EU will Einfluss im Weltraum ausbauen

5. April 2011, 12:51
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Hoffnung auf milliardenschwere Geschäfte

Brüssel - Die EU will ihre eigene Weltraumpolitik ausbauen - und damit Konkurrenten wie den USA oder China auf Augenhöhe begegnen. Die Gemeinschaft will so Chancen für milliardenschwere Geschäfte wahrnehmen. "Der Faktor 'Weltraum' ist für Europas Unabhängigkeit, für die Schaffung von Arbeitsplätzen und für unsere Wettbewerbsfähigkeit von strategischer Bedeutung", sagte EU-Kommissar Antonio Tajani am Montag im Europäischen Weltraumforschungsinstitut ESRIN in Italien.

In der Weltraumpolitik war die EU bisher nur wenig aktiv. Erst der Lissabon-Vertrag hatte Ende 2009 die Türen dafür geöffnet. Heute verfolgt die EU die Satellitenprojekte Galileo und EGNOS. Sie sollen auch in Zukunft vorangetrieben werden. Das Milliardenvorhaben Galileo gilt aber als umstritten, weil es im Zeitplan hinterherhinkt und auch viel teurer als geplant wird.

Europäische Weltraumschrott-Beobachtung

Tajani strebt nun eine führende Rolle der Union in der Weltraumpolitik an - neben der unabhängigen Europäischen Weltraumorganisation ESA und den Mitgliedsstaaten. Zusammen mit den Mitgliedsländern will die EU bis 2014 das Europäische Erdbeobachtungsprogramm GMES umsetzen. Es soll unter anderem die Luftqualität und den Klimawandel überwachen. Außerdem ist der Aufbau des Europäisches Systems zur Weltraumlageerfassung SSA geplant, das Satelliten vor Weltraumschrott schützen soll.

Kooperation mit ISS

Auch die Weltraumforschung soll eine größere Rolle spielen. Dazu gehöre die Idee, eine Zusammenarbeit der EU mit der internationalen Raumstation ISS auszuloten. "Um unsere Ziele zu verwirklichen, muss Europa einen unabhängigen Zugang zum Weltall behalten", sagte Tajani. Konkrete Summen werden in seinem Papier nicht genannt. (red/APA)

  • Communication "Towards a space strategy for the European Union that benefits its citizens"

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