Präsident Assad will Islamisten besänftigen

6. April 2011, 09:36
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Frauen mit Gesichtsschleier sollen wieder eingestellt werden

Damaskus/Istanbul - Der syrische Präsident Bashar al-Assad sucht nach immer neuen Wegen, um die Protestwelle gegen sein Regime zu bremsen. Die Islamisten, die in den vergangenen drei Wochen zusammen mit liberalen Jugendlichen und linken Oppositionellen für mehr Demokratie demonstriert hatten, will er mit Zugeständnissen besänftigen. Am Mittwoch meldete das Staatsfernsehen, alle Frauen, die wegen des Tragens eines Gesichtsschleiers ihre Arbeit verloren hätten, würden nun wieder eingestellt.

Außerdem trat im Fernsehen ein islamischer Prediger auf, der erklärte, Assad werde in den nächsten Tagen eine weitere Rede an die Nation halten. Eine Rede des Präsidenten vor dem Parlament in der vergangenen Woche war weit hinter den Erwartungen der Opposition zurückgeblieben, die sich weitreichende Reformen erhofft hatte.

Mehrere syrische Menschenrechtsorganisationen kritisierten unterdessen die brutale Gewalt, mit der das Regime gegen die Demonstranten vorgeht. In einer Erklärung dokumentierten sie zahlreiche Todesfälle der vergangenen Tage. Wie viele Demonstranten seit Beginn der Proteste getötet wurden, ist nicht bekannt. Menschenrechtsorganisationen gehen von mehr als 100 Toten aus. (APA)

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