Ältester belegter Fall von Arteriosklerose entdeckt

9. April 2011, 10:39
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US-Forscher fanden Gefäßverkalkungen bei Mumie einer altägyptischen Prinzessin, die um 1.550 vor unserer Zeitrechnung gelebt hat

New Orleans - In den Malereien antiker ägyptischer Grabmäler erscheint der damalige Adel in der Regel schlank, schön und vor allen Dingen gesund. Wissenschafter haben jedoch schon länger bezweifelt, dass das Leben an der Spitzer der sozialen Pyramide im alten Ägypten tatsächlich so rosig und sorglos war. Nun haben US-amerikanische Wissenschafter bei der Mumie einer ägyptischen Prinzessin den bisher ältesten bekannten Fall von Arteriosklerose festgestellt.

Bei der am Montag bei einem Kardiologen-Kongress in New Orleans vorgestellten Studie unterzogen die Forscher insgesamt 52 ägyptische Mumien einer Röntgen-Untersuchung, um Hinweise auf Arterienverkalkungen zu finden. Bei den 44 Mumien, deren Blutgefäße und Herz ausreichend konserviert waren, entdeckten sie demnach bei fast der Hälfte verstärkte Fettablagerungen in den Gefäßwänden. Der älteste Fall sei der Leichnam der Prinzessin Rai gewesen, die um 1.550 vor Christus gelebt habe und in ihren frühen 40ern war, als sie starb.

Arteriosklerose weit verbreitet

Die Experten schließen aus den Ergebnissen, dass Arteriosklerose im Altertum weitaus verbreiteter war als gedacht. Dies werfe neue Fragen auf, sagte Forscher Gregory Thomas von der Universität Irvine in Kalifornien. Bislang habe Arteriosklerose vor allem als Wohlstandskrankheit gegolten, deren Ausbreitung mit der Lebensweise in modernen Gesellschaften zusammenhängt. Für Thomas zeigen die ägyptischen Mumien nun, dass "Elemente in unserem Verständnis" von Arteriosklerose fehlen. Bei der Krankheit werden durch die Ablagerungen in den Innenwänden der Schlagadern die Blutbahnen verengt. Dadurch steigt die Gefahr eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts. (red/APA)


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