Fernost-Leitbörsen schließen uneinheitlich

5. April 2011, 12:19
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Autotitel unter Druck - Feiertagsbedingt kein Handel in Shanghai und Hongkong

Wien - Die Leitbörsen in Fernost haben am Dienstag uneinheitlich tendiert. Der Nikkei-225 Index in Tokio fiel um 103,34 Zähler oder 1,06 Prozent auf 9.615,55 Punkte. Die Märkte in Singapur und Sydney konnten dafür zulegen. Der FTSE Straits Times Index schloss bei 3.146,75 Zählern und einem Plus von 6,13 Punkten oder 0,20 Prozent. Der All Ordinaries Index in Sydney stieg um 13,9 Zähler oder 0,28 Prozent auf 4.998,6 Einheiten. Die Börsen in Shanghai und Hongkong blieben feiertagsbedingt geschlossen.

Ein Rekordtief bei den Aktien von Tokyo Electric Power (Tepco) habe in Japan auf die Stimmung gedrückt. Zudem sehe es so aus, als sei die Erholung nach der Naturkatastrophe und den folgenden Kurseinbrüchen erst einmal vorbei, hieß es am Markt. Tepco-Papiere stürzten um mehr als 18 Prozent ab auf 362 Yen. Die anhaltenden Probleme im havarierten AKW Fukushima belasteten. Darüber hinaus erklärte der AKW-Betreiber, er werde die örtlichen Behörden für die radioaktive Belastung und die Evakuierungskosten entschädigen. Eine Summe hat Tepco nicht genannt. Das ließe Sorgen um die Finanzlage des Konzerns steigen, hieß es.

Zu den wenigen positiven Ausreißern gehörten in Tokio die Papiere von Japan Tobacco, die knapp zwei Prozent hinzu gewannen. Grund dafür waren Aussagen zur Produktion. Unter den größten Verlierern im asiatischen Raum fanden sich Elpida Memory, die um 4,22 Prozent auf 1.068 Yen nachgaben. Samsung Techwin verloren an der südkoreanischen Börse 2,35 Prozent auf 83.000 koreanische Won. Woori Investment & Securities hatten ihr Kursziel herunter revidiert.

Autotitel waren weiterhin weniger gut gesucht. Toyota sanken 2,40 Prozent auf 3.260 Yen. Der japanische Autobauer hatte am Montag in den USA angekündigt, er werde die Produktion dort ganz oder teilweise stoppen müssen. Dies sei "unvermeidbar", da in Japan gefertigte Teile fehlten, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Es sei aber noch nicht klar, wann, wie lange und wo genau die Produktion angehalten werde.

Rio Tinto legten 0,77 Prozent auf 86,16 australische Dollar zu, obwohl der Minengigant ebenfalls seine Produktion in Gefahr sieht. Die Experten von der Citigroup hatten gleichzeitig ihr Kursziel nach oben geschraubt.

Die Übernahme der Börse ASX in Sydney durch den Handelsplatz SGX in Singapur steht vor dem Scheitern. Das Angebot der Asiaten sei "nicht im nationalen Interesse", sagte der australische Finanzminister Wayne Swan. Die beiden Börsenbetreiber hatten geplant, mit der Fusion eine der größten Börsen der Welt zu schaffen. (APA)

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