Gouverneur beschuldigt NATO: Sechs Zivilisten tot

5. April 2011, 17:07
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ISAF-Sprecher spricht von Operation gegen Taliban-Anführer

Kabul - NATO-Truppen haben in der nordafghanischen Provinz Sar-i-Pul nach Angaben örtlicher Behörden sechs Zivilisten getötet. Provinzgouverneur Sayed Anwar Rahmati sagte am Dienstag, vier weitere Zivilisten seien bei der Operation in der Nacht zuvor im Distrikt Sayad verletzt worden, als Soldaten ein Haus stürmten.

Ein Sprecher der NATO-geführten Internationalen Schutztruppe ISAF sagte, bei einer Operation gegen einen Taliban-Anführer in dem Distrikt seien mehrere Menschen getötet worden. Zunächst seien die afghanischen und ausländischen Soldaten beschossen worden, sie hätten das Feuer erwidert. Man untersuche die Identität der Toten. Unklar sei, warum sie das Feuer eröffnet hätten.

Nordafghanistan ist der Schwerpunkt des deutschen Bundeswehr-Einsatzes am Hindukusch. Nächtliche Operationen - so genannte Night Raids - werden aber von Spezialkräften der US-Armee gemeinsam mit afghanischen Truppen ausgeführt. Zivile Opfer sorgen für zunehmenden Unmut bei Präsident Hamid Karzai. (APA)

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