ungläubige nicht mehr nickend zustimmen, dass diese 3 Religionen förderlich für Frieden und Fortschritt seien

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