Weibliches Filmschaffen vor 1999 in Österreich

6. April 2011, 11:16
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Filme von u.a. Margareta Heinrich, Leontine Sagan und Lisl Ponger im April im Metro-Kino zu sehen - Auftakt zur längerfristigen Beschäftigung

Wien  - Spot on auf das weibliche Filmschaffen Österreichs: Im Wiener Metrokino startet unter dem vieldeutigen Titel "Shooting Women" am Freitag eine Filmreihe, die das weibliche cinematografische Werk Österreichs vor 1999 beleuchtet. Bedacht werden sollen dabei vornehmlich jene Protagonistinnen, die im Zuge der Filmgeschichtsschreibung ins Abseits geraten oder gänzlich vergessen sind. Die Filmreihe folgt einem heurigen Special des Partners Diagonale und ist als Auftakt zu einer längerfristigen Kooperation zwischen dem Filmfestival, der Austrian Director's Association (ADA) und dem Filmarchiv gedacht. Fortsetzung folgt also.

Special über Margareta Heinrich

Zum Start in die vertiefte Beschäftigung gehört unter anderem ein Special zur früh verstorbenen Margareta Heinrich (1951-1994). Zu sehen sind ihre vier Werke "Zwielicht" (1978), "Der Traum des Sandino" (1980), "Genossinnen" (1983) und "Totschweigen" (1990-1994). Überdies erscheint parallel dazu ein Band zur Regisseurin im Filmarchiv-Verlag, der am Eröffnungsabend präsentiert wird. Neben der Werkbiografie finden sich darin Interviews mit Weggefährtinnen sowie eine DVD mit "Totschweigen" und "Genossinnen", die erstmals veröffentlicht werden.

Film "Nordrand" als Einschnitt

Ansonsten kommen in der Reihe im Metrokino vor allem die Pionierinnen des österreichischen Films bis 1999 zu Ehren. Schließlich markiert dieses Jahr, in dem Barbara Alberts "Nordrand" erschien, nach Ansicht der KuratorInnen eine Zäsur in der Emanzipation weiblichen Filmschaffens - ein Einschnitt mit Geschichte allerdings.

So umspannen die gewählten Beispiele zeitlich einen breiten Bogen, der 1931 bei "Mädchen in Uniform" von Leontine Sagan beginnt und mit Werken wie "Passagen" (1996) von Lisl Ponger endet. Und zwischendrin finden sich Regisseurinnen wie Edith Hirsch mit "Reflexion", Penelope Georgiou mit "Petunia" oder Ruth Beckermann mit "Die papierene Brücke", deren Werke teils das erste Mal öffentlich gezeigt werden.

Ein Hauptfokus liegt dabei auf dem Filmschaffen ab Ende der 1970er Jahre, das mit einem (post-)feministischen, queeren Blick als Gegenbild zum patriarchal dominierten Filmkosmos arbeitete. Schließlich werden mittels filmischer Erzählung nicht nur Geschichten, sondern letztlich auch Geschichte geschrieben. Die drängenden Fragen an Politik, Gesellschaft und Körper können dabei als das verbindende Element der aktuellen Reihe gesehen werden. (APA)

"Shooting Women" 
8. April bis 1. Mai im Wiener Metro Kino,
Johannesgasse 4,
1010 Wien.

Link

www.filmarchiv.at

Publikation:

"Taschenkino #1: Margareta Heinrich"
im Verlag Filmarchiv Austria,
160 Seiten inklusive einer DVD,
14,90 Euro,
ISBN: 978-3-902781-00-0

  • Still aus "Totschweigen" von Margareta Heinrich.
    foto: filmarchiv

    Still aus "Totschweigen" von Margareta Heinrich.

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