Eleonora Hummel bekommt Hohenemser Literaturpreis

6. April 2011, 10:29
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Wienerin Sandra Gugic erhält Anerkennungspreis

Bregenz - Der mit 10.000 Euro dotierte "Hohenemser Literaturpreis für deutschsprachige AutorInnen nichtdeutscher Muttersprache" geht heuer an die in Dresden lebende Eleonora Hummel. Die 1970 in Zelinograd (Kasachstan) geborene Autorin überzeugte die Jury mit ihrem Text "Eine Handvoll Laub". Der Anerkennungspreis in Höhe von 3.000 Euro geht an die Wienerin Sandra Gugic. Die Auszeichnungen werden am 18. Juni bei einem Festakt in Anwesenheit von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) vergeben, hieß es in einer Aussendung der Stadt Hohenems.

Der Preis wurde heuer nach 2009 zum zweiten Mal vergeben. Er richtet sich an Autoren, die auf Deutsch schreiben, ohne dass dies ihre Muttersprache ist. Die Idee dazu stammt von dem Vorarlberger Schriftsteller Michael Köhlmeier. Die maximal zehnseitigen, deutschsprachigen Prosatexte sollten bei freier Themenwahl Migrationserfahrungen, Fragen der Identität und das Ineinandergreifen verschiedener Kulturen verarbeiten. Die beiden Autorinnen setzten sich unter den insgesamt 182 Einsendungen mit ihren Werken durch.

Die ursprünglich russischsprechende Eleonora Hummel kam 1982 mit ihrer Familie in die damalige DDR, wo sie deutsch lernte. Ihre ersten beiden Romane "Die Fische von Berlin" (2005) und "Die Venus im Fenster" (2009) erschienen im Steidl Verlag. 2002 erhielt sie die Förderauszeichnung des Russlanddeutschen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg, 2006 wurde sie mit dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis ausgezeichnet. Die mit Anna Mitgutsch, Doron Rabinovici und Zafer Senocak besetzte Jury lobte im prämierten Text, der von der Tochter einer politischen Gefangenen in der Sowjetunion handelt, die "genaue Beobachtung" und die "sorgfältige Einfühlung in die Figuren".

Sandra Gugic mit der Muttersprache Serbisch wurde 1976 in Wien geboren, wo sie heute Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst studiert. Sie erhielt 2010/11 das vom Bundesministerium für Unterricht und Kunst vergebene Staatsstipendium für Literatur. Die Sprache ihres Textes "Astronauten" bestach laut Jury durch "Genauigkeit, Schärfe und Prägnanz". (APA)

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