Mit selbstgebautem Kart auf Forscherkurs

5. April 2011, 20:18
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"Talente Regional" bringt Wissenschaft in den Kindergarten und die Klassenzimmer

Mit Begeisterung erzählt Stefan Eichberger von Kindern, die sich "bereits im Kindergartenalter mit der Wirtschaft und Wissenschaft vernetzen". Er betreut Projekte des Verkehrsministeriums, die den Austausch von Kindern mit Hochschulen und Unternehmen forcieren. Und das sei bitter notwendig, denn nicht einmal die Hälfte der Österreicher erachte laut Studien Wissenschaft für ihr Lebensumfeld als relevant, bedauert Rupert Pichler, zuständig für Forschungs- und Technologieförderung des Verkehrsministeriums. Die Wurzel dieses Problems ortet er bereits im Kindergarten - daher müsse man speziell in dieser Phase ansetzen, in der "die Kinder neugierig sind".

Bisher haben die Initiativen "Forschung macht Schule" (2008) und "Generation Innovation" (2009/2010) durch insgesamt 16 Projekte mehrere tausend Kinder erreicht. Unter dem Titel "Talente Regional" wird heuer das dritte Programm ausgeschrieben, das gestern, Dienstag, in der Wiener Urania vorgestellt wurde.

Das Spektrum, um Kinder für Wissenschaft und Technologie zu begeistern, war bei den bisherigen Projekten breit gefächert und reichte von Theaterstücken, "Sonnentänzen", Apothekerspielen bis zum Entwerfen eines Astronautenanzugs.

In Güssing wurde das Projekt "Energie macht Schule" realisiert. Da die Vorzeigegemeinde in Sachen erneuerbare Energien an einem Fachkräftemangel leidet, wurde an vier Schulen - von der Volksschule bis in die Oberstufe - das Thema erneuerbare Energie auf vielfältigste Weise in der Unterricht eingebunden: So besuchten etwa Professoren der Technischen Uni die Schulen, Windräder aus verschiedenen Materialien wurden gebastelt und der eigene Energieverbrauch reflektiert, etwa in Zeichnungen, die illustrierten, was man mit einer Kilowattstunde alles machen kann.

Was bei Kindern gar nicht gut ankommt, seien klassische Frontalvorträge und Powerpoint-Präsentationen, hat Simone Gritzner, Leiterin von zwei Projekten im pharmazeutischen Bereich, gelernt. Sie setzte daher bei der altersgerechten Vermittlung auf das "Stille Post"-Prinzip: Studenten geben ihr Wissen an Oberstufenschüler weiter, diese an die Unterstufe - bis in den Kindergarten.

Im Projekt "Kart4U" bauten Schüler in Wels ihr eigenes Elektro-Kart. In Mathematik und im Sachunterricht wurde die Konstruktion vorbereitet und dann in der Werkstatt des Unternehmens RIC umgesetzt. In einem Wett-Reifenwechsel und einem Wettrennen mit den selbstgebauten Karts konnten die Kinder abschließend ihr Wissen spielerisch erproben. (Tanja Traxler/DER STANDARD, Printausgabe, 06.04.2011)

 

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    Wie kann man Kinder für Technik begeistern? Man lässt sie ihr eigenes Kart bauen.

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