Telekom Srbija: Telekom-Austria-Angebot stößt bei Gewerkschaften auf Unmut

5. April 2011, 17:48
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Offert für Mehrheit der Telekom Srbija "unannehmbar" - Klagen angedroht

Das Angebot der Telekom Austria (TA) für die Mehrheit am serbischen Konkurrenten Telekom Srbija stößt auch bei den serbischen Gewerkschaften auf Widerstand. Sollte es zu einem Verkauf des serbischen Telekom-Anbieters kommen, dann wollen man dagegen Klagen erheben, erklärte der Vorsitzende der Gewerkschaft "Telekom Srbija", Miroslav Joksimovic. Das Offert sei "unannehmbar". Die Gewerkschaften fordern in einem offenen Brief an Regierungschef und Finanzminister Mirko Cvetkovic sowie Staatspräsident Boris Tadic die Ungültigerklärung der Ausschreibung, berichtete die serbische Nachrichtenagentur Tanjug.

Einziger Bieter

Die Telekom Austria hatte als einziger Bieter für 51 Prozent an der Telekom Srbija einen Kaufpreis bis zu 950 Mio. Euro geboten sowie Investitionen von 450 Mio. Euro innerhalb von drei Jahren in Aussicht gestellt. Die serbische Regierung hatte für den Verkauf aber einen Mindestpreis von 1,4 Mrd. Euro festgesetzt. Nun prüft die Telekom, wie sie ihr Angebot erhöhen kann. Dafür hat sie bis zum 12. April Zeit.

Joksimovic erklärte darüber hinaus, dass in den Privatisierungsunterlagen kein Mindestpreis festgelegt sei, obwohl die Regierung diesen beschlossen hatte. Zu den von der Telekom Austria in Aussicht gestellten Investitionen meinte der Gewerkschafter, dass die Telekom Srbija allein heuer 230 Mio. Euro investieren werde. Die Telekom Srbija macht Joksimovic zufolge derzeit einen Gewinn zwischen 300 und 500 Mio. Euro.

Kredit

Im Vorjahr betrug der Gewinn 130 Mio. Euro, nachdem man der bosnischen Republika Srpska einen Kredit über 320 Mio. Euro zurückbezahlt hatte, so Joksimovic. Ende 2006 kaufte die Telekom Srbija 65 Prozent der Anteile an der bosnischen Telekom Srpske um 646 Mio. Euro und stach damals die Telekom Austria aus.

Man wolle gegen den Verkauf mit allen Mitteln kämpfen, hieß es vonseiten der Gewerkschaft - mit dem Hinweis, dass der Streikausschuss der Gewerkschaft regelmäßig tage. In der gesamten Telekom-Gruppe würden rund 15.000 Mitarbeiter beschäftigt. (APA)

 

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