Grab des (möglichen) "Mona Lisa"-Modells wird geöffnet

6. April 2011, 13:28
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Krypta in Florenz entdeckt, in der sich die Gebeine von Lisa Gherardini Del Giocondo befinden könnten

Florenz - Falls die traditionelle Sichtweise von Leonardo da Vincis "Mona Lisa" doch zutrifft und das Gemälde die Florentinerin Lisa Gherardini Del Giocondo abbildet ... hätte diese sich wohl in ihren schlimmsten Träumen nicht ausgemalt, was später alles in ihr Porträt hineininterpretiert werden sollte: Etwa dass es in Wahrheit einen Mann darstelle, vielleicht sogar Meister Leonardo selbst. Immerhin: Die 1542 verstorbene Kaufmannsgattin kann darob wenigstens nicht mehr beleidigt sein.

Italienische Forscher versuchen nun das Aussehen der Edeldame zu rekonstruieren, um die Hypothese zu überprüfen. Dafür brauchen sie ihren Totenschädel - und dafür müssen sie erst einmal ihr Grab finden. Das Grab soll sich beim ehemaligen Kloster "Sant'Orsola" in Florenz befinden: Ein Bodenradar hat dort eine unterirdische Krypta entdeckt, die vermutlich Gräber aus dem 16. Jahrhundert enthält. Die dort eventuell nachweisbare DNA der Toten soll dann mit dem Erbgut der beiden Kinder von Lisa Gherardini abgeglichen werden.

An der Untersuchung im Auftrag des Nationalkomitees für Kultur beteiligen sich Geologen, Anthropologen und Kunsthistoriker. Ob sich die Gebeine von Lisa Gherardini wirklich in dieser Krypta befinden, ist allerdings offen. Beim Bau eines unterirdischen Parkplatzes in den 1980er Jahren könnten die Knochen verschleppt worden sein, berichtete die Zeitung "La Stampa". Da ist eine Menge Vielleichts im Spiel - eine unwiderlegbare Identifizierung der "wahren" Mona Lisa erscheint also weiterhin eher unwahrscheinlich. (APA/red)

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