Erstes Biologikum als "intelligenter Frakturschutz"

5. April 2011, 12:04
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Denosumab findet auch bei arthritischen Verformungen und Knochenmetastasen seinen Einsatz

Wien - Die medikamentöse Therapie der Osteoporose hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht: Angefangen von neuen Erkenntnissen bezüglich der Wirkung von Kalzium und Vitamin D, über die Weiterentwicklung von Knochenabbau hemmenden und Knochenaufbau fördernden Medikamenten bis hin zur patientenfreundlichen Verbesserung der Darreichungsform von Bisphosphonaten als Quartals- oder Jahresspritze konnten beachtliche Fortschritte erzielt werden.

Jetzt aber findet ein Paradigmenwechsel statt: Denn die Entwicklung des ersten Biologikums zur Behandlung der Osteoporose stellt einen Meilenstein in der medikamentösen Therapie dieses Volksleidens dar. Unter federführender Beteiligung des österreichischen Wissenschaftlers  Josef Penninger wurde ein neuer Behandlungszugang gefunden. Die für den Knochenabbau verantwortlichen Osteoklasten werden mittels eines vollhumanen monoklonalen Antikörpers gehemmt. Das führt zu einer maßgeblichen Erhöhung der Knochendichte, die das Frakturrisiko signifikant senkt.

"Mit Denosumab besteht nun die Möglichkeit, verschiedene Knochenschwunderkrankungen bei hunderten Millionen Menschen zu behandeln, wie etwa Osteoporose, arthritische Deformationen, Zahnausfall oder Knochenmetastasen", so Penninger.

Osteoklasten in frühen Reifungsstadien hemmen

Osteoporose-Experte Heinrich Resch vom Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Wien bezeichnete die innovative Therapie als "intelligenten Frakturschutz, da Denosumab die Knochen abbauenden Osteoklasten schon in den frühen Reifungsstadien hemmt, also bevor sie überhaupt den Knochen erreichen. Mit Denosumab steht uns nun eine moderne, rasch und effizient wirksame Antikörpertherapie als verträgliche und patientinnenfreundliche Alternative zu den bisherigen antiosteoporotischen Therapien zur Verfügung."

Doch diese Entwicklung ist nicht nur für die Lebensqualität von Osteoporose-PatientInnen von größter Bedeutung: Auch für das Gesundheitssystem und den Forschungsstandort Österreich hat diese Innovation einen hohen Stellenwert. Last but not least hoffen die Wissenschafter, dass sich mit diesem Wirkstoff in Zukunft auch in der Onkologie bahnbrechende Durchbrüche erzielen lassen.

Im Rahmen der 3. Amgen.Press.Academy. mit dem Titel "Update: Innovative Strategien zur Bekämpfung der Osteoporose" informierten neben Univ.-Prof. Penninger Osteoporose-Experte Heinrich Resch, Gesundheitsökonom Jörg Mahlich und Gabriele Suppan von der "Aktion Gesunde Knochen" über den aktuellen Stand der medikamentösen Osteoporosetherapie, über Details und Hintergründe der Entdeckung, Erforschung und Entwicklung des neuen Wirkprinzips sowie über die Möglichkeit das Web2.0 zur Prävention der Osteoporose und Verbesserung der Adherence zu nutzen. (red)

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