Schwierige Verhandlungen in der Elektroindustrie

5. April 2011, 11:45
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Zweite Runde der Kollektivvertrags-Gespräche wurde unterbrochen - Einigung in der Textilbranche

Wien - Sehr schwierig laufen heuer die Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 50.000 Beschäftigten in der heimischen Elektro- und Elektronikindustrie. Die Verhandlungen wurden in der zweiten Runde unterbrochen. Am kommenden Montag dem 11. April, findet in Wien eine Betriebsrätekonferenz statt, bei der die weitere Vorgangsweise der Gewerkschaft festgelegt werden soll. Der Termin für die nächste Verhandlungsrunde ist der 15. April.

Die Arbeitgeber haben zuletzt eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,3 Prozent plus eine "vorstellbare Einmalzahlung" angeboten. Dies lehnen die verhandelnden Gewerkschaften, die Produktionsgewerkschaft PRO-GE und die Angestelltengewerkschaft GPA-djp als unzureichend ab. Denn bei einer durchschnittlichen Inflationsrate der letzten zwölf Monaten von 2,1 Prozent entspreche dieses Angebot einer Reallohnerhöhung von lediglich 0,2 Prozent. "Damit werden die Beschäftigten in keinster Art und Weise an der ausgezeichneten wirtschaftlichen Lage der Elektro- und Elektronikindustrie beteiligt", so die Gewerkschaften unisono. Sollten sich die Sozialpartner bei der kommenden Runde nicht einigen, sind für 18. und 19. April Betriebsversammlungen geplant.

Im Vorjahr wurden die Löhne und Gehälter der Branche per 1. Mai um 1,6 Prozent angehoben.

Textilbranche einigt sich

Eine Einigung gibt es hingegen schon in der Textilindustrie: Die rund 12.530 Beschäftigten bekommen per 1. April mehr Geld. Die KV-Löhne steigen um 2,75 Prozent, die Ist-Löhne erhöhen sich je nach Gehaltsstufe zwischen 2,1 und 2,55 Prozent.

Insgesamt verhandeln die PRO-GE und die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) im Frühjahr Lohn- beziehungsweise Gehaltserhöhungen für rund 130.000 Beschäftigte. Weitere Branchen sind die Papierindustrie, die Bekleidungs-, die Glasindustrie und die Chemieindustrie. Ebenfalls in die industrielle Frühjahrsrunde fallen die Verhandlungen der GPA-djp für die rund 25.000 Angestellten der Bauindustrie und im Baugewerbe, sowie die Angestellten in der holzverarbeitenden Industrie.

Die Frühjahrsrunde gewinne zunehmend an Bedeutung in der österreichischen Industrie. Angesichts der massiv steigenden Inflation müsse jetzt unbedingt wieder die Kaufkraft gestärkt werden, so PRO-GE-Vorsitzender Rainer Wimmer und der Vize-Bundesgeschäftsführer der GPA-djp Karl Proyer. (APA)

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