Schärfere Grenzwerte für Lebensmittel aus Japan

6. April 2011, 12:17
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Europäische Obergrenzen werden an japanische angepasst

Die EU will nach Angaben von Europa-Abgeordneten innerhalb einer Woche schärfere Strahlengrenzwerte für importierte Lebensmittel aus Japan beschließen. Der CDU-Gesundheitspolitiker Peter Liese sagte am Mittwoch in Straßburg, EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso habe zugesagt, dass die Kommission am Freitag einen formellen Vorschlag vorlegen werde. Dieser sehe vor dass die europäischen Grenzwerte an jene von Japan angepasst würden. Binnen einer Woche sollen die neuen Regeln dann in Kraft treten, sagte Liese.

Liese übte Kritik an den zuständigen Beamten in der EU-Kommission. Diese hätten wissen müssen, dass die Strahlengrenzwerte in Japan und für Lebensmittel aus der Umgebung von Tschernobyl niedriger als in der derzeitigen Notverordnung der EU seien. Auch gebe es derzeit keinen Nahrungsmittel-Notstand in der EU, die Union importiere kaum Lebensmittel aus Japan. Die nunmehr beschlossenen europäischen Grenzwerte seien nach allgemeiner Einschätzung zwar gesundheitlich nicht problematisch, der Beschluss sei aber dennoch "nicht nachvollziehbar". So ist in der EU-Verordnung etwa für Caesium ein Wert von 1.250 Becquerel pro Kilogramm vorgesehen, in Japan lag der Wert bei nur 500 Becquerel. "Das ganze Theater hätte man sich sparen können", sagte Liese. (APA)

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