Drei Anhänger Präsident Salehs getötet

5. April 2011, 21:02
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Von Truppen des abtrünnigen Generals al-Ahmar

Sanaa - Neue Wendung im Jemen-Drama: Truppen des abtrünnigen Generals Ali Mohsen al-Ahmar haben am Dienstag in Sanaa auf Anhänger von Präsident Ali Abdullah Saleh geschossen. Drei Männer wurden getötet und 56 weitere verletzt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Saba. Al-Ahmar, ein Halbbruder Salehs und Kommandant der Streitkräfte des Jemens, hatte sich vor zwei Wochen vom Präsidenten losgesagt und sich dem Lager der Gegner angeschlossen.

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Bei den Protesten in der südwest-jemenitischen Stadt Taiz haben am Dienstag offenbar erneut Sicherheitskräfte auf Demonstranten geschossen. Mehrere Menschen seien dabei verletzt worden, sagten Augenzeugen der Nachrichtenagentur Reuters. Mehrere Hundert Sicherheitskräfte hätten Zehntausende Demonstranten angegriffen. Dabei hätten Polizisten in Zivil Schlagstöcke und Dolche eingesetzt.

Die Protestierenden bewarfen die Sicherheitskräfte daraufhin mit Steinen. Bereits am Tag zuvor hatte die Polizei nach Angaben von Ärzten das Feuer auf die Demonstranten eröffnet. Dabei waren Augenzeugen zufolge mindestens 15 Menschen getötet und 13 verletzt worden.

Bisher wurden den Berichten zufolge bei Zusammenstößen mehr als 100 Menschen getötet. Die Organisation Human Rights Watch rief daher am Dienstag die USA und andere ausländische Staaten dazu auf, militärische Hilfe an den Jemen einzustellen.

Vermittlungsangebot angenommen

Nach wochenlangen Volksprotesten gegen seine Führung hatte der Jemen am Dienstag ein Vermittlungsangebot der arabischen Staaten angenommen. Der Golf-Kooperationsrat (GCC) lud die jemenitische Regierung sowie Vertreter der Opposition zu Gesprächen nach Riad ein.

"Wir begrüßen die Einladung des GCC, und die Regierung ist bereit, zu diskutieren", sagte der jemenitische Außenminister Abubakr al-Kirbi der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Aus dem Umfeld von General Ali Mohsen, der unlängst seine Solidarität mit der Opposition gegen Präsident Ali Abdullah Saleh bekundet hatte, verlautete, auch er sei offen für Verhandlungen. Die oppositionellen Gruppen forderten vor einer Reaktion auf das Angebot weitere Details zu den vorgeschlagenen Gesprächen in Saudi-Arabien. Ein Termin stand noch nicht fest.

Allein am Montag wurden bei den Protesten in Tais und Haida mehr als 20 Menschen getötet und Hunderte verletzt. Die Regierung geht gewaltsam gegen die Demonstranten vor. (APA/Reuters)

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    Demonstranten bei den Zusammenstößen in Taiz.

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