Österreichische Unis enttäuschen in technischen Fächern

5. April 2011, 12:30
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Nur Uni Wien und TU Wien unter 200 besten Unis in Computer- und vier Ingenieurswissenschaften

Wien - Wenn Technikinteressierte über ein Studium an einer Top-Uni nachdenken, dann zieht es sie nicht nach Österreich, sondern vorrangig in das Land von Apple, Google und Facebook - zumindest, wenn sie sich nach den neuen "QS World University Rankings" für technische Fächer richten. Dieses sieht das Massachusetts Institute of Technology (MIT) sowohl in Computerwissenschaften als auch in vier Ingenieurswissenschaften vorne, wie es Dienstag in einer Aussendung hieß. Mit der Uni Wien und der Technischen Universität Wien spielen lediglich zwei österreichische Hochschulen in der Liga der 200 weltweit besten Einrichtungen mit.

Österreichische Unis auf Plätzen zwischen 100 und 200

Die Uni Wien ist in den Fächern Computerwissenschaften und Chemie ("chemical engineering") jeweils auf den Plätzen 101 bis 150 zu finden (ab Platz 100 werden die Ränge nur noch in 50er-Gruppen ausgewiesen). Die TU Wien schaffte es bei Bauingenieurswesen ("civil and structural engineering") auf die Plätze 101 bis 150 und in Computerwissenschaften unter die Ränge 151 bis 200. Andere österreichische Unis sucht man vergeblich in der Liste. In Elektrotechnik ("elctrical engineering") und Maschinenbau ("mechanical, aeronautical and manufacturing") haben es die österreichischen Unis nicht unter die Top-200 geschafft.

Zitate als Indikator der Qualität

Die fünf Rankings beziehen auch Beschäftigungsfähigkeit und Forschungsqualität mit ein. Neben Befragungen von Tausenden von Akademikern und Arbeitgebern fallen Zitate als Indikator für die Qualität der Forschung ins Gewicht. Dementsprechend ergeben die verschiedenen Filter durchaus unterschiedliche Ergebnisse. Während Akademiker das MIT in allen fünf Fächern auf dem ersten Rang sehen, rekrutieren Arbeitgeber ihre Computerwissenschafter am liebsten von der britischen Cambridge University. In Chemie und Bauingenieurswesen sehen sie mit Oxford und Cambridge gleich zwei englische Unis vorne. Elektrotechniker und Maschinenbauer suchen sie am ehesten aus Harvard.

USA und Großbritannien nehmen alle Top-Plätze ein

Außerhalb der USA und Großbritannien, die in allen fünf Rankings die Top-Plätze einnehmen, steigt die Universität Singapur als beste asiatische Uni aus, während die ETH Zürich als beste Einrichtung Europas in jedem der Studiengänge unter den Top-zwölf platziert ist.

QS hatte bis 2010 für das World University Ranking des Times Higher Education-Magazin die Daten ausgewertet. Nach Kritik an den Erhebungsmethoden hatte das Magazin zum Nachrichten- und Datenanbieter Thomson Reuters gewechselt.

Unter die 200 weltführenden Unis mit technischen Fächern hat es die Universität Linz zwar nicht geschafft. Dafür hat ein Wissenschafter der Uni im internationalen Ranking der weltweit besten 100 Materialwissenschafter (Science Watch von Thomson Reuters) Platz 14 erreicht. Niyazi Serdar Sariciftci, Vorstand des Instituts für Organische Solarzellen (LIOS) und des Instituts für Physikalische Chemie der Uni Linz, ist der einzige in Österreich tätige Forscher in dem Ranking. Das Ergebnis beruht laut einer Aussendung der Uni von Dienstag auf der Anzahl der Zitationen durch die wissenschaftlichen Publikation in den vergangenen zehn Jahre. "Es gibt keine höhere Anerkennung für einen Wissenschafter", so Sariciftci, "als dass seine Werke von anderen Wissenschaftern und Wissenschafterinnen in der Welt gelesen und in deren eigenen Arbeiten zitiert werden." (APA)

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