AMAG-Preisband auf 19-21 Euro verkürzt

6. April 2011, 16:34
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Alteigentümer platzierten 14 Millionen Aktien

Wien - Die AMAG Austria Metall AG hat bei ihrem laufenden Börsengang Bestellungen über knapp 14 Mio. bestehende Aktien erhalten, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Mittwochnachmittag. Zuvor hatte die AMAG das Volumen von 17 auf 14 Mio. Aktien reduziert und das Preisband von 19 auf 21 Euro pro Anteilsschein verringert.

Am 24. März hatte die AMAG ein Preisband von 19 bis 24 Euro angekündigt. 

Richtige Richtung

Kleinanlegerschützer Wilhelm Rasinger hält die Verkürzung des Preisbands für AMAG-Aktien für einen Schritt in die richtige Richtung. "Man reagiert sehr rasch und pragmatisch auf die zurückhaltende Nachfrage", meinte er. Er habe immer gesagt, der Kauf von AMAG-Papieren sei nur bei einem Preis von 19 bis 20 Euro überlegenswert, wenngleich er die AMAG nach wie vor für ein "gutes Unternehmen" halte. Durch die Reduktion von Angebot und Preis "vermeiden sie einen peinlichen Flop."

Bei österreichischen Privatanlegern sei das Interesse am Börsegang des oberösterreichischen Aluminiumkonzerns "sehr flau" gewesen. Warum? "Es ist keine wirklich gute Story dahinter. Man weiß, dass es nach wie vor einen Hauptaktionär gibt, der aussteigen möchte."

Durch die Kapitalerhöhung - neben den nunmehr bis zu 14 Mio. alten Anteilsscheinen aus dem Bestand Eigentümer sollen auch 5,3 Mio. junge Aktien losgeschlagen werden - fließe de facto kein neues Geld ins Unternehmen. "Die bisherigen Eigentümer machen Kasse", meint Rasinger und spricht damit die massiv kritisierte Sonderdividende von 170 Mio. Euro an.

Zudem seien die Kleinanleger vom Squeeze-out beim Verpackungskonzern Constantia Packaging im Vorjahr enttäuscht.

Vom AMAG-Börsegang profitiert indirekt der US-Bankriese JPMorgan. Der zu JPMorgan gehörende Finanzinvestor OEP ist 2009 bei der damals noch börsenotierten AMAG-Mutter Constantia Packaging eingestiegen. Heute wird die AMAG-Haupteigentümerin CP Group 3 B.V. zu 75 Prozent von den Amerikanern kontrolliert, den Rest hält Turnauer-Erbin Christine de Castelbajac.

Der endgültige Ausgabepreis der AMAG-Aktien soll heute Abend bekanntgegeben werden, die Erstnotiz im Prime Market der Wiener Börse ist für Freitag geplant.

Rasinger findet übrigens nicht nur den ursprünglichen Preis für die AMAG-Anteilsscheine zu hoch, sondern auch jenen für die Aktien des Photovoltaikzuliefers Isovoltaic, der im Eigentum des Verpackungsindustriellen Stanislaus Turnauer steht und nun ebenfalls an die Börse will. "Die AMAG-Vorgangsweise sollte auch die Isovoltaic zum Nachdenken anregen", so Rasinger. "Da ist die Situation ähnlich, dass die Alteigentümer cashen. Nur ist hier das Risiko größer", meinte der Kleinanlegervertreter mit Blick auf Isovoltaic. (APA)

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