Tepco-Aktie weiter im freien Fall

5. April 2011, 10:52
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Seit Beginn der japanischen Reaktorkatastrophe haben die Titel des Kraftwerks-Betreibers mehr als 80 Prozent verloren

Tokio - Der Aktienkurs der Fukushima-Betreiberfirma Tepco ist am Dienstag an der Tokioter Börse weiter abgestürzt: Er rauschte um rund 18 Prozent in die Tiefe. Grund sind die Zweifel der Anleger an der Fähigkeit des Konzerns, die Lage am Atomkraftwerk Fukushima noch unter Kontrolle zu bekommen.

Seit der Reaktorkatastrophe infolge des Bebens und des Tsunamis am 11. März hat die Aktie von Tepco bereits mehr als 80 Prozent an Wert verloren. Seine Bilanz des Geschäftsjahrs, das bis Ende März lief, verschob der Konzern am Dienstag auf unbestimmte Zeit, wie ein Sprecher sagte. Eigentlich war die Vorlage der Zahlen für den 28. April vorgesehen.

Verstaatlichung möglich

Die Ratingagenturen Moody's und Standard&Poor's haben Tepco wegen des Unfalls und der noch nicht abzusehenden Kosten für Reparaturen und Entschädigungen bereits stark heruntergestuft. Die Regierung schließt eine Verstaatlichung des Konzerns nicht aus.

Tepco - Japans größter Energieversorger - hatte am Montag begonnen, radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifik zu leiten, um Platz für stärker belastetes Wasser zu schaffen. Der Firma gelang es nicht, ein Leck am Reaktor 2 zu schließen, durch das seit dem Wochenende radioaktiv verseuchtes Wasser ausläuft.

Stromausfälle sollen verhindert werden

Nach Angaben vom Dienstag will Tepco die japanische Wirtschaft vor Stromausfällen im Sommer bewahren. Nach den verheerenden Naturkatastrophen kam es insbesondere im Großraum Tokio immer wieder zu Stromausfällen.

Unter Experten wurden besorgte Stimmen laut, dass sich die Situation in den heißen Sommermonaten wegen der starken Nutzung von Klimaanlagen erheblich verschlechtern könnte. Ständige Stromausfälle könnten letztendlich Japan den schwersten wirtschaftlichen Schaden überhaupt zufügen. In der Region um Tokio und nördlich davon ist etwa die Hälfte der Industrie und des Gewerbes der weltweit drittgrößten Volkswirtschaft beheimatet. (APA/Reuters)

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    Es steht gar nicht gut um den japanischen Energieriesen Tepco.

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