Lehrer-Dienstrecht neu

Mehr Geld für Junglehrer, dafür aber mehr Anwesenheit

1. Mai 2011, 14:01
  • Artikelbild
    foto: standard/cremer

    Bis 2025 geht rund die Hälfte der 120.000 Lehrer in Pension.

Fragen und Antworten zu den Verhandlungen zwischen Regierung und Gewerkschaft

Am Montag um 13 Uhr trafen Lehrergewerkschafter und Bundesregierung aufeinander, um über das neue Lehrerdienstrecht zu verhandeln. Bis 2025 geht rund die Hälfte der 120.000 Lehrer in Pension. Ein neues Dienstrecht soll den Beruf wieder attraktiver machen. Doch worum geht es im Konkreten? Welche Änderungen wird das neue Dienstrecht mit sich bringen? derStandard.at beantwortet ein paar grundlegende Fragen.

*****

Frage: Was wird zwischen Lehrervertretern und Regierung verhandelt?

Antwort: Sechs Themenfelder stehen zur Diskussion: Berufsbild, Definition der Funktionslaufbahn, Besoldungsmodelle, Mittleres Management und Schulleitung, Verwaltungspersonal sowie Übergangsbestimmungen hin zu den neuen Regelungen. Konkrete abschließende Inhalte gibt es nicht, in einigen Bereichen sind die Verhandlungspartner sich aber einig, in anderen nicht. Die Themen Besoldung und Lehreranwesenheit werden wohl der Knackpunkt sein.

Frage: Wer ist von dem neuen Dienstrecht betroffen?

Antwort: Die Verhandlungen - anders als früher - sollen nur die zukünftigen Lehrer betreffen. Bereits im Dienst befindliche LehrerInnen können für die künftige Regelung kooptieren, müssen aber nicht. Neben dem Gehaltsschema, steht die Anwesenheit der Lehrer in den Schulen und eine gemeinsame Ausbildung aller LehrerInnen zur Diskussion.

Frage: Wie soll künftig das Gehaltsschema ausschauen?

Antwort: Bei Regierung und Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) herrscht Einigkeit darüber, dass die Gehaltskurve flacher als bisher ausfallen soll. Dafür sollen die Einstiegsgehälter ansteigen. Lehrer-Gewerkschafter Walter Riegler sagte im Jänner, dass eine "ehrliche Kippung der Gehaltskurve sicher kein Problem" sei - "wenn aber bei der Gesamtsumme weniger herauskommt, ist das kein gangbarer Weg". Dieses System wird insgesamt am Anfang wohl teurer sein, wenngleich von Regierungsseite der Wunsch besteht, dass das Schema "kostenneutral" sei. Durch die hohe Anzahl derjenigen, die in den nächsten Jahren in Pension gehen, wird das Lehrerbudget entlastet. Man erhofft sich durch die Veränderung im Gehaltsschema den Lehrberuf attraktiver und konkurrenzfähiger zu machen.

Derzeit verdient ein/e VolksschulehrerIn am Anfang ihres Berufsleben laut Gehaltstabelle für das Jahr 2011 1764,40 Euro brutto, ein/e AHS-LehrerIn 2.107,10 Euro brutto. In der Volksschule liegt das höchste Brutto-Gehalt bei 3.586 Euro, bei GymnasiallehrerInnen am Ende ihrer Dienstzeit bei 5.060,90 Euro brutto. Alle Beträge ohne Zulagen.

Frage: Welche Diskussionen gibt es bei der Arbeitszeit?

Antwort: Bei der Frage der Arbeitszeit ist das Thema Anwesenheit das wohl umstrittenste. Die Regierung fordert, dass JunglehrerInnen künftig länger in der Schule anwesend sind, auch um Ganztagsschulen besser umzusetzen. Die Lehrergewerkschaft zeigt sich bislang von dem Vorschlag nicht überzeugt. Beim Punkt Mehrarbeit blieb die Gewerkschaft schon einmal hart und setzte sich durch, die 2009 geforderten zwei Stunden Mehrarbeit konnte Bildungsministerin Schmied nicht umsetzen.

Frage: Heißt mehr Anwesenheit in der Schule, auch mehr Stunden in der Klasse?

Antwort: Für Ministerin Claudia Schmied ist dies "kein Tabu", seitens der Gewerkschaft wird dies abgelehnt, auch wenn es nur die jungen Lehrer betrifft. Unlängst forderte der Lehrergewerkschafter Jürgen Rainer sogar eine Stunde weniger in der Klasse.

Frage: Was ist unter dem Verhandlungspunkt "Mittleres Management" zu verstehen?

Antwort: An großen Schulstandorten mit mehr als 100 Lehrern soll künftig ein mittleres Management eingerichtet werden. Außerdem soll vor dem Hintergrund, dass immer mehr soziale Probleme in die Schule getragen werden, verstärkt Unterstützungspersonal eingesetzt werden. Auch in der Administration soll es mehr Hilfspersonal geben.

Frage: Wie will man Personen aus anderen Berufsfeldern für den Lehrerberuf gewinnen?

Antwort: Quereinsteigern soll der Lehrerberuf - auch angesichts des Personalmangels - schmackhafter gemacht werden. Außerdem soll es für Lehrer mehr Möglichkeiten zum Umstieg in andere Schultypen und in die Privatwirtschaft geben.

Derzeit ist es für Interessenten aus der Privatwirtschaft nicht sehr attraktiv, in den Lehrberuf zu wechseln. Nur maximal 1,5 Jahre Berufserfahrung werden angerechnet. Der Mangel an Um- und Ausstiegsmöglichkeiten für Pädagogen, die nicht mehr in der Schule unterrichten können oder wollen, gilt als Erklärung für die vielen Burn-Out-Fälle im Schulbereich. Die neue Pädagogenausbildung soll einen unkomplizierten Wechsel in andere Schultypen ermöglichen.

Frage: Wer verhandelt das neue Dienstrecht ?

Antwort: Bei der ersten Runde am 5. April waren Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, Bildungsministerin Claudia Schmied (beide SPÖ), Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka und Bildungssprecher Werner Amon (ÖVP) sowie der Vorsitzende der Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes und zweiter Nationalratspräsident Fritz Neugebauer (ÖVP). In weiteren Runden sollen auch die eigentlichen Lehrergewerkschafter aus den Pflichtschulen, den AHS, den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen, den Berufsschulen und den Landwirtschaftsschulen teilnehmen. Da Lopatka nun nicht mehr der Regierung angehört, wird ihn wohl ein anderes Mitglied, vermutlich Maria Fekter ersetzen.

Frage: Wie lange sollen die Verhandlungen dauern?

Antwort: Bei der ersten Verhandlungsrunde wollte Lehrer-Gewerkschafter Neugebauer sich dazu nicht äußern: "Von mir hören Sie keinen Zeitplan." Aus der Sicht von Claudia Schmied soll das Projekt jedoch bis zum Jahresende beendet sein. (seb, APA, derStandard.at, 1.5.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 528
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12
Juan Tamariz
00
14.5.2011, 11:17
Das sind mal gute Ideen die hoffentlich auch realisiert werden.

Dr_Olaf
 
04
Österreicher- Mentalität

Verfolgt man die Diskussion über Lehrerarbeit(szeit) hier im Forum, so macht es den Anschein, als wäre der Kern ein "Mir geht es schlechter darum habe ich eine größere Existenzberechtigung" - Gerangel. Die miesesten Arbeitsbedingungen, die schlechteste Bezahlung gewinnen, und jeder/jede fühlt sich genötigt, Gründe aufzuzählen, warum er/sie es noch schlechter ausgefasst hat als der Vorposter.

Eine traurige Gesellschaft, in welcher man nur dann etwas "zählt" wenn es einem so richtig schlecht geht. Aber das ist Österreich. Raunzkultur pur.
PS: Ja, ich raunze selber auch. Genau genommen gerade jetzt mit diesem Posting.

marie berg
70
wer schreibt hier,

dass es ihm schlecht geht, ausser vielleicht ein paar sehr frustrierte vertreter der lehrerzunft?

Schaumschläger Raumpfleger
02

wie ist es eigentlich so, wenn man eine
Meinung vertretet und niemanden interessiert es?

rigil kent
01

Wieder einmal falsch: Wo sehen Sie "die paar"?

kuonrad
02
Der nächste Bergmarieansatz von oben her -

und wieder beginnen 2 mit ihr zu diskutieren.
Mit mir hat sies weiter unten auch probiert.
O du heiliger Strohsack.

clangi
03
es ist einfach lustig!

und bei ihr wohl eine art therapie!
folglich ists ideal, wenn sich manche hi und da mit ihr abgeben - spart uns sicher jede menge kosten (therapeut, geschlossene....)

ride my pimp
13

Die Arbeitsbedingungen verschlechtern sich nur für die Junglehrer massiv.
Da wird man sicher das dringend benötigte, motivierte, hochqualifizierte Personal finden, das süüüberhaupt nie auf die Idee käme, sich etwas Besseres zu suchen!

ride my pimp
00

Die Arbeitsbedingungen verschlechtern sich nur für die Junglehrer massiv.
Da wird man sicher das dringend benötigte, motivierte, hochqualifizierte Personal finden, das sich üüüberhaupt nie auf die Idee käme, sich etwas Besseres zu suchen!

clangi
06
waldschrat und marie...

behaupten beide, sie wären selbstständig!
sie haben aber jede menge zeit, hier tagsüber dauerzuposten, vorwiegend gegen lehrer!

ich denk, ich lass den stressigen lehrerjob auch und mach mich selbstständig - scheint ja enorm gemütlich zu sein!

aber witzig ists wirklich - dauerposten den ganzen arbeits(??)tag und schimpfen, die lehrer tun nichts...

Waldschrat
 
70
Sie neigen zu lehrertypischen Übertreibungen -

denn bei mir kann man im Gegensatz zu ihnen nachlesen, was wann und wie oft ich poste. Das Ganze nennt man dann auch Transparenz - also etwas mit dem Lehrers nicht so viel am Hut haben.

Und wie ich meinen (Arbeits-)tag gestalte geht sie einen feuchten Kehricht an.

Wenn dagegen sie während der angeblichen Arbeitszeit der Lehrer ( oder war um 12:54 gerade große Pause oder Freistunde? ) posten geht mich das schon was an.

clangi
04
es war freistunde...

dies dürfte sie schwerst arbeitenden menschen aber nichts angehen würd ich mal sagen (auch wenn natürlich nur sie allein mein gehalt zahlen - wir lehrer zahlen schließlich keine steuern!)

übrigens: ich werd mich die nächsten 2 h auf morgen vorbereiten - was tun sie heute noch so?

marie berg
40
falsch.

ihr gehalt trägt zu 100% die öffentliche hand.

clangi
04
dann hab ich mich wohl geirrt, sorry...

wie konnte ich nur?

kuonrad
07
Warum sollte um 12h45 nicht gerade Pause oder Freistunde sein?

Was die Bergmarie betrifft, können Sie meine Meinung jederzeit nachlesen, da wäre jedes Wort eine Verschwendung.

Was Sie betrifft: Was glauben Sie eigentlich, wer Sie sind? Von der Präpotenz her ("Ich zahle die Lehrer", "Wenn Sie in der Freistunde posten, geht es mich schon etwas an"), die nur noch durch Ihren Größenwahn und Ihre Selbstüberschätzung übertroffen wird, könnten Sie die Inkarnation des MatthäusLoddars sein, der schon verdächtig lang inexistent ist. Wenn Clangi in einer Freistunde oder Pause postet, geht Sie das einen Dreck an, nicht mehr und nicht weniger.

Um es gleich klar zu stellen: eine Diskussion mit Ihnen wird es von meiner Seite nicht geben, egal mit welcher Überheblichkeit und Selbstgefälligkeit Sie mir antworten. Me

marie berg
80
sie verschwenden ihre

worte aber gerne, da sie eigentlich auf fast alle meine postings antworten - sofern man ihre billigen untergriffe und mobbingversuche als "antworten" bezeichnen kann.

isai
02
Mobbingversuche im Forum - ich dachte das gibt's nur in der (Schul-)Klasse :D :D

Waldschrat
 
70
Sinnverstehend zu lesen

ist bei vielen ein Problem ( sagt z.B. auch Pisa ), bei LehrerInnen anscheinend aber genauso oft wie bei deren Schülern.

Also lesens das mit der Freistunde noch 5 mal langsam durch, dann wird es hoffentlich auch ihnen dämmern, wie das eindeutig zu verstehen war.

Wenn nicht, dann stellens sich halt 15 Minuten ins Winkerl und schämen sie sich, alternativ kann ich sie auch ins Klassenbuch eintragen: "Kuonrad ist wieder einmal nicht in der Lage dem Unterricht zu folgen!"

rigil kent
01

Die Anwendung der Floskel "sinnverstehend lesen" ist beinahe inflationär geworden. Zum Überlegen schlag nach bei
http://de.wikipedia.org/wiki/Kons... hologie%29

D/E
05
A propos Präpotenz:

Wie Sie draufkommen, dass irgendjemand, der bei Verstand ist, Ihre Postings mehr als einmal liest, kann ich mir nur damit erklären.

clangi
03
wie man solch einen unsinn anders deuten kann...

versteh ich nicht so recht!
hat ein lehrer kein recht auf eine pause so zwischen 12- u. 13 h?
anscheinend wohl nicht...

Anna Huber28
05
ein etwas anderes modell

neben einem gleichen grundgehalt für alle! lehrer sollte es eine leistungsgerechte entlohnung geben. dazu gehören entlohnungen pro unterrichteten schüler, entlohnung pro korrektur (sa, tests, projekte, matura, ...), entlohnung für kv-tätigkeiten, organsisationen von projektwochen, sozialberatung und andere tätigkeiten im schulbereich.
was ist zurzeit ungerecht? dass ein hs-lehrer (verhaltensoriginelle schüler, große klassen) weniger verdient als ein ahs-lehrer, dass es in der bezahlung keine rolle spielt ob im unterricht 36 oder 12 schüler sitzen, ob der lehrer viel korrigiert oder weniger, engagiert ist oder weniger engagiert. gehen wir weg von der stundenzählerei - hin zur anerkennung der tatsächlichen leistung eines lehrers.

Orbit Ohne Zucker
30
Das Berufsbild

Ich finde es sollte lang und ausführlich über das Berufsbild diskutiert werden, da die Beteiligten anscheinend gänzlich verschiedene Vorstellungen davon haben.
Ich finde zB, dass "LehrerIn" ein Sozialberuf ist. Mit einem fachlichen Schwerpunkt, der je nach Altersgruppe verschieden ausgeprägt ist. Zu einem Sozialberuf gehört auch Reflexion, Supervision und professionelle Interaktion mit allen Beteiligten. Da gibts Administratives und Organisatorisches zu tun. Manchmal mehr, manchmal weniger.
Es gibt ein Gehalt (all inclusive) und die Arbeit, die da ist, muss gemacht werden. Organisatorische Probleme müssen eben gelöst oder eine Ebene nach oben gekickt werden. Ein normales modernes Arbeitsleben halt... #istnichtimmerleiwand

Dr_Olaf
 
07
Es ist zu überlegen…

…ob nicht hier eine schärfere Trennung zwischen fachlichem, sozialem und administrativem sinnvoll wäre.
Die momentane Diskussion um das neue Berufsbild geht mir erschreckend in Richtung der berühmten "eierlegenden Wollmilchsau", was, fürchte ich, bedeuten würde, die Lehrer der Zukunft würden alles können, aber dafür nichts richtig gut. Nicht umsonst sind sind Sozialarbeit, Sonderpädagogik, Jugendpsychologie, Krisenintervention etc eigene Fachgebiete mit langjährigen Ausbildungen.
Ich behaupte keineswegs, Lehrer sollen reine Fachdeppen werden die nur ihr Fach herunterbeten können und von Pädagogik keine Ahnung haben, aber den Zugang "all-rounder ohne Tiefgang" halte ich für problematisch. Unsere Kinder haben Experten verdient,nichts weniger.

Kärntna
00

Arbeitsteiligkeit ist sicherlich voranzutreiben. Hier muss man aber auch soweit sein, dass man den Lehrern bei der Vorbereitung hilft und ihnen hier auch einen Teil davon wegnimmt. Aktuell läuft es ja so, dass jeder Lehrer die besten Übungsmaterialien erstellt und jeder eben alles macht.

Jeder hat seine Stärken und dies soll eben auch angepasst werden, dazu muss man sich aber mal bewegen und Mut für Veränderungen besitzen. Das passiert aktuell noch nicht bei den Betroffenen Verantwortlichen.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 528
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.