DFB wertet Pauli-Spiel gegen Schalke mit 0:2

5. April 2011, 18:08
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Betrafung der Hamburger nach Bierbecherwurf steht noch aus, Klub will Schadenersatz von Zuschauer

Köln -  Die Punkte sind verloren, das Zittern vor der Bestrafung geht weiter: Das am letzten Samstag wegen eines Becherwurfs abgebrochene Match des  FC St. Pauli gegen Schalke 04 wird vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) erwartungsgemäß mit 0:2 gewertet. "Wir haben mit diesem Urteil gerechnet und nichts anderes erwartet", sagte St. Paulis Teammanager Christian Bönig.

Das Spiel war nach 88 Minuten beim Stande von 0:2 zu Ende, nachdem ein Zuschauer den Schiedsrichter-Assistenten Thorsten Schiffner mit einem randvollen Hartplastik-Bierbecher im Nacken getroffen hatte. Sanktionen gegen St. Pauli sollen im Laufe der Woche ausgesprochen werden. Der Becher war aus dem Hamburger Zuschauerbereich geworfen worden. Schiffner ging nach dem Treffer zu Boden, und Schiedsrichter Deniz Aytekin aus Oberasbach entschied sich für einen Spielabbruch.

Die Bekanntgabe der Strafe gegen die Hamburger steht noch aus, die Bandbreite reicht von einer Geldstrafe über ein Spiel vor leeren Rängen bis zu einer Platzsperre. Liga-Chef Reinhard Rauball hat sich bereits klar positioniert und eine drastische Bestrafung des Täters gefordert. "In diesem Fall sollte man ein Exempel statuieren und ein lebenslanges Stadionverbot aussprechen." Der Werfer ist inzwischen anscheinend identifiziert worden. Der DFB hatte am Montag zunächst St. Pauli zu einer Stellungnahme aufgefordert, ehe über die Strafe entschieden wird. "Das Sportgericht wird ein Urteil fällen, wir werden es annehmen", sagte Sportchef Helmut Schulte.

St. Pauli wird auf jeden Fall Schadenersatz vom Täter fordern. Im Falle eines Spiels ohne Publikum könnte es um entgangene Einnahmen von knapp einer Million Euro gehen. Ein Spiel vor leeren Rängen wäre im Abstiegskampf zudem ein erheblicher Nachteil. (sid /red)

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